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Gerd Meiser: Das Geheimnis des Kapuzenmanns: Eine Novelle aus napoleonischer Zeit
Saarbrücken: Conte, 2012. Broschiert, 212 Seiten – Gerd LinksGerd Literatur
Wer meint, ganz früher war es besser, wird mit diesem historischen Roman aus der Zeit um 1815 auf unterhaltsame Weise belehrt.
Nach 22 Söldnerjahren kehrt Wilhelm Mohr in seine Heimatstadt Neunkirchen zurück. Schon damals war das Wiedereinfinden des Heimkehrers ins zivile Leben unterschätzt. Wilhelm hat es nicht leicht, obwohl er ziemlich schnell Arbeit bekommt. In Neunkirchen gibt es neben einem opportunistischen Bürgermeister Industrielle, die ein neues Zeitalter verkörpern. Sie bieten Arbeit und nur dadurch können viele Familien überleben.
Noch schwerer fällt die Wiedereingliederung jemand anders: dem Kapuzenmann. Mit seinem Auftauchen gewinnt die behagliche Erzählung an Dynamik. Mit der Lüftung des Geheimnis um den Kapuzenmann treten weitere Probleme auf.
Die Erzählung schildert die Wirren der napoleonischen Zeit in einer Region zwischen Frankreich und deutschen Ländern eindringlich. Den historisch-sozialen Kontext baut der Autor in der ersten Hälfte für mein Empfinden zu breit aus. Da bekommen viele Bürger eine Stimme, während die Leser auf den Kapuzenmann warten. Noch einmal verlangsamt der Autor: er läßt die Veteranen sich gegenseitig Kriegserlebnisse erzählen. Ob die Kritik am Klerus in jener Zeit bereits von den Aufklärern vom Volk übernommen worden war, kann man bezweifeln. Wilhelm nimmt man sie ab. Er hat auf den Schlachtfeldern weder Gott noch die Pfaffen, die vorher die Waffen gesegnet hatten, gesehen. Mit der Kirche hat er nichts mehr am Hut.
Nach der zupackenden Heimkehr des Wilhelm Mohr liest man sich durch viele Seiten, die das Umfeld kenntnisreich beschreiben. Schach von Wuthenow von Theodor Fontane spielt etwa zur selben Zeit. Es thematisert die Probleme der gehobenen Schicht. Meiser widmet sich der Unterschicht, die unter den jahrhundertelangen Kriegen und Ausbeutung durch den Adel zerrieben wurde. Noch ahnt sie nicht, dass sie das industrielle Proletariat des 19. Jahrhunderts sein wird. Der Autor läßt es für uns schon anklingen. Er beendet aber seine Erzählung noch mit einem Hoffnungsschimmer. Für historisch Interessierte ist Das Geheimnis des Kapuzenmanns eine lohnende Lektüre.
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Meiser Theodor Fontane: Schach von Wuthenow
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Meiser MeiserGerd Meiser: Das Geheimnis des Kapuzenmanns: Eine Novelle aus napoleonischer Zeit. Saarbrücken: Conte, 2012. Broschiert, 212 Seiten
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