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William Somerset Maugham

William Somerset Maugham: Of Human Bondage
[Der Menschen Hörigkeit]
London: Mandarin, 1997. 699 Seiten

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Mit neun Jahren wird Philip Carey im Jahr 1885 Vollwaise und kommt zu seiner Tante Louisa und seinem Onkel William, einem Pfarrer in Blackstable. Das Pfarrhaus steht unter der engstirnigen, rigiden und frömmelnden Herrschaft des Pfarrers und Philip muss sich anpassen. Mit 18 Jahren soll auch er Geistlicher werden. Doch Philip flüchtet nach Heidelberg, kehrt aber wieder zurück. Er beginnt eine Lehre bei einem Londoner Buchprüfer, der ihn nach Paris mitnimmt. Davon angetan bricht er die Lehre ab und geht nach Paris. Er will Maler werden, erkennt aber, dass ihm das nötige Talent fehlt. Tante Louisa stirbt und Philip kehrt nach 1 ½ Jahren erneut nach Blackstable zurück. Er beginnt ein Medizinstudium. Dazu geht er nach London ans St.-Luke-Krankenhaus. Er verliebt sich– entgegen vorheriger Abneigung – in die Kellnerin Mildred Rogers. Mildred ist gleichgültig und dumm. Mildred nutzt Philips Leidenschaft aus, aber nicht aus einem besonderen Kalkül heraus, sondern eher aus Wurschtigkeit. Sie zieht mit Emil Miller, einem Deutschen ab, bekommt ein Kind von ihm und wird sitzen gelassen. Da muss Philip herhalten und er zahlt für den Unterhalt ihres Kindes und für eine gemeinsame Wohnung. Mildred dankt es ihm nicht und verläßt ihn mit  Harry Griffith. Philip bezahlt für die beiden um sich endlich von seiner Hörigkeit zu befreien. Er lernt Norah kennen. Doch auch diese Bekannschaft zerbricht, als Philip eines Tages wieder Mildred trifft. Er liebt sie zwar nicht mehr, nimmt sie und ihr Kind aber bei sich auf. Die Lage dreht sich und Mildred begehrt nun Philip, eher aus Berechnung. Der versagt sich. In seiner Abwesenheit demoliert sie die gemeinsame Wohnung und verläßt ihn.
Philip kann kaum das Geld für sein weiteres Medizinstudium aufbringen, spekuliert an der Börse und verliert all sein Geld. Sein Onkel William zeigt sich zugeknöpft. Da muss er das Studium aufgeben. Völlig heruntergekommen kommt er bei einem früheren Patienten, dem Journalisten Thorpe Athelny unter. Dieser verschafft ihm einen Job im Geschäft Lynn & Sedley. Es geht aufwärts. Da trifft er wieder Mildred. Doch nur kurz, seine Hörigkeit ist wie weggeblasen. Schließlich stirbt William und vererbt ihm Weniges. Philip hört bei Lynn & Sedley auf und beendet sein  Medizinstudium.  Für wenige Wochen arbeitet er als Arztgehilfe bei dem kauzigen Dr. South, der ihm sogar eine Teilhaberschaft anbietet. Doch Philip träumt davon nach Spanien zu gehen und später nach Südostasien, in die Südsee, ... und lehnt ab. Doch was Kunst, Literatur, Philosophie und Religion nicht vermochten: in der Praxis als Arzt erkennt Philip das wirkliche Leben, ohne dass er oder die Leser das zunächst feststellen.
Mit der Familie Athelny geht er zur Hopfenernte. Es kommt zu einer Affäre mit der inzwischen zur Frau herangewachsenen Sally. Sie teilt ihm kurz darauf mit, dass sie womöglich schwanger sei. Philip sieht seinen Lebenstraum dahinschwinden, entschließt sich aber dazu Sally zu heiraten. Sallys Vermutung war falsch, trotzdem heiratet Philip sie und will bei Dr. Souths Praxis einsteigen.
Seine Suche nach einem aufregenden Leben ist zuende. Er taucht zufrieden mit sich und befreit von allen Zwängen in ein konventionelles Leben ein.
Titel des Romans
Der Romantitel geht auf Baruch de Spinoza (1632 – 1677) zurück: De servitute humana, seu de affectuum viribus (Über die Abhängigkeit von den Kräften der Affekte), 4. Buch seiner Ethica, ordine geometrico demonstrata, einer Ethik-Abhandlung angelehnt an die geometrische Methode des Euklid. Der Titel bezieht sich nicht alleine auf Philip, sondern strahlt Allgemeingültigkeit aus. Tatsächlich nimmt die Hörigkeit Philips fast den gesamten Roman ein, immer aber geht es auch um die Loslösung und Befreiung von den Fesseln der Leidenschaft und der Konventionen.
Maugham wählte sicher mit Bedacht Spinoza, der ein moderner Religionskritiker war.
Handelnde
Der umfangreiche Roman hat ein breites Arsenal handelnder Personen. Hier nenne ich nur einige.

Philip Carey

Of Human Bondage knüpft stark an autobiografische Erlebnisse des Autors William Somerset Maugham an. Dessen Leben war geprägt nach Sinnsuche und sein Stottern störte ihn selbst am meisten. Dieses wird bei Philip Carey zum Klumpfuss. Philip Carey ist die Hauptperson des Romans. Er ist der Suchende, der immer wieder den falschen Weg einschlägt.
  • Andrerseits erkennt er meist rechtzeitig, dass er auf dem falschen Weg ist, anders als Fanny Price, die nicht mehr weiter wieß und den Freitod wählt.
  • Auch aus den falschen Wegegn lernt Philip. Beispielsweise öffnen ihm die zwei Jahre in Paris die Augen für die heimische Landschaft in England (Kap. 53, S. 293)
  • Philip erkämpft sich im Laufe der Bildungsjahre seine Freiheit und Unabhängigkeit, auch unter widrigen Umständen.
Ich entdeckte an Philip einige sympathische Wesenszüge, beispielsweise: „Philip had a passion for discussion, but no talent for small-talk.” (Kap. 61, S. 342)
Oder: „he considered patriotism no more than a prejudice” (Kap. 98, S. 560)

Mildred Rogers

Von mehreren Frauen im Roman ist zweifelsohne Mildred die wichtigste für Philip. Sie arbeitet als Serviererin in einer Teestube in der Parliament Street und wird – für Maugham eigentlich knapp – wie folgt beschrieben:
„She was tall and thin, with narrow hips and the chest of a boy.” Philip ist weniger als beeindruckt: „No one would look at her in Paris” (Kap. 55, S. 306).
Die Leser atmen auf, wenn sich Mildred, inzwischen eine Prostituierte, über 300 qualvolle (inhaltlich; nicht lesetehnisch) Seiten später verabschiedet: „That was the end. He did not not see her again” (Kap. 109, S. 625).
Mildred ist keine Traumfrau, aber Philip verknallt sich, nach anfänglicher Abneigung, in das dünne Mädchen. Sie nutzt Philip aus, ist aber nicht - wie manche Rezensenten behaupten – berechnend. Selbst dafür war sie zu doof. Sie ist gleichgültig und völlig in den Denkbahnen ihrer Abstammung und Erziehung gebunden (Bondage!). Sie kommt aus primitiven Verhältnissen, ist gefühlskalt (“I don’t mind” ist ihre häufig gebrauchte Floskel) und vielen Charakterzügen Philip entgegengesetzt. Vielleicht mit ein Grund, warum er ihr so sehr verfiel.
Die folgenden Personen in der Reihenfolge ihres Auftretens:

Rose

Rose ist ein Schulfreund Philips, einer der ersten, der Philip ernst zu nehmen scheint (Kap. 18, S. 79). Philip blüht nach seiner Bekannschaft im Schülerheim auf, bis ihn Rose bitter enttäuscht und ein vereinbartes Treffen sausen läßt.

Miss Wilkinson

Eine wichtige Person im frühen Leben von Philip, aber wir erfahren nicht einmal ihren Vornamen (wenn ich nichts überlesen habe).

Fanny Price

Ruth Chalice

Norah Nesbit

Sally Athelney

Mit Sally kommt der konservative Familientyp in den Roman, der bislang noch nicht vertrten war (Louisa blieb kinderlos). Die umfangreiche Familie Athelney und besonders Sally wird in Of Human Bondage recht positiv dargestellt.

Zwänge und Abhängigkeit

In Of Human Bondage springt die Leser besonders die Abhängigkeit Philips von Mildred ins Auge. Es gibt aber noch einige weitere folgenreiche Zwänge und Abhängigkeiten. Genannt wurde schon die Befangenheit Mildreds in ihrem engen Kostüm von Vorurteilen und Konventionen.
Es ist freilich nicht so schematisch einfach, wie es Wharton gegenüber Philip darstell„t.

„You know, there are two good things in life, freedom of thought and freedom of action. In France you get freedom of action: you can do what you like and nobody bothers, but you must think like everybody else. In Germany you must do what everybody else does, but you may think as you choose. They’re both very good things. I personally prefer freedom of thought. But in England you get neither: you’re ground down by convention. You can’t think as you like and you can’t act as you like. That’s because it’s a democratic nation. I expect America’s worse.” (Kap. 23, S. 106–107).

Die Hörigkeit / Abhängigkeit im Titel zeigt sich dreifach:
  • persönliche & sexuelle Leidenschaft
  • Geld
  • Religion

Persönliche / sexuelle Leidenschaft

Die persönliche & sexuelle Leidenschaft ist oft unerklärlich (wie bei Philip & Mildred) und kaum zu beeinflussen und deshalb so schwer zu überwinden.

Abhängigkeit vom Geld

Die Abhängigkeit vom Geld zeigt der Roman auf verschiedenen Stufen.
Philip hat nie üppig Geld, aber kann seine Ziele aber zunächst verfolgen.
Der Kunstprofessor in Paris bestätigt Philipp. dass er als Maler allenfalls mittelmäßig ist. Er könnte sich die Malerei als Beruf nur leisten, wenn er Geld hat. Hat er aber nicht.
Dann fühlt er sich verpflichtet, Mildred und ihr Kind durchzubringen und der verarmt. An der Börse verliert er das letzte Geld und driftet damit in die Mittellosigkeit ab, bis ihn Thorpe Athelney und seine Erbschaft von Onkel William retten.
Der Maler Foinet hat diese gesunde Einstellung zum Geld:
„Money is like a sixth sense without which you cannot make a complete use of the other five. Without an ad- equate income half the possibilities of life are shut off.” (Kap. 51, S. 283)
Freilich ist Philip trotz Geldknappheit auch immer großzügig; er klebt nicht am Geld (wie an Mildred).

Abhängigkeit vom religiösen Glauben

Seit seiner Kindheit leidet Philip an den Restriktionen und Verheißungen der Religion. Schon früh beginnt Philip sich trotz Herkunft und Unterkommens beim Vikar William vom Glauben abzunabeln. Freilich ist die Abhängigkeit nicht leicht abzuschütteln. Noch wird im Bange beim Gedanken an die Feuer der Hölle (Kap. 17, S. 75). Doch schon bald
In Heidelberg durchlebt er seine "Zauberberg"-Jahre (gehaltvolle Diskussionen, die luzider sind als bei Thomas Mann) und wendet sich vollends vom christlichen Glauben und Gott ab.
Philip erkennt, dass der religiöse Glaube von der Umgebung und Erziehung bestimmt wird (Kap. 28, S. 130). Er ist sichtlich erfreut, als er diesen Zwang endlich abschütteln kann.
„He was free from degrading fears and free from prejudice. He could go his way without the intolerable dread of hell- fire. Suddenly he realised that he had lost also that burden of responsibility which made every action of his life a matter of urgent consequence. He could breathe more freely in a lighter air. He was responsible only to himself for the things he did. Freedom! He was his own master at last. From old habit, unconsciously he thanked God that he no longer believed in Him.” (Kap. 28, S. 131)
Um keinen Ärger zu erregen geht Philip – zurück in Blackstable – ganz ruhig weiter in die Kirche (Kap. 34, S. 166).
„When Philip ceased to believe in Christianity he felt that a great weight was taken from his shoulders” (Kap. 53, S. 293-294).
Nach seiner Befreiung vom christlichen Glauben betrachtete er ihn als herabsetzenden Zwang, den man um jeden Preis abschütteln müsse (Kap. 88, S. 497)

Klumpfuss

Was für Maugham das Stottern war, ist für Philip der Klumpfuss.
Der angeborene Klumpfuss degradiert Philip. Nichts mag er weniger, als wenn er darauf angesprochen wird oder – wie nahezu durchgehend – deshalb verspottet wird. Es muss nicht so weit kommen: immer steht schon aufgrund des Klumpfusses eine unsichtbare Barriere zwischen Philip und den anderen.
Freilich ist der Klumpfuss auch manchmal vorteilhaft, so wenn er in der Schule nicht gezüchtig wird, weil der Schulleiter keine Krüppel schlagen kann (Kap. 12, S. 50). Erst am Romanende spielt der Klumpfuss keine Rolle mehr.

Die gerade diskutierten Themen genügen für jeden normalen Roman, doch Maugham geht weit darüber hinaus. Die Frage nach dem Sinn des Lebens steht immer wieder zur Diskussion und eng verbunden damit ist Philips Bekannschaft mit der Evolution, wie sie Charles Darwin in The Origin of Species darstellte.
Sinn des Lebens

Ein durchgängiger Strang ist die Frage nach dem Sinn des Lebens, aufgehängt an eine Parabel von einem persischen Teppich. Diese bohrende Frage ist für einen jungen, sich entwickelnden Menschen ganz normal. Philip hat dazu einige Diskussionen.
Gegenüber Cronshaw macht Philip einen ersten brauchbaren Vorschlag:
„to do one’s duty, and make the best possible use of one’s faculties, and avoid hurting other people.”
Die Zusammenfassung Cronshaws unter Christentum aber lehnt Philip ab:  “It has nothing to do with Christianity. It’s just abstract morality.”
Er ist schon einen großen Schritt weiter als Cronshaw (Kap. 45, S. 237)

Philip sah die Frage nach dem Sinn des Lebens umfassender. Es wollte dazu drei Dinge herausfinden: „man’s relation to the world he lives in, man’s relation with the men among whom he lives, and finally man’s relation to himself.” (Kap. 53, S. 295–296).

Später erinnert sich Philip an eine Anektode über einen Weisen, der seinem König die Geschichte der Menschheit und den Sinn des Lebens erklären sollte.
Der Weise nannte einen einzigen Satz: „it was this: he was born, he suffered, and he died", den er gleich auslegte: „There was no meaning in life, and man by living served no end.” (Kap. 106, S. 603)

Den extrem verknappten Lebenslauf „He was born, he suffered and he died” hatte ich bislang William Faulkner zugeschrieben (Knight‘s Gambit, S. 98; siehe Maugham Links).
Die Ehre gebührt Maugham oder dem Weisen aus der Anektode.

Philip Carey erkennt:
„Life had no meaning. On the earth, satellite of a star speeding through space, living things had arisen under the influence of conditions which were part of the planet’s history; and as there had been a beginning of life upon it so, under the influence of other conditions, there would be an end: man, no more significant than other forms of life, had come not as the climax of creation but as a physical reaction to the environment.”
Kap. 106, S. 602–603

Freilich muss er mit dieser Erkenntnis noch lange ringen. „He could not reconcile himself to the belief that life had no meaning and yet everything he saw, all his thoughts, added to the force of his conviction.” Doch man muss unmittelbar weiter lesen: „But though fury seized him it was a joyful fury. life was not so horrible if it was meaningless, and he faced it with a strange sense of power.” (Kap. 108, S. 618)

Für eine Antwort auf die Sinnfrage siehe Viktor Frankls Prinzip unter Maugham Links.
Charles Darwin: The Origin of Species

Philip las Charles Darwin: The Origin of Species und zog großen Nutzen daraus  (Kap. 53, S. 296).
Aus seiner Sicht auf die Evolution bekam er auch eine Antwort auf die Sinnfrage.
„Life had no meaning. On the earth, satellite of a star speeding through space, living things had arisen under the influence of conditions which were part of the planet’s history; and as there had been a beginning of life upon it so, under the influence of other conditions, there would be an end: man, no more significant than other forms of life, had come not as the climax of creation but as a physical reaction to the environment.”
(Kap. 106, S. 602–603)

Über das Lesen
„Insensibly he formed the most delightful habit in the world, the habit of reading: he did not know that thus he was providing himself with a refuge from all the distress of life; he did not know either that he was creating for himself an unreal world which would make the real world
of every day a source of bitter disappointment.” (Kap. 9, S. 38)
Schach
Nur ein einziges Mal spielt Philip Schach, aber immerhin kann er es. (Kap. 76, S. 424)
Humor
In den Gesprächen blitzt manch subtiler Humor auf (also keine Schenkelklopfer).
Hierzu ein kleiner Dialog, der auch passend unter „Religion” einzuordnen wäre:
“Of course you read Greek like a schoolmaster,” [Hayward] said. “I read it like a poet.”
[Philip:] “And do you find it more poetic when you don’t quite know what it means? I thought it was only in revealed religion that a mistranslation improved the sense.” (Kap. 27, S. 122)
Genau das erfuhr Philip im Haushalt seines Onkels. Über die Bibelauslegung erfuhr er:
„The text which spoke of the moving of mountains was just one of those that said one thing and meant another. He thought his uncle had been playing a practical joke on him.” (Kap. 14, S. 59)
Über das Essen in einer  Pension:
„The food was bad. The landlady called it French cooking, by which she meant that the poor quality of the materials was disguised by ill-made sauces” (Kap. 94, S. 533)
Stil
In Of Human Bondage kommt es zu einer beachtenswerten Erzählkonstellation. Der Autor William Somerset Maugham schickt eine neutrale Stimme vor, die hart an der Hauptperson Philip Carey entlang dessens Entwicklungsjahre begleitet. Der Protagonist und seine Erlebnisse gleichen in vielem dem Autor.
Die Sprache Maughams ist wie bei ihm gewohnt ökonomisch, trotzdem wortreich und klar. Jede auftretende Person beschreibt der Erzähler sofort. Der Textfluß ergibt sich wie von selbst. Trotz der siebenhundert Seiten bleiben die Leserinnen am Ball.
Die Besessenheit Philips verstand ich zwar nicht (vielleicht schon zu alt?), es bleibt aber gerade deswegen spannend. Kann er sie und wenn ja, wie, überwinden?
Dabei hat On Human Bondage viele reflektierende Abschnitte, in denen über Gott und die Welt diskutiert wird.
Der versöhnende Schluss des Romans ist – wie viele Rezensenten feststellen – etwas zu märchenhaft, man könnte auch meinen, zu gekünstelt. Aber was soll's: ein großer Roman geht zu Ende.
Fazit
Of Human Bondage ist ein bewegender und sehr menschlicher Roman. Ich habe ihn nach fünfzig Jahren erneut gelesen (damals auf deutsch), mich an nichts Konkretes erinnert (außer der Zimmerverwüstung durch Mildred), aber festgestellt, dass er mich seinerzeit wohl sehr beeindruckt hat.
Of Human Bondage zeigt, dass Vernunft und Wille viele Abhängigkeiten überwinden oder zumindest leichter ertragen lassen können.
Es ist Zufall, dass der Roman in Kindlers Literaturlexikon nur durch ein einziges Werk von einem anderen, von mir sehr geschätzten Roman, getrennt ist: von Of Mice and Men von John Steinbeck.
Of Human Bondage wird zurecht als einer der ganz großen Romane des 20. Jahrhunderts eingestuft.


Slip of the pen

„talk with his voice and laugh with his heart;” (Kap. 18, S. 78)
In meiner Druckausgabe steht hier „laugh” statt „heart”.
„Miss Wilkinson tripped downstairs, singing a song by Benjamin Goddard.” (Kap. 32, S.  148). Gemeint ist Benjamin Godard  (* 18. August 1849 in Paris; † 10. Januar 1895 in Cannes), ein französischer Komponist.
Redensarten

Rose redete „talking eighteen to the dozen” (Kap. 18, S. 81).
Lawson „talked sixteen to the dozen” (Kap. 96, S. 550).
Das ist bekannt als „to talk nineteen to the dozen” und bedeutet „to talk without stopping”.

„It is awful to be at somebody else’s beck and call”  (Kap. 21, S. 92).
„ready to do something for someone any time you are asked”

„you can take a horse to the water, but you can't make him drink”
(Kap. 39, S. 195)
Gebräuchlich mit „to water", ohne dem Artikel.
Bedeutung:
Man kann niemanden zu seinem Glück zwingen. – Einen Hund soll man nicht zur Jagd tragen.

„Put that in your pipe and smoke it!” (Kap. 58, S. 325).
Ob es dir passt oder nicht! – Schreib dir das hinter die Ohren!

„before you can say Jack Robinson” (Kap. 118, S. 674).
something happened very suddenly and quickly


Verfilmungen
Somerset MaughamOf Human Bondage, & Bette David; Regie: John Cromwell, USA 1934 – Somerset MaughamFull Length Film
Somerset MaughamOf Human Bondage, Regie: Edmund Goulding, USA 1946
Somerset MaughamOf Human Bondage, Regie: Ken Hughes, GB 1964

Links

Maugham William Somerset Maugham Dickens
Somerset MaughamOf Human Bondage (Wikipedia)
Somerset MaughamDer Menschen Hörigkeit (Wikipedia)
Somerset MaughamThe 100 best novels: No 44 – Of Human Bondage by W Somerset Maugham (1915),
The Guardian
Text online:
Somerset MaughamPenn State Electronic Classics Series PublicationSomerset Maughamcarlpetersheim.usSomerset Maughamangelfire.com
MaughamBildungsroman – Entwicklungsroman – coming-of-age novel
Somerset MaughamThe Book Club: Of Human Bondage by W. Somerset Maugham with Larry Elder, 17.06.2020
Somerset MaughamReading Guide From Of Human Bondage
Robert Calder on W. Somerset Maugham: Somerset MaughamPart ISomerset MaughamPart II
Maugham Charles Darwin: Die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl
Maugham William Faulkner: Knight's Gambit
Maugham Viktor Frankls Prinzip
Maugham Glück – Sinn – Zufriedenheit – Spiritualität

Literatur

Archer, Stanley. (1971): „Artists and Paintings in Maugham’s Of Human Bondage”. English Literature in Transition, 1880-1920 14:3, S. 181-189.
Barbosa, Mariona Visa (2015): „Evolution of the Femme Fatale in Of Human Bondage: From Temptation and Humiliation to Insanity and Death”. Revista de Comunicación Vivat Academia 18:130, S. 121-140.
Ettehadi, Amin. (2017): „Psychoanalytic Reading of Love and Desire in Somerset Maugham’s Of Human Bondage”. Studies in English Language Teaching 5:1, S. 58-70.
Ji, Xiaohong (2017): „Bondages of the Protagonist Philip Carey in Maugham's of Human Bondage and His Long Pilgrimage towards Freedom”. Advances in Social Science, Education and Humanities Research, Vol. 142. S. 482–490 – Somerset Maughamonline verfügbar
KLL (1986): Kindlers Literatur Lexikon im dtv. Band 9 O, P, Q. München: dtv.
Peschel, Enid Rhodes. (1982): „Callousness or Caring: Portraits of Doctors by Somerset
Maugham and Richard Selzer”. Mosaic 15:1, S. 77-88.
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Hörbuch
Somerset Maugham Razor's Edge Of Human Bondage. Read by Steven Crossley! 25 Std. 53 Min.
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Maugham Somerset Maugham Razor's EdgeOf Human Bondage. Annotated Edition. Independently Published, 2021. 160 Seiten (?)
Maugham Somerset Maugham Razor's Edge Der Menschen Hörigkeit. Diogenes, 2012. Taschenbuch, 976 Seiten
Maugham Anfang

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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 31. März 2021