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Ludwig Christoph Heinrich Hölty Aufmunterung zur Freude
Ludwig Christoph Heinrich Hölty "Aufmunterung zur Freude"
21.12. 1748 Mariensee (heute zu Neustadt am Rübenberge) – 1.9. 1776 Hannover – AutorLinksLiteratur
Wer wollte sich mit Grillen plagen,
Solang uns Lenz und Jugend blühn;
Wer wollt in seinen Blütentagen
Die Stirn in düstre Falten ziehn?

Die Freude winkt auf allen Wegen,
Die durch dies Pilgerleben gehn;
Sie bringt uns selbst den Kranz entgegen,
Wann wir am Scheidewege stehn!

Noch rinnt und rauscht die Wiesenquelle,
Noch ist die Laube kühl und grün,
Noch scheint der liebe Mond so helle,
Wie er durch Adams Bäume schien!

Noch macht der Saft der Purpurtraube
Des Menschen krankes Herz gesund,
Noch schmeckt in der Abendlaube
Der Kuß auf einen roten Mund!

Noch tönt der Busch voll Nachtigallen
Dem Jüngling hohe Wonne zu,
Noch strömt, wenn ihre Lieder schallen,
Selbst in zerrißne Seelen Ruh!

O wunderschön ist Gottes Erde
Und wert, darauf vergnügt zu sein!
Drum will ich, bis ich Asche werde,
Mich dieser schönen Erde freun!
Gedicht von 1776. Vertont von Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Anton Hoffmeister (1754 – 1812), Conradin Kreutzer (1780 – 1849)
Mehrfach zitiert, z. B. Johann Heinrich Voss. Luise:
Sie umschauten die weithin lachende Landschaft,
Plauderten viel, und sangen empfundene Lieder von Stolberg,
Bürger und Hagedorn, von Claudius, Gleim und Jacobi;
Sangen: «O wunderschön ist Gottes Erde!» mit Hölty, ...
In Jean Paul. Leben des vergnügten Schulmeisterlein Maria Wutz. Eine Art Idylle wird die letzte Strophe des Gedichts zitiert.
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Ludwig Christoph Heinrich Hölty
21.12.1748 Mariensee (heute: Neustadt am Rübenberge) – 1.9. 1776 Hannover
Hölty war Sohne eines Predigers und besucht ab 1765 das Gymnasium in Celle, ab 1979 Studium der Theologie in Göttingen. Dann arbeitete er als Hausleher und Übersetzer aus dem Englischen, Spanischen und Italienischen.
Er gründete am 12.9.1772 bei Göttingen mit fünf anderen dichtenden Studenten den Göttinger Hain. Hölty schrieb stimmungsvolle, schwermütige Gedichte, beispielsweise »Üb immer Treu und Redlichkeit«. Er gilt (zusammen mit Gottfried August Bürger) als Begründer der neueren deutschen Balladendichtung. Aufgrund einer Lugentuberkulose stirbt Hölty schon sehr jung.
Links
Ludwig Christoph Heinrich Hölty Aufmunterung zur FreudeLutz Hagestedt: Früh vollendet, spät ediert. Eine sympathische Studienausgabe von Höltys Werken
HöltyW. Vocke: Ludwig Heinrich Christoph Hölty
HöltyLiTLiNks: Ludwig Christoph Heinrich Hölty
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hölty Ludwig Christoph Heinrich Hölty. Gesammelte Werke und Briefe. Kritische Studienausgabe. Herausgegeben von Walter Hettche. Göttingen: Wallstein, 1998. 598 Seiten
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Ludwig Christoph Heinrich Hölty Aufmunterung zur Freude
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