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Balzac
Honoré de Balzac: Albert Savarus
in: Albert Savarus. Die menschliche Komödie II. btb, 1998. Broschiert. 1177 Seiten

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Der Roman trägt im Titel den Namen des Opfers. Die Strippenzieherin dagegen ist Rosalie de Watteville aus Besancon. Zu Beginn des Romans ist sie – glaube ich – 17 Jahre alt und wird erregt durch den seltsamen Anwalt Albert Savarus, der sich eines Tages neben dem Anwesen ihrer Eltern einnistet. Sein Plan ist es  wenn ich es richtig verstanden haben, als Anwalt in der Provinz groß raus zu kommen und dann als Abgeordneter gewählt zu werden.
Im Hintergrund steht Savarus Verlangen eine adelige Italienerin zu beeindrucken und zu gewinnen.
Doch es läuft einiges quer.
Mademoiselle de Watteville fängt die Briefe von und an Albert ab und spielt Schicksal, das sich aber nicht so verhält, wie sie es erhoffte.
Mehrmals wird auf ihren teuflischen Charakter hingewiesen. Ihre eigene Mutter bekennt schon eingangs, dass in ihr „mehr als nur ein Beelzebub” stecke (S. 20). Später hatte Vielschreiber Balzac das wohl schon vergessen. Der Mutter wird es erst bewußt, „Dass in ihrer Tochter ein  Keim von Bosheit sein Unwesen treibe” (S. 119). Der Generalvikar erklärt Rosalie gar zum Satan (S. 128).
Trotz allem kam Rosalie bei mir bis kurz vom Ende des Romans garnicht so schlecht an. Aber das Brechen des Briefgeheimnisses war wirklich verwerflich und hatte satanische Folgen.
Am Ende heiratet die Italienerin einen anderen und Savarus geht ins Kloster.
Das Verhältnis zwischen Albert und der italienischen Francesca wird durch die Binnenerzählung „Der Ehrgeizige aus Liebe” (S. 37–70) eingeführt. Diese wird von Balzac geschickt eingeführt und so gestaltet, dass Rosalie diese Erzählung liest.
Geld, Grundbesitz und sonstiges Vermögen spielt eine überragende Rolle, nicht nur in diesem Roman Balzacs. Durch fünfzehntausend Francs Mitgift werden die Gesetze der Optik aufgehoben und auch eine Häßliche kommt unter die Haube (S. 71-72). Das Geld hat hier also die Funktion, die in Bayern ein paar Maß Bier haben.
Von einigen Längen in den Briefen. die reichlich hin und her wandern, abgesehen, gelang Balzac mit Albert Savarus eine umwerfende Geschichte.

Albert Savarus finden die Leserinnen im Band 1 der zwölfteiligen btb-Reihe »Die Menschliche Komödie«, S. 7 – 140.

Links
balzacHonoré de Balzac: Werksübersicht »Comédie humaine« (»Menschliche Komödie«)
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Literatur
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Balzac BalzacHonore de Balzac: Albert Savarus. Die menschliche Komödie II. btb, 1998. Broschiert. 1177 Seiten

Titelbild: Camille Pissaro: Die Postkutsche

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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 9. Dezember 2020