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Maurensig
Paolo Maurensig: Die Lüneburg-Variante
[La variante di Lüneburg]. Frankfurt: Insel, 1993. 212 Seiten.Irmela Arnsperger, Übs. – Maurensig LinksMaurensig Literatur
In meiner aktiven Schachzeit war Die Lüneburg-Variante eine Muß-Lektüre. Nachdem ich bei Spiegelkanon vom selben Autor stark an diesen Roman zurückerinnert wurde, las ich ihn nochmals.
Schon in seinem Romanerstling Die Lüneburg-Variante erprobte Maurensig die dreifach geschachtelte Erzählung. Der Wiener Geschäftsmann Dieter Frisch wird tot aufgefunden. Der Erzähler führt sein recht durch organisiertes Leben zwischen München und Wien vor. Während der wöchentlichen Zugfahrt wird Schach gespielt. Die Lüneburg-Variante steht zur Debatte. Da schließt sich eines Abends ein junger Zuschauer an und erzählt die dritte "russische Puppe": eine Kindheit vor und während des 2. Weltkriegs und eine schachliche Rivalität die sich zu einer menschlichen ausweitet.
Das ist alles recht zuverlässig und bieder erzählt. Durch die dreistufige Erzählung verliert der Kurzroman an Lebendigkeit. Da manches nicht ganz schachgerecht (und historisch korrekt) geschildert wird entsteht beim Schachlaien ein nicht ganz zutreffender Eindruck. Aber was soll's: insgesamt gut zu lesen.
Jörg Seidel gibt auf Meta-Chess ausführliche, gut begründete Rezension, die auf viele Schwachstellen von Die Lüneburg-Variante hinweist, wenn ich auch der Grundannahme: "Extremerfahrungen ... verlangen entweder den vollkommenen Meister oder den authentischen Zeugen" nicht ganz zustimme. Seidel greift da besonders die Verabreitung des Zeitgeschehens im innersten Erzählstrang an. Zurecht. Maurensig zeigt sich auch beim Schach nicht auf voller Höhe; trotzdem ist Die Lüneburg-Variante als Schachroman und als psychologischer Krimi brauchbar.
Paolo Maurensig
* 1943 Görz / Gorizia (Hauptstadt der gleichnamigen Provinz in der Region Friaul-Julisch-Venetien), lebt(e) als Handelsvertreter bei Udine.
1993 La variante di Luneburg (Die Lüneburg-Variante)
1996 Canone inverso (Spiegelkanon)
1997 L' ombra e la meridiana (Der Schatten und die Sonnenuhr)
1998 Venere lesa (Sommerspiel)
2001 L'Uomo Scarlatto
Links
Maurensigla bibliografia
MaurensigPaolo Maurensig: Spiegelkanon
Maurensig Schach in der Literatur
Rezensionen
MaurensigBibliothek BHAK & BHAS Bludenz
MaurensigUlrich Karger: buechernachlese
MaurensigNils Müller: Die kritische Seite
MaurensigJörg Seidel: Meta-Chess 03.06.2004
MaurensigReinhold Stansich: "Unfassbar"
Literatur
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Maurensig   MaurensigPaolo Maurensig: Die Lüneburg-Variante. Frankfurt: Suhrkamp, 1998. Broschiert, 212 Seiten. 4. Aufl. Maurensig
Paolo Maurensig: Die Lüneburg-Variante. München: Heyne, 2002. Diana-Taschenbücher, Nr.50. Broschiert: 188 Seiten Maurensig
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