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Krepinsky
Karsten Krepinsky: Spreeblut. Thriller
Independently, 2017. Taschenbuch, 201 Seiten – Karsten LinksKarsten Literatur
Im Thriller Spreeblut jagen Ana und Jan ein skurriles Monster. Schauplatz ist das heutige Berlin.
Ana ist eine Ukrainierin, die mit Francois, einem menschlichen Monster, verheiratet ist. Jan hat vor ungefähr 15 Jahren seine Freundin auf mysteriöse Weise verloren. Bei der Suche stößt er im Laufe der Jahre auf eine merkwürdige Serie. Jeweils im Frühjahr verschwindet in Berlin eine junge Frau ohne Spuren zu hinterlassen. Jan meint ein örtliches Muster zu erkennen. Die Polizei legt die Fälle ad acta und erkennt die Muster nicht.
Der Prolog stimmt die Leser auf Horror und Fantasy ein: „Ich bin 163 Jahre alt. Zumindest ist das die Anzahl der Morde, an die ich mich erinnere. Für jedes Jahr ein Menschenleben.” Die Leser werden auf die handlung gut vorbereitet und erkennen im Laufe der Lektüre, dass der Kampf Mensch gegen Monster ein ungleicher ist.
Trotzdem siegt in Spreeblut – erwartbar – das Verfolgerpaar Ana und Jan. Die spannenden Fragen in Konstellationen dieser Art ist seit Dracula: Wieviel Unheil richtet das Monster noch an, bevor es gefasst wird? Wie bringt der Mensch das Monster zur Strecke? Diese Fragen kennt der Autor und er gestaltet die Antwort mit reichlich Berliner Lokalkolorit und weitgehend nachvollziehbar.
Freilich beschreibt Karsten Krepinsky für meinen Geschmack den körperlichen Kampf zu pedantisch. Das scheint er dem Genre „Thriller” schuldig zu sein und ich habe wieder einen konkreten Grund, warum ich diese ausführlichen Actionbeschreibungen nicht mag. Der intellektuelle Schlagabtausch beim Katz– und Mausspiel hätte mir genügt.
Krepinsky will Thriller, Horror, Action und Krimi bedienen. Das gelingt ihm nur teilweise. Die Personen mit Ausnahme von Jan erscheinen mir zu schablonenhaft. Das sich Ana trotz Gewalt, Erniedrigung und Entwürdigung von ihrem schwerreichen Francois nicht trennen will, wird einigermaßen begründet. Doch mit Francois‘ Geliebte Frederike, die sich der Gewalt ebenso fügt, überzieht der Autor. Beim Sex drückt er Frederike die Kehle zu, „bis sie keine Luft mehr bekam” (Anfang Kap. 13). Frederike bucht das als Versehen ab!?
Der Klappentext kündigt an: „Das Grauen ist eingekehrt in Berlin, doch niemand scheint es zu bemerken” und beschreibt damit ein weiteres Manko des Romans: das Grauen, das niemand bemerkt ist keines. Nur Jan und pensionierter Kriminaler ahnen es.
Stilistisch ist wenig zu tadeln und deshalb liest man – einige Längen überbrückend – den Thriller locker. Die Konstellation „Jahrhundertealtes Monster wird heute gestellt und vernichtet” bietet jedoch wenig Neues. Empfehlen kann man den Thriller nur Leuten, die noch wenig aus dem Genre kennen oder dem Actionthriller verfallen sind.
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 8.9.2017