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Stephan Valentin: Weiße Eichen
Heidelberg: Pfefferkorn, 2007. 141 Seiten – valentin Linksvalentin Literatur
Dieser zweite Roman Stephan Valentins ist aus mehreren Gründen bemerkens- und lesenswert:
  • er ist kein (verkorkster) Versuch, den Erfolg des Romanerstlings nachzuahmen oder zwangsweise zu übertreffen; obwohl Valentin seinem Stil im Kern treu bleibt, ist Weiße Eichen etwas völlig Neues und überraschend, unabhängig davon, ob man den Romanerstling kennt oder nicht.
  • nichts mit Natur, wie der Titel vermuten läßt; Valentin führt einige Personen vor (das durchaus wörtlich) und läßt ein paar Erzählstränge zusammenlaufen; andere bleiben offen: man mag es bedauern oder schätzen.
  • Valentin läßt sich nicht von der Geschwätzigkeit von (früher auch von mir geschätzten) Autoren mitreissen.
In extrem kurzen Kapiteln treten Menschen auf, die zunächst wenig gemeinsam haben, deren Leben sich aber weniger Stunden kreuzen. Und etwas haben die meisten doch gemeinsam: sie sind alle ziemlich kaputt oder werden es von den anderen gemacht. Jede Person steht in mehreren Kapiteln im Fokus; je mehr man liest, desto mehr kann man mit dem Vorherigen verbinden oder neue Entwicklungen ahnen (die sich meist anders entwickeln).
Vielleicht läßt der Autor aber zuviel offen, vielleicht sind die Kapitel zu skizzenartig: die Lektüre ist anregend, überraschend und kurzweilig; größeren Nachhall empfinde ich nicht.
Die einzige Person, die mir nicht deformiert vorkam, war die Kindergärtnerin July (S. 63). Das liegt daran, dass sie nur kurz auftauchte und den Vornamen der Managerin des Verlags hat (vermute ich Valentin).
Die Einteilung in zwei Teile (2. Teil ab S. 61) blieb mir verborgen; ähnlich wie der Titel Weiße Eichen. Vielleicht sind damit die Objekte, Personen oder Schicksalsschläge gemeint, die die Romanpersonen aus der Bahn werfen, ähnlich wie die weißen Eichen das rasende Auto ablenken (S. 124). Oder ist es gar eine Anspielung auf die weißen Elefanten in "Hills Like White Elephants" (siehe valentin Links)? Zwei Punkte kann ich anführen: auch in Weiße Eichen geht es um kaputte (Liebes)Beziehungen und Valentin schreibt noch knapper als der Altmeister der Short Story.
Valentin
Autor Stephan Valentin
Mit freundlicher Genehmigung
Valentin zeigt eine (für mich) neue literarische Methode mittels extrem kleiner Mosaiksteine zahlreiche Schicksale in die Scheinwerfer zu bringen. Etwas mehr Ausleuchtung hätte ich mir gewünscht.
Links
Rezensionen
Valentin Agnes Koblenzer: "Episoden-Puzzle zum Abtauchen", literaturkritik.de 2, 2007
Valentin Ennka: Shakespeare and more, 4.3.2007
Valentin SWO: "Kurze Wege - oder warum Schwule die besseren Menschen ...", 1. 3.2007
Valentin Stephan Valentin
ValentinVerlag Pefferkorn
valentin Stephan Valentin: Der Ameisenfeind
valentin Ernest Hemingway: "Hills Like White Elephants"
Literatur
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EichenValentinStephan Valentin: Weiße Eichen. Heidelberg: Pfefferkorn, 2007. 141 Seiten
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 27.3.2007