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Wilhelm Busch Beschränkt
Wilhelm Busch: Beschränkt
Aus: Zu guter Letzt, 1904. 15.4. 1832 Wiedensahl (bei Stadthagen) – 9.1. 1908 Mechtshausen (heute: Seesen)
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Beschränkt Textvariante
Halt dein Rößlein nur im Zügel,
Kommst ja doch nicht allzu weit.
Hinter jedem neuen Hügel
Dehnt sich die Unendlichkeit.

Nenne niemand dumm und säumig,
Der das Nächste recht bedenkt.
Ach, die Welt ist so geräumig,
Und der Kopf ist so beschränkt!
Halt dein Rößlein nur im Zügel,
kommst ja doch nicht allzuweit.
Hinter jedem neuen Hügel
dehnt sich die Unendlichkeit.
Nenne niemand dumm und säumig,
der das Nächste recht bedenkt.
Ach, die Welt ist so geräumig,
und der Kopf ist so beschränkt.
Wilhelm Busch: Zwiefach sind die Phantasien. Leipzig 1988
Wie Immanuel Kant kam auch Wilhelm Busch nur selten aus seiner Heimatgegend heraus. Sein kleines zweistrophiges Gedicht Beschränkt enthält die Mahnung, solche Leute wie ihn, nicht zu miß- oder gar verachten.
Die erste Strophe bezieht sich auf den Leser des Gedichts. Man kann es als "Schuster, bleib bei deinem Leisten" (busch Zitate) verstehen, jedoch auch viel allgemeiner: das Fragen nutzt nicht viel, da jede Antwort viele neue Fragen gebiert. Man darf die Strophe aber nicht mißverstehen, überhaupt nicht zu fragen. Die erste Zeile sagt, der Wissensdrang soll gezügelt werden, also nicht endlos durchgaloppieren, aber durchaus in die richtigen Bahnen gelenkt werden.
Die zweite Strophe hat mindestens zwei Bedeutungen. Es ermahnt den Leser in seiner Beziehung zu anderen urteilsmäßig vorsichtig zu sein. Man könnte jemand kritisieren, weil er sein Leben lang in Könisberg blieb und hätte eines der größten deutschen Genies verkannt. Es weist auch darauf hin, daß in der Welt Platz für alle (Ansichten) sein soll. Niemand hat die Weisheit oder gar die Wahrheit gepachtet. Man soll dem anderen nicht Dummheit unterstellen (principle of charity).
Mit der Geräumigkeit der Welt beschäftigte sich Wilhelm Busch auch in seinen malerischen Arbeiten.
Wilhelm Busch, 15.4. 1832 Wiedensahl (bei Stadthagen und Hannover) – 9.1. 1908 Mechtshausen (heute: Seesen) , Maler, Zeichner und Dichter, wird oft auf sein geniales "Max und Moritz" reduziert. Dabei schuf er Gedankenlyrik, Prosa (Eduards Traum, 1891; Der Schmetterling, 1895) und viele Zeichnungen und Gemälde. Den größten Teil seines Lebens verbrachte Busch in der Region von Wiedensahl und Mechsthausen.
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Wilhelm Busch BuschWilhelm Busch: Gedichte. Theo Schlee, Hg. Frankfurt: Insel, 1999. Broschiert, 200 Seiten Wilhelm Busch
Wilhelm Busch: Gesamtwerk. 10 Bde. Tosa 2002. Gebunden Busch

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