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Schulz
Hermann Schulz: Der silberne Jaguar
Hamburg: Carlsen, 2007. Gebunden, 180 Seiten – Schulz LinksSchulz Literatur
Im amnesty journal 1/2008, S. 38, fand ich eine lobende Besprechung zu Hermann Schulz: Der silberne Jaguar. Darauf las ich sein Auf dem Strom (Schulz Links) und war begeistert. Der silberne Jaguar ist gut, doch nicht so rundum wie Auf dem Strom.
Rufus Flint soll seine Tante nach Belarus (=Weißrussland, siehe Schulz Links) begleiten. Josephine Flint pflegt Kontakte zu Tschernobyl-Geschädigten und möchte für Ala Matwenko einen Rollstuhl auf die Reise mitnehmen. Rufus hat bei Lukas Wischinski an dessen Tankstelle einen Schülerjob. Zusammen mit ihm rüsten sie den gebrauchten Rollstuhl zum silbernen Jaguar um. Kein Wunder, dass er in Svetlagorsk, Belarus, die Aufmerksamkeit zahlreicher Gruppen erregt. Er wird mehrfach geklaut und weitergereicht.
Bei der Suche nach dem gestohlenen Rollstuhl lernt Rufus eine Gruppe von Studenten kennen. Dabei besonders die Studentin Jana.
Schulz erzählt routiniert. Am besten gelingen ihm die Szenen zwischen den jung Verliebten; was erstaunlich ist, da gerade diese Passagen am schwierigsten sind: Kitsch und Sentimentalität drohen, treten aber nie auf. Gekonnt, Respekt.
Doch der Plot ist – abgesehen vom absonderlichen, skurrilen Weg des Rollstuhls – zu glatt und durchsichtig. Mich störten auch die dreimalige Bezugnahme auf Zigeuner, immer im vorurteilsbehafteten Umfeld (S. 77, 129, 142). Das wurde nur angesprochen aber in keiner Weise thematisiert.
Gut eingebracht hat der Autor die Sorgen der Jugendlichen in Belarus, zwischen Angst vor den Folgen des Tschernobyl-Unfalls (»von der schwarzen Frau geküsst«) und Aufbruch in eine aussichtsreiche Zukunft. Dabei zeichnet Schulz kein Trauerbild von den Verhältnissen in dem für uns recht unbekannten Land, sondern ein wechselseitiges Bild, das mir gerade dadurch glaubwürdig vorkam.
Hermann Schulz
* 1938 in Nkalinzi, Ostafrika; verbrachte Kindheit und Jugend in Moers-Repelen
Buchhändlerlehre in Neukirchen-Vlyn
arbeitete im Bergbau und als Gedingeschlepper
bereiste u. a. Südamerika, Afrika und den Vorderen Orient
Von 1967 bis 2001 leitete Hermann Schulz den Peter Hammer Verlag in Wuppertal
SchulzLebensdaten, PublikationenSchulzWikipedia
SchulzLesePeter, Februar 2008, Sparte Jugendbuch an: Der silberne Jaguar
Insgesamt ergibt sich ein vielseitiger Blick auf Belarus. Irgendwie scheint mir aber die angesprochene Altersgruppe (beginnende Pubertät) nicht ganz stimmig mit dem glatten Ablauf (zahmer Schuldirektor, hilfsbereite Menschen überall).
Trotz dieser Einwände: ich habe es gerne gelesen und kann es empfehlen.
Links
Schulz Hermann Schulz: Auf dem Strom
SchulzKinderliteratur im Gespräch: Hermann Schulz (14.05.2002) Aus: Lesezeichen. Mitteilungen des Lesezentrums der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, 13 (2003), S.7-37
Schulz Kinder- und Jugendautoren und -bücher (Besprechungen)
Rezensionen
SchulzDeutschlandradio Kultur, Kritik (audio)
SchulzTanja Heil: "Der silberne Jaguar: Reise in eine geheimnisvolle Welt", 28.09.2007
Zwei Besprechungen von SchulzChristine Lötscher und Christine Tresch
SchulzSylvia Schwab: "Mit dem Rollstuhl in die Freiheit", dradio 4.10.2007
SchulzMusenblätter

SchulzBelarus=Weißrussland
SchulzKatastrophe von Tschernobyl
Literatur
SchulzWera Reusch (2008): "Eine Liebe in Svetlagorsk". amnesty journal 1, S. 38 – Schulz2. online Quelle
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schulz Schulz Hermann Schulz: Der silberne Jaguar. Hamburg: Carlsen, 2007. Gebunden, 180 Seiten

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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 1.3.2008