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Winterfeld
Henry Winterfeld: Caius, der Lausbub aus dem alten Rom. Alle Abenteuer in einem Band
München: Blanvalet, 1979. Gebunden, 478 Seiten – Henry LinksHenry Literatur
Caius ist ein Dummkopf
erschien zum ersten Mal 1953 im Blanvalet Verlag. Das englische Detectives and Togas ist eine Übersetzung. Winterfeld schrieb auf deutsch.
Bei Ausgrabungen in Pompeji wurde 1936 das Graffiti "CAIUS ASINUS EST" freigelegt, so der Autor in einem Vorwort (dieses Vorwort ist nicht im Sammelband, München: Blanvalet, 1979). Das inspirierte Henry Winderfeld zu diesem flotten historischen Kinderkrimi.
»Caius ist ein Dummkopf« steht eines Morgens am Minervatempel. Diese Schändung erfordert drakonische Bestrafung. Alles deutet auf Rufus, einen Schüler der privilegierten Xanthosschule hin. Er wird verhaftet und ins Gefängnis gesteckt. Seinen  sechs Schulkameraden wollen seine Unschuld beweisen. 
Die Abenteuerkette beginnt sich abzurollen.
Caius ist ein Dummkopf ist in vielerlei Hinsicht nicht nur ein klassischer Kriminalroman, sondern auch ein klassischer Kinderkrimi.
  • Die Kriminalhandlung setzt für heutige Verhältnisse harmlos ein: Tempelschändung durch die Bemalung »Caius ist ein Dummkopf«, weitet sich aber schnell zu Mehrfachdelikten wie den Überfall auf den Lehrer Xantippus. Die erzählte Handlung folgt stringent den Ermittlungen. Nur wenig davon wird unterwegs geklärt. Dabei weiß oder ahnt der Leser oft mehr als die jugendlichen Detektive. Am Ende besteht daher ein hoher Bedarf an Aufklärung, was zu der üblichen etwas langwierigen und unübersichtlichen Entwirrung führt, die die Leser oft verwirrt zurücklassen.
  • Wie in Kinderkrimis üblich ermittelt eine Gruppe von Kindern: Mucius, Caius, Publius, Julius, Flavius, Rufus und Antonius, unterstützt von ihrem Lehrer Xantippus. Sie treffen sich zur Besprechung der weiteren Vorgehensweise in einer Höhle. Als Kinder müssen sie es sehr geschickt anstellen um die gewünschten Informationen einzuholen: ihr Aktionsradius ist aufgrund Kindsein und Schulpflicht eingeengt.
Die gut lesbaren Kapitel enden meist überraschend und geben doch Gelegenheit die Lektüre zu unterbrechen. Die Spannung entsteht ebenfalls klassisch, da die römischen Kinder unter zeitlichem Druck stehen. Ihr Schulkamerad Rufus sitzt unschuldig im Gefängnis und alles spricht gegen ihn. Das steigert der Autor anfangs, so dass jeder der Kinder, aber auch die Leser von Rufus' Schuld überzeugt sein müssen. Trotzdem sich die Kinder oft in heikle Lagen bringen endet das Abenteuer natürlich zum Allerbesten.
Man wird kein Geschichtsbuch erwarten, trotzdem beschreibt Winderfeld so nebenher einiges vom Leben bevorzugter Söhne im Rom jener Zeit. Die genaue Zeit der Handlung wurde mir nicht klar, sicher haben dazu Literaturwissenschaftler und Historiker einiges herausgefunden. Die Nachrichtenübermittlung und das Auffinden neuer Nachrichten für die tägliche Veröffentlichung am Marktplatz wird beispielsweise mehrfach überzeugend geschildert. Interessant ist eine Episode, in der die verwöhnten Söhne von reichen Römern ein Mietshaus mit ganz gewöhnlichen Leuten aufsuchen. Es bleibt aber bei diesem kurzen Intermezzo mit den Millionen Nicht-Privilegierten zur damaligen Zeit.
Der Sammelband enthält ein erklärendes Wörterverzeichnis von Achilles bis Zyklop.
Mich erstaunt, dass ich diesem Kinderbuchklassiker in den 50-er Jahren nie begegnetet bin.

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Rutenfranz, Maria (2009): "Caius und die Detektive. Antikenkrimis für Kinder und Jugendlichen auf dem Buchmarkt". In: Kai Brodersen, Hg.: Crimina: Die Antike im modernen Kriminalroman. Heidelberg: Antike, 2009, S. 31–46
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