Email zurück zur Homepage eine Stufe zurück
Joyce
James Joyce: Dubliners
The Corrected Text with an Explanatory Note by Robert Scholes and fifteen drawings by Robin Jacques

London: Triad Grafton, 1987. Broschiert, 207 Seiten [deutsch: Dubliner] – James LinksJames Literatur
Die Dubliners sind – sagt man – der leichteste Zugang zum Romanwerk James Joyces. Das mag richtig sein, doch erfordern auch die Dubliners den aufmerksamen Leser, sonst geraten diese an kaum aufregende, höchstens merkwürdige oder gar banale Geschichten.
Inhalt

The Sisters [Die Schwestern]
An Encounter [Eine Begegnung]
Araby [Arabia]
Eveline [Eveline]
After the Race [Nach dem Rennen]
Two Gallants [Zwei Kavaliere]
The Boarding House [Die Pension]
A Little Cloud [Eine kleine Wolke]
Counterparts [Entsprechungen]
Clay [Erde]
A Painful Case [Ein betrüblicher Fall]
Ivy Day in the Committee Room [Efeutag im Sitzungszimmer]
A Mother [Eine Mutter]
Grace [Gnade]
The Dead [Die Toten]

Die fünfzehn Kurzgeschichten spielen alle in Dublin. Als zusammengehöriger Zyklus zeigen sie die Welt des Kleinbürgertums um die Jahrhundertwende. Sie beginnen mit der Konfrontation eines Kindes mit dem Tod und enden mit dem Tod. Die Handlungen sind meist unbedeutend gegenüber der Darstellung der jeweiligen Personen.
Viele Protagonisten wollen der Dumpfheit des provinziellen Dublins oder ihrer Kindheit und der bigotten Umgebung entkommen.

„My intention was to write a chapter of the moral history of my country and I chose Dublin for the scene because that city seemed to me the centre of paralysis”.
James Joyce, Brief an Grant Richards, 5. Mai 1906.

Den Protagonisten gelingt die Überwindung der Lähmung (verursacht durch die Kirchen und durch England) nicht.
Dabei bleibt vieles schon während des Verlaufs der Geschichten offen.
Während die beschriebene Handlung meist unaufgeregt daherkommt brodelt es zwischen den Zeilen. Das kommt durch die genauen Beobachtungen, die symbolischen Feinheiten, aber auch durch die Auslassungen. Die Strassen und Orte der Handlung werden durchweg genau benannt. Nahezu jede Geschichte enthält – oft am Ende – einen Moment der Erleuchtung ("epiphany") für einen der Protagonisten.

Erleuchtung – epiphany

„By an epiphany he meant a sudden spiritual manifestation, whether in the vulgarity of speech or of gesture or in a memorable phase of the mind itself. He believed that it was for the man of letters to record these epiphanies with extreme care, seeing that they themselves are the most delicate and evanescent of moments.” – James Joyce: Stephen Hero

Hauptthemen

  • Tod
  • Liebe
  • Dublin und seine Bewohner
  • Lähmung durch die Kirchen und durch England
  • Katholische Kirche
  • Bigotterie und Aberglaube
  • Erziehung
  • Jugend
  • Freundschaft
Zu den nachfolgenden Kurzgeschichten der Dubliners vermerke ich mehr oder minder ausgearbeitete Stichworte. Jedesmal wenn ich eine der Geschichten lese entdecke ich Neues.

The Sisters [Die Schwestern]
Nach einem einleitenden Absatz, der schon vieles vorweg nimmt, spielt der erste Teil im Haus des jugendlichen Ich-Erzählers.
   
Dort reflektieren Onkel Jack und die Tante (bei denen der Ich-Erzähler wohnt) mit ihrem Bekannten Old Cotter über den verstorbenen Father James Flynn. Dem Jungen wird der Tod seines Freundes mitgeteilt. Flynn war schon länger gelähmt, war dement und hatte den dritten Schlaganfall.
Old Cotter hat Einwände gegen die Freundschaft des Jungen mit Father Flynn. Welcher Art diese sind wird nicht erläutert.
Der zweite Teil spielt im Haus des Verstorbenen mit den zwei verbliebenden Schwestern Nannie und Eliza. Dort ist der Tote aufgebahrt. Eliza benennt den Beginn des Niedergangs ihres Bruders James mit dem Bruch eines Kelchs während der Messe: “It was that chalice he broke.... That was the beginning of it.”
Interpretation
Die Lähmung und Demenz Flynns steht für die Katholische Kirche und vielleicht für die Lähmung Irlands durch die Katholische Kirche und durch England. Das Wort „paralysis” erinnert den Ich-Erzähler an Simonie (Kauf und Verkauf von kirchlichen Ämtern oder Reliquien oder Ähnlichem; kurz: Korruption in der  Katholischen Kirche).
Der Niedergang der kirchlichen Rituale setzt sich auch nach Flynns Tod fort. Die Schwester kredenzen Sherry und Crackers statt Wein und Hostie.
Die Repräsentation des verstorbenen Father Flynn für die Katholische Kirche und England geht weiter. Er wohnte in der Great Britain Street und starb am 1. Juli. In 1690 fand an diesem Tag die Schlacht am Boyne statt. König Wilhelm III. von England eroberte mit dieser Schlacht die abgefallene Insel Irland für England zurück.
Die Verbindung Father Flynns mit dem Ich-Erzähler
Die Einwände Old Cotters gegen die Freundschaft mit Father Flynn bleiben vage.
Old Cotter: „there was something queer ... there was something uncanny about him”. Nachdem der Onkel von der Freundschaft zwischen dem Jungen und Father Flynn berichtet, kritisiert Old Cotter, dass der Junge mit Flynn zusammen war: „I wouldn’t like children of mine [...] to have too much to say to a man like that.”
Es finden sich Indizien, dass Old Cotter Schlimmes befürchtet, das erst nach ein paar Jahrzehnten allgemein publik wurde: die zahlreichen Missbrauchsfälle von Jugendlichen durch katholische Kleriker, besonders auch in Irland.
Der Ich-Erzähler
  • traut sich an einer Stelle nicht zu klopfen,
  • er kann nicht trauern,
  • fühlt sich befreit,
  • wartet auf das Signal des Todes seines Freunds durch zwei Kerzen.
Vielleicht fühlt sich der Junge aber nur erleichtert, weil Father Flynn ihn nicht selbstlos unterrichtete, sondern ihn für das Priesteramt vorsah. Das bleibt dem Jungen jetzt erspart.
Auch an bezüglich Father Flynn gibt es einige Indizien.
  • Manche Rezensenten deuten sein Krankheitsbild als das Endstadium von Syphilis.
  • Father Flynn zieht es alleine in den Beichtstuhl. Was will er beichten?
  • Es wird ausdrücklich gefragt, ob man ihm die Letzte Ölung gab, ein Sakrament im Katholizismus am Lebensende, dass nur bei ganz schwerwiegenden Verfehlungen verweigert wird. Aber die Fragende hält dies zumindest für möglich.
Mund und Lippen als Symbol
Der Mund und Lippen spielen eine wesentliche Rolle in der Geschichte. Für was dies steht (Zusammenhang mit Flynns Verfehlungen?) bleibt offen.
Warum der Titel "The Sisters"?
Hauptperson der Geschichte ist der unbenannte jugendliche Erzähler, der durchgehende Protagonist im Hintergrund ist Father Flynn. Trotzdem benannte Joyce die Geschichte nach den beiden Schwestern, die erst im zweiten Teil der Story auftreten.
Doch die zwei Schwestern verbleiben nach Flynns Tod. Wenn Father Flynn für die dahinsiechende Katholische Kirche steht, würde sein Tod die Lähmung aufheben.
Doch das ist natürlich nicht der Fall: der Aberglaube lebt in den zwei Schwestern weiter.
Die Katholische Kirche wird es noch lange geben. Der Aberglaube lebt weiter!

JoyceDubliners, by James Joyce, Project Gutenberg
JoyceSchlacht am Boyne
Joyce Anfang

An Encounter [Eine Begegnung]


Joyce Anfang

Araby [Arabia]
Als ich die Dubliners zum ersten Mal las, bekam „Araby” einen Strich, der für „es geht” steht. Die Story ließ mich damals ratlos zurück. Kein richtiger Plot, was soll das?
Doch beim Wiederlesen entpuppte sich „Araby” als vielschichtige Kurzgeschichte, in der der Protagonist am Ende eine Erleuchtung (Joyce Erleuchtung – epiphany) siehe und damit eine Wandlung erfährt.
Inhalt
Der namenlose jugendliche Ich-Erzähler führt die Leser in die North Richmond Street in Dublin ein. Man gelangt – wer hätte es bei Joyce anders erwartet – in eine triste Wohngegegend. In die Trübnis tritt die Schwester seines Freundes Mangan, in die sich der Erzähler schwer verliebt.
Er traut sich nicht, aber sie spricht ihn anund fragt, ob er zum Araby-Bazar geht. Sie kann nicht, da sie am Wochenende ins Kloster müsse. Er verspricht, wenn er zum Araby geht, ihr etwas mitzubringen.
Onkel und Tante, bei denen der Erzähler wohnt (er ist anscheinend Waise) erlauben den Bazarbesuch. Doch  am Samstagnachmittag kann der Erzähler zunächst nicht gehen, da der Onkel nicht zuhause ist, er aber von ihm das nötige Kleingeld erwartet. Der Onkel kommt um 9 Uhr, anscheinend angetrunken. Mit Unterstützung der Tatnte darf der Erzähler  doch noch weg.
Er kommt erst um zehn vor zehn beim Bazar an. Nahezu alle Stände sind geschlossen. Vor einem der wenigen offenen Stände hört der Erzähler einen Dialog zweier Männer mit – oh Horror! – englischem Akzent.
Der Erzähler hat nur noch acht Pennies übrig und kauft nichts. Er erkennt sich als getrieben von Aufgeblasenheit in seiner Umgebung.
Interpretation
Joyce‘ Hauptthemen
  • ödes Dublin
  • Katholische Kirche im Niedergang
  • England dominiert Irland
sind auch in „Araby” allgegenwärtig. Darüber im Einzelnen mehr weiter unten.
Dazu kommen
  • der Kontrast zwischen orientalischem Romantizismus und Merkantilismus
  • beginnende Sexualität eines Jugendlichen im restriktiven, religiös geprägten Umfeld.
In dieser Lage erkennt der Erzähler ist kein Platz für seine romantischen Gefühle, sie stoßen ins Leere. Kurz vorm Ende der Story wird dem Erzähler klar, dass sein Bazarbesuch nutzlos war und die Story endet mit der Erleuchtung:
„Gazing up into the darkness, I saw myself as a creature driven and derided by vanity; and my eyes burned with anguish and anger.”
Was genau diesen Umschwung bringt, wurde mir nicht klar. Es gibt zahlreiche Anwärter und vermutlich hat der Umschwung mehrere Väter.
Da ist die Teilnahmslosigkeit des Onkels, der die immense Wichtigkeit des Bazarbesuchs für den Erzähler nicht erkennt.
Der Erzähler vermeint in einen orientalischen Bazar zu kommen und trifft auf Geld zählende Männer vor dem zwielichtigen Cafe Chantant und auf zwei Engländer und eine desinteressierte Verkäuferin.
Biblische Bilder
Vieles in der Erzählung ist mit biblischen Bildern unterlegt. Der Bazar wird mit einer Kirche verglichen, dann sind die Geld zählenden Männer die Geldwechsler vorm Tempel (Matthäus 21). Die Verkäuferin verleugnet sich gegenüber den zwei Engländer dreimal ( Matthäus 26; Markus 14; Lukas 22; Johannes 18), und einige Bilder mehr.
Sehen / Blindheit und Dunkelheit
Neben den Farben spielt Joyce mit dem Sehen / Blindheit  und der Dunkelheit.
Das beginnt damit, dass die  North Richmond Street eine Sachstrasse ist (blind street) und der Erzähler das Mädchen hinter den Jalousien („blinds”) beobachtet. Dunkel wird es wenn es um Dublin oder die Kirche geht, licht wird es, wenn es um das Mädchen geht.
Mir wurde nicht klar, ob das Mädchen schon auf der Nonnenlaufbahn ist oder sich als Schülerin in ein Kloster zurückzieht. Gegen das zweite spricht, dass der Rückzug am Wochenende passiert.
Parzival
Den Erzähler kann man als Parzival ansehen.
Er ist vermutlich zum ersten Mal schwer verliebt. In diesem Zustand ist er disorientiert. Er sucht deshalb zur Orientierung den Bazar Araby auf  (Arabien ≈ Orient) und findet ganz am Ende tatsächlich Neuorientierung.
Wie Parzival versteht der Erzähler einiges nicht:
„Her name sprang to my lips at moments in strange prayers and praises which I myself did not understand. My eyes were often full of tears (I could not tell why)”, da sind ihm die Leser oft überlegen.
Der Erzähler verpflichtet sich: „If I go [...] I will bring you something”.
Damit verpflichtet sich der Erzähler.
Ähnlich wie Parzival ist der Erzähler ein tumber Tor. Sein Geld (24 Pennies) gibt er recht töricht aus:
Das Ticket zum Bazar kostete 1894 vier Pennies.
einen Schilling (=12 Pence) gibt er für den Eintritt, obwohl es vielleicht einen six-pence-Eintritt gegeben hätte.
Es blieben ihm zwei und sechs Pennies in seiner Tasche für das Mitbringsel.
Er sucht einen Schatz (das Geschenk für das Mädchen; mit einer seltsamen Anfahrt), findet aber keinen dafür aber einen nicht-materiellen Schatz: er erkennt, dass sein Gefühl eine leere Liebelei war.
„Araby” als Mini-Bildungsroman
Die Story beginnt mit „North Richmond Street, being blind...” womit man auch die Bewohner in North Richmond Street verstehen kann. Er endet mit einer Seh-Metapher „... I saw myself as a creature driven and derided by vanity; and my eyes burned with anguish and anger”.
„Araby” ist so gesehen auch ein Miniatur-Bildungsroman.
Joyce‘ Hauptthemen
  • ödes Dublin
  • Katholische Kirche im Niedergang
  • England dominiert Irland

Ödes Dublin

Die Lähmung in Dublin quillt aus vielen der Stories in Dubliners, so auch in „Araby”. Darauf will ich hier nicht weiter eingehen.
Den Absatz der Fahrt zum Basar fand ich so seltsam, dass ich ihn in das Thema "Umherirren in der Stadt" aufnahm: Joyce Motiv: Umherirren in der Stadt in der Literatur.

Katholische Kirche im Niedergang

Auf die Katholische Kirche als Mitursache für das gelähmte Dublin haut Joyce nahezu ständig ein. Das beginnt im ersten Satz:
„the Christian Brothers' School set the boys free”, kann man auch bildlich verstehen. Nach der christlichen Schule (gemeint ist die Congregation of Christian Brothers; siehe Joyce Links) sind die Buben frei.
Viele Wörter entstammen dem christlichen Umfeld, viele Bilder entsprechen biblischen.
Religiöse Wortwahl: „litanies”, „chalice”, „adoration”, „O love! O love!” murmelt der Erzähler gebetsartig viele Male.
Die Protagonisten sind in ihren christlichen Fessel gefangen.
Das zeigt sich ganz offen in „She could not go, she said, because there would be a retreat that week in her convent.” Trotzdem das Mädchen zu gerne auf den Markt „Araby” gehen würde beugt sie sich dem christlichen Zwang und zieht sich ins Frauenkloster zurück.

Ein toter Priester symbolisiert die tote Kirche, womit Joyce leider nicht recht hatte.
Im Absatz über den toten Priester bringt Joyce einige mehr oder weniger versteckte Anspielungen an die Religion und Katholische Kirche.
Die Bücher des verstorbenen Priesters sind bedeutsam. Francois-Jules Vidocq beispielsweise war ein Pariser Polizeikommissar und gleichzeitig ein Dieb. Er täuschte seine Umgebung und flüchtete im Roman schon mal als Nonne.
Im Garten mit dem Apfelbaum findet sich eine rostige Fahrradluftpumpe. Sie zeigt einerseits, dass in North Richmond Street der Garten Eden vorbei ist und dass die Hinterlassenschaft des toten Priester rostet und unbrauchbar geworden ist. Gleichzeitig ist es die Luftpumpe eine Phallusanspielung.
Die Heuchelei der Kirche zeigt sich am „charitable priest”, der trotzdem reichlich Geld ansammeln und vererben konnte.

England dominiert Irland

Der Erzähler scheint geschockt, als er im orientalischen Bazar Engländer vorfindet. Dieses Thema scheint mir aber nicht so ausgeprügt zu sein. Darauf will ich nicht weiter eingehen.

JoyceWallace Gray's Notes for James Joyce's "Araby"
JoyceAdam Crowley: Module Lecture: Araby
JoyceAndrew Neuendorf: Araby
JoyceOxford Comma: Ending Explained! James Joyce's "Araby"
JoyceCongregation of Christian Brothers
JoyceParzival
JoyceEschenbachs Parzival: Vom tumben Toren zum edlen Ritter

Joyce Anfang

Eveline [Eveline]

Joyce Anfang

After the Race [Nach dem Rennen]

Joyce Anfang

Two Gallants [Zwei Kavaliere]

Joyce Anfang

The Boarding House [Die Pension]
Die Pension von Mrs. Mooney beherbergt Touristen und junge Künstler. Als sich zwischen der Tochter des Hauses, der 19-jährigen Polly und Bob Doran (Mitte 30), einem Pensionsbewohner, etwas anbahnt beobachtet sie. Doch dann schlägt sie zu und stellt Polly zur Rede. Diese gesteht (was genau verrät Joyce uns typischerweise nie; man darf aber vermuten: Polly ist schwanger) die Affäre. Mrs. Mooney verlangt von Doran die Heirat und nach allem, was wir in der Story lesen, scheint er sich zu ergeben.
Doran fürchtet um seine Stellung in einem katholischen Betrieb. Am Abend vor der Aussprache ging er beichten und gestand alles. Das nahm ihn sichtlich mit. Er wird als nicht überzeugungsstark geschildert: seine atheistische Jugendhaltung hat er nahezu aufgegeben. Andrerseits fürchtet er den Widerspruch seiner eigenen Familie: Mrs. Mooney lebt getrennt von ihrem versoffenen Ehemann und ihre Pension hat auch nicht gerade einen guten Ruf.
Die Heirat ist hier soziale Konvention mit katholischem Druck und erinnert an Theodor Fontane: Schach von Wuthenow.
Das Gemeine ist, Mrs. Mooney hat die Falle selbst aufgestellt. Polly war in einem Büro angestellt, doch Mrs. Mooney hatte sie zurück in die Pension geholt. „As Polly was very lively the intention was to give her the run of the young men“. Schlau wartete sie auf ihre Chance.  „Polly, of course, flirted with the young men but Mrs. Mooney, who was a shrewd judge, knew that the young men were only passing the time away: none of them meant business“. Endlich biss Mr. Doran an. „She watched the pair and kept her own counsel“. Doch ihre Zeit kam. „At last, when she judged it to be the right moment, Mrs. Mooney intervened“.
Geschickt wechselt die Erzählstimme auf Mrs. Monney und sie überlegt: „He had simply taken advantage of Polly's youth and inexperience: that was evident“. Das Urteil war gnadenlos: er muss heiraten. Mrs. Mooney hat ihre Tochter unters Dach gebracht und zwar in einer besseren Partie als der Trunkenbold von Metzger, den sie geheiratet hatte.
Mr. Doran ergibt sich in sein Schicksal: „Once you are married you are done for“.
Anmerkungen
Die Geschichte setzt mit einem Knall ein (dass es ein Knall ist, merkt man allerdings erst bei der Lektüre): „Mrs. Mooney was a butcher's daughter“. Sie führt Polly und Mr. Doran zur Schlacht-Ehebank.
Diese Charakterisierung wird in der Mitte der Geschichte verstärkt: „She dealt with moral problems as a cleaver deals with meat“. Man kann ihr nur zugute halten, dass einst ihr Ehemann selbst mit einem Hackbeil auf sie losging: „One night he went for his wife with the cleaver and she had to sleep a neighbour's house“.
Text online JoyceOnline LiteratureJoyceLiterature Collection
Joyce"The Boarding House", Wikipedia
James Theodor Fontane: Schach von Wuthenow
JoyceRobert Sullivan: "The Grammar of Duplicity in James Joyce's "The Boarding House."
JoyceBob Williams: The Boarding House - An Outline Commentary, 1999
Joyce Anfang

A Little Cloud [Eine kleine Wolke]

Ignatius Gallagher kam mir vor wie ein Little Great Gatsby.
Die Begegnung von Little Chandler mit Ignatius Gallagher erinnerte mich an Reunion von John Cheever.
Es beruhigte mich zu lesen, dass sich die Literaturwissenschaftler nicht einig sind, was mit der kleinen Woke gemeint ist.
Text online: Online LiteratureLiterature CollectionJoyceClassic Shorts
Joyce"A Little Cloud", Wikipedia
Lazar, Mary (2001): “James Joyce’s “A Little Cloud” and Chandler’s Tears of Remorse”. Journal of the Short Story in English 36, S. 41-63.
Joyce Anfang

Counterparts [Entsprechungen]
Bartleby, The Scribener
Text online:
CounterpartsOnline LiteratureCounterparts Classic ReaderCounterpartsLiterature CollectionCounterpartsRead Book Online
CounterpartsCounterparts (Wikipedia)
Counterparts
Counterparts
Counterparts
Counterparts
Joyce Anfang

Clay [Erde]

Text online: Clay Online LiteratureClayLiterature Collection
ClaySpark Notes
ClayImelda Murphy: "Maria's Mistakes  / Clay / Dubliners", 2004
ClayBob Williams: "Clay - An Outline Commentary", 1999
Clay
Clay
Joyce Anfang

A Painful Case [Ein betrüblicher Fall]
James Duffy, ein beziehungsarmer Kassier in einer Dubliner Bank lernt Mutter und Tochter kennen. Obwohl er altersmäßig mehr zur Tochter passt, freundet er sich mit der Mutter Emily Sinico an. Die Beziehung erscheint und ist so harmlos, dass der Ehemann (er ist oft verreist) denkt, sie beratschlagen wegen einer eventuellen Verbindung mit der Tochter.
Eines Tages wagt es Mrs. Sinico die Hand Mr. Duffys an ihre Wange zu führen. Der bricht – nach einer letzten "Aussprache" – die Beziehung schroff ab.
Vier Jahre später liest er in der Zeitung, dass Mrs Sinico von einem Zug tödlich überfahren wurde: ein betrüblicher Fall. Mr. Sinico teilt der Presse mit, dass seine Frau vor zwei Jahren merkwürdig wurde; die Tochter berichtet, sie hätte getrunken.
Zunächst beglückwünscht sich Mr. Duffy, dass er sich von Mrs. Sinico ferngehalten hat. Dann wird im klar ("epiphany"), dass er vielleicht nicht schuldlos an der Entwicklung war. Er versinkt in stiller Einsamkeit: ein betrüblicher Fall.
Text online: Literature Network
PainfulWikipedia
Joyce Anfang

Ivy Day in the Committee Room [Efeutag im Sitzungszimmer]


Joyce Anfang

A Mother [Eine Mutter]


Joyce Anfang

Grace [Gnade]


Joyce Anfang

The Dead [Die Toten]


Joyce Anfang

Links
Wikipedia: JoyceDublinersJoyceDubliner
JoyceRoger B. Blumberg, Wallace Gray, Hg.: World Wide Dubliners by James Joyce
JoyceFrancesca Valente: Joyce's Dubliners as Epiphanies
JoyceDubliners von James Joyce – Project Gutenberg
JoyceDubliners study guide – mit "Summary and Analysis" jeder einzelnen Story!Dubliners
JoyceDubliners: Bibliography zu jeder einzelnen Story!
JoyceAn Analysis of Sexuality within James Joyce's Dubliners: Eveline, An Encounter, Clay
JoyceJoyce - Criticism: Dubliners & Portrait of the Artist as a Young Man
JoyceKurzgeschichtenanthologien, Kurzgeschichtensammlungen und Besprechungen dazu

Literatur
Blanco Outón, Cristina (1995): “Two Connecting Aspects Between James Joyce’s »A Little Cloud«, »Clay«, »A Painful Case« and »The Dead«”. BELLS Barcelona English Language and Literature Studies 6, S. 23-29.
Connor, Kynan D. (2006): “Allusive Mechanics in Modern and Postmodern Fiction As Suggested by James Joyce in His Novel Dubliners”. Diss. University of Nebraska, Lincoln, Nebraska.
JoyceOnline (pdf)
Ingersoll, Earl G. (1993): “The Stigma of Femininity in James Joyce’s »Eveline« and »The Boarding House«”. Studies in Short Fiction 30:4, S. 501-510.
Bei Amazon nachschauen   Bei Amazon nachschauen
Joyce JoyceJames Joyce: Dubliners. Bantam Classics, 1990. Brenda Maddox (Einleitung). Taschenbuch, 224 Seiten Joyce
James Joyce: Dubliners. Penguin Modern Classics, 2012. Taschenbuch, 368 Seiten Joyce
Joyce JoyceJames Joyce: Dubliners. Oxford: Oxford UP, 2008. Jeri Johnson, Hg. Taschenbuch, 279 Seiten Joyce
John Brannigan: York Notes on James Joyce's Dubliners. Longman 1998. Taschenbuch, 112 Seiten Joyce
Joyce JoyceJames Joyce: Dubliner. Frankfurt: Suhrkamp, 1995. Dieter E. Zimmer, Übs. Taschenbuch, 240 Seiten Joyce
James Joyce: Dubliner. DTV, 2012. Harald Raykowski, Übs. Taschenbuch, 256 Seiten Joyce
Joyce JoyceJames Joyce: Dubliner. Stuttgart: Reclam, 2012. Harald Beck, Übs. Taschenbuch, 300 Seiten Joyce
James Joyce: Dubliner. Stuttgart: Reclam, 1995. Willi Erzgräber (Nachwort), Harald Beck (Herausgeber, Übersetzer). Taschenbuch, 339 Seiten Joyce

Joyce JoyceRosa M. Bollettieri Bosinelli, Harold Mosher, Howard Frank Mosher, Hg.: Rejoycing: New Readings of "Dubliners". University of Kentucky, 1998. Taschenbuch, 256 Seiten
 
Dubliners JoyceJohn Brannigan. Dubliners: York Notes Advanced. Pearson Education, 1998. Taschenbuch, 112 Seiten Brown
Richard Brown: James Joyce and Sexuality. Cambridge: Cambridge UP, 1988.
Taschenbuch, 224 Seiten Joyce
Culleton JoyceClaire A. Culleton: Names and Naming in Joyce. University of Wisconsin, 1994. Taschenbuch, 160 Seiten Fairhall
James Fairhall: James Joyce and the Question of History. Cambridge: Cambridge UP, 1995. Taschenbuch, 308 Seiten Joyce
Frawley
Joyce Oona Frawley, Hg.: A New and Complex Sensation: Esssays on Joyce's Dubliners: Essays on Joyce's "Dubliners". Lilliput, 2005. Taschenbuch, 251 Seiten
Norris JoyceMargot Norris: Suspicious Readings of Joyce's "Dubliners". University of Pennsylvania, 2003. Gebunden, 296 Seiten Reichert
Klaus Reichert, Fritz Senn, Dieter E. Zimmer, Hg.: Joyces Dubliner. Frankfurt: Suhrkamp, 1991. Taschenbuch, 335 Seiten Joyce
Schlossman Joyce Beryl Schlossman: Joyce's Catholic Comedy of Language. University of Wisconsin, 1985. Gebunden, 272 Seiten

Norton JoyceJames Joyce: The Dubliners. Gelesen von Jim Norton (6 von 15 Erzählungen). MP3-Download
Joyce
James Joyce: Dubliner. Hörverlag: Audio CD, 2012. Sprecher: Sylvester Groth, Peter Fricke, Brigitte Hobmeier, Paul Herwig, Thomas ThiemeJoyce
Joyce Anfang

Joyce
Email zurück zur Homepage eine Stufe zurück
© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 14.1.2020