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Samokovlija
Isak Samokovlija: Der Jude, der am Sabbat nicht betet. Erzählungen
Frankfurt am Main: Edition Büchergilde, 2018. Gebunden, 314 Seiten. Nachwort von Dzevand Karahasan
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In der lobenswerten Reihe "Weltlese", herausgegeben von Ilja Trojanow, werden lesenswerte, meist unbekannte Autoren aus aller Welt einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Der Autor Isak Samokovlija ist im Band Der Jude, der am Sabbat nicht betet mit acht Erzählungen vertreten.
Das Genre Erzählungen oder Kurzgeschichten hat es in Deutschland sonderbarerweise immer noch hart. Allen, die bei diesem Genre zu schnell abwinken, sage ich: viele der acht Erzählungen sind knapp gefasste Lebensromane.
Der Band enthält die folgenden Erzählungen:
  • Der Jude, der am Sabbat nicht betet
  • Der Lastenträger Samuel
  • Simha
  • Die Drina
  • Die rote Dahlie
  • Davokas Geschichte von Jahijels Aufbegehren
  • Davokas Geschichte von der reinen Wahrheit
  • Hanka
Stellvertretend für die anderen Erzählungen erläutere ich kurz „Der Lastenträger Samuel”.
Das Mädchen Saruca wächst in einer großen Familie auf und hat zunächst noch Träume für ihr weiteres Leben. Doch der frühe Tod ihrer Mutter macht einen Strich durch die Rechnung. Ab jetzt geht es um das halbwegs erträgliche Leben. Auch Lastenträger Samuel hat schlechte Startbedingungen. Durch die angepeilte Verheiratung mit Saruca wagt auch er zu träumen. Sie heiraten, aber werden weiter rackern müssen.
Der kleine Roman erzählt auf wenigen Seiten die Geschichte der beiden jungen Menschen und ihrer Verwandten, die ihrem Milieu nicht entrinnen können.
Die darauf folgende Erzählung „Simha” bringt mein Urteil (knapp gefasste Romane) noch mehr auf den Punkt.
Eigentlich geht es um Rafael Macoro, den Schuster, ...
Aber ich wollte nicht jede Erzählung hier einzeln würdigen. Selbst lesen!
Einzig „Die Drina” sagte mir nicht so zu, obwohl auch diese Erzählung ihre starken Stellen hat. Gemäß ihrem Titel geht es nicht um Menschen pars pro toto, die um ihre Zukunft bangen und kämpfen, sondern um alles Mögliche rund um den Fluss Drina.
Das Glossar erläutert wichtige Ausdrücke, die uns nicht geläufig sind, ist aber lückenhaft. Die „Opanken” (S. 114) fand ich dort nicht.
„Opanken”:  Schuh ohne Brandsohle und Absatz.
Isak Samokovlija (1889 – 1955) wurde von Ivo Andric mit Anton Tschechow verglichen. Mir fiel beim Lesen auch Wladimir Korolenko ein.
Acht Liebes– und Lebenserzählungen, die es wert sind dem Vergessen entrissen zu werden.
Sehr zu empfehlen.
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