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Ammaniti
Niccolò Ammaniti: Die Herren des Hügels
[Io non ho paura] München: Bertelsmann, 2003. Ulrich Hartmann, Übs. Gebunden, 252 Seiten
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Fünf Häuser in Acqua Traverse, einem heißen abgeschiedenen italienischen Dorf und die landwirtschaftliche Umgebung sind der Kosmos der Kinder.  Bei einem Spiel muss einen Hügel hinaufgerannt werden. Michele Amitrano, der neunjährige Ich-Erzähler, übernimmt kavalierhaft die Rolle des Verlierers und macht ein makabre Entdeckung.
Ammaniti stellt die dörfliche patriachale Struktur, in der Disziplin zählt (siehe Niccolò Vergleichsliteratur) und körperliche Strafen noch üblich sind, gut dar. Michele erkennt zunächst nicht, um was es geht. Er ist zu jung und naiv. Als er dann doch die Tragweite seiner Entdeckung wahrnimmt, steht er schon mitten in einem harten moralischen Konflikt (das merkt ausnahmsweise nur der Leser). Gehorsam, Versprechen, Familientreue oder Humanität?
Geschickt vermeidet Ammaniti die Klippen »reiner Thriller« (obwohl es stellenweise "thrillt") und »David gegen Lokalmafia«.
Am Ende spitzt es der Autor vielleicht zu krass zu, wartet aber noch mit einem tollen, für mich überraschenden und gut passenden Schluss auf.
Ammaniti bringt in seinem Roman etliche unterschiedliche Kinder unter. Hervorragend. Die Dramen und Beziehungen zwischen ihnen passen. Insgesamt scheint mir Die Herren des Hügels eine Jugendausgabe – bestens für Erwachsene geeignet – von Spies (siehe Niccolò Vergleichsliteratur).
Sehr empfehlenswert.
Verfilmung
Ich habe keine Angst
Darsteller: Adriana Conserva (Barbara), Fabio Tetta (Teschio), Giulia Matturo (Maria), Giuseppe Cristiano (Michele), Mattia Di Pierro (Filippo), Stefano Biase (Salvatore)
Italien, Spanien, Grossbritannien, 2003, 105 min., Drehbuch: Niccolò Ammaniti, Francesca Marciano; Regie: Gabriele Salvatores.
Das Drehbuch war für den Edgar-Allan-Poe-Preis nominiert.
Links
Niccolò Ammaniti: ammanitiKrimi-CouchammanitiWikipedia
Rezensionen
ammanitiBrigitte Ochs: "Die Monster der Realität. Über Niccolò Ammanitis neuen Roman »Die Herren des Hügels«". Literaturkritik 6, Juni 2003
ammanitiTorsten Seewitz, Fragmentum 10.03.2003
ammanitiEva Maria Vogel, Titel-Magazin 19.02.2004
Vergleichsliteratur
Ein "Gegenentwurf" ammaniti: Bernhard Bueb: Lob der Disziplin: Eine Streitschrift – bei ammanitiamazon
Niccolò Michael Frayn: Spies [deutsch: Das Spionagespiel]
Niccolò Henning Mankell: Der Chronist der Winde
Literatur
Olaf Grabienski (2003): "»Cazzo che elettroshock!« Die Erzählungen Niccolò Ammanitis". In: Italienische Erzählliteratur der Achtziger und Neunziger Jahreammanitionline (pdf)
ammaniti AmmanitiNiccolò Ammaniti: Die Herren des Hügels. München: Bertelsmann, 2003. Ulrich Hartmann, Übs. Gebunden, 252 Seiten
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 19.3.2009