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Hugo
Victor Hugo: Die Elenden [Les Misérables]
Roman in fünf Teilen. Anaconda, 2013. [Les Misérables] G.A. Volchert, Übs. Gebunden, 1344 Seiten
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Verfilmungen von Romanen von Victor Hugo kannte ich schon einige, aber noch keinen Roman. „Die Elenden” war also meine erste Lektüre von Hugo und zugleich mein erstes Ebook.
Victor Hugo beendete den Roman „Les Misérables” im Jahre 1852, da war der Autor 50 Jahre alt. Es ist ein Liebes– und Abenteuerroman, ganz im Stile seiner Zeit, aber der Autor verfolgt auch ein Anliegen. Er weist in der Handlung und zahlreichen Exkursionen auf das Elend der Unterschicht in Frankreich und ganz Europa hin. Die Pariser Revolution von 1832 nimmt breiten Raum ein und Hugo sympathisiert mit den Aufständischen.
Im Mittelpunkt steht Jean Valjean, der wegen eines Mundraubs zu 19 Jahren Haft verurteilt wird und wegen Fluchtversuchen noch härter bestraft wird. Bei seiner letzten erfolgreichen Flucht trifft er auf einen Bischof. Dessen grenzenlose Mitmenschlichkeit wird zu Jeans Schlüsselerlebnis. Er siedelt sich unter falschem Namen an, hat Erfolg und wird sogar Bürgermeister. Er rettet das Kind Cosette aus dem Elend. Sie wird sein großer Lebensinhalt. Um einen Unschuldigen – der als Jean Valjean verurteilt werden soll – zu retten gibt er alles auf. Der ihn seit seiner Flucht verfolgende Inspektor Javert nimmt seine Spur wieder auf und es beginnt ein jahrelanges Katz– und Mausspiel, dass sich bis zum Juniaufstand von 1832 hinzieht.
Wichtig sind dem Autor soziale, juristische und ethische  Fragen. Auch Probleme der zwischenmenschlichen Kommunikation werden behandelt. Bei diesen muss man sich auf die Verhältnisse der Zeit einlassen um sie voll zu verstehen und zu würdigen.
Neben der spannenden Handlung erfahren die Leser viel über die französische Gesellschaft jener Zeit, hauptsächlich aus der Sicht der kleinen Leute, der Armen und der Ganoven.
Wie später Leo Tolstoi (z.B. in Anna Karenina; 1873 bis 1878) und Herman Melville in Moby Dick (1851) schiebt auch Hugo lange Monologe seiner Protagonisten und Exkurse ein.  Die seitenlangen Beschreibungen der Schlacht von Waterloo und des Pariser Kanalisationssystems kann man getrost überspringen. In vielen Übersetzungen werden sie sogar gekürzt, nicht so im Ebook. Hier fehlt nur die sehr schlecht übersetzbare Abhandlung über die französische Gaunersprache.
Die Elenden
wurde in die Zeit-Bibliothek der 100 Bücher aufgenommen.
Wer es versteht die Spreu (eben jene Monologe und Exkursionen) vom Weizen zu trennen, dem kann die Lektüre von Die Elenden empfohlen werden.
Links
HugoDie Elenden
HugoText online Projekt Gutenberg
HugoThomas Franz: Kurze Inhaltsbeschreibung & Kritik
HugoHanns Grössel: Victor Hugo: Die Elenden, Zeit Online, 18. Mai 1979
HugoHerman Melville: Moby-Dick or, The Whale
HugoLeo N. Tolstoi: Anna Karenina
HugoZeit-Bibliothek der 100 Bücher
Literatur
Hans Mayer:  Les Misérables. In Kindlers Literatur Lexikon im dtv. Band 8 M, N. München: dtv, 1986. S. 6350-6351
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Hugo HugoVictor Hugo: Die Elenden. Roman in fünf Teilen. Anaconda, 2013. [Les Misérables] G.A. Volchert, Übs. Gebunden, 1344 Seiten Hugo
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