Email zurück zur Homepage eine Stufe zurück
Spoerl
Heinrich Spoerl: Wenn wir alle Engel wären
In: Heinrich Spoerls Gesammelte Werke. Stuttgart: Bücherbund [1963]. S. 202-272 – Spoerl LinksSpoerl Literatur
Heinrich Spoerl war von 1919 bis 1937 Rechtsanwalt in Düsseldorf, versagte sich diese Tätigkeit im  NS-Regime, nahm aber nach dem Krieg von 1945 bis 1948 seine Tätigkeit als Rechtsanwalt in  Rottach-Egern wieder auf.
In zahlreichen Werken kann man dies spüren, das wäre zu wenig – ich korrigiere: spielen Gerichtsfälle eine große Rolle, so in Der Maulkorb und im Roman Wenn wir alle Engel wären.
Kanzleivorsteher (eine honorige Tätigkeit, direkt dem Bürgermeister unterstellt) Christian Kempenich besucht Verwandte in Köln und hängt eine Nacht dran um das Nachtleben rein wissenschaftlich zu erkunden. Dazu mietet er sich mit einer Dame in einem Hotel ein. Wenig später erhält er eine Anzeige wegen Prellerei der Hotelkosten und es soll auch etwas geklaut worden sein. Am Tag des Hotelbesuchs macht Hedwig, Christians Gattin, einen Moselausflug mit ihrem Gesangslehrer Enrico Falotti. Sie verpassen die Rückfahrt und Hedwig verbringt die Nacht im Koblenzer Bahnhof.
Witzig spielt Spoerl die verzwickte Situation aus.  Christian macht vieles durch mißglückte Rettungsversuche schlimmer, Hedwig behandelt die heikle Situation ebenfalls ungeschickt.
Es kommt zu einer Gerichtsverhandlung in der «Strafsache gegen Christian Kempenich und Ehefrau wegen Hoteldiebstahl».
Beide sind keine Engel, aber auch keine Ehebrecher. Durch mangelhafte Kommunikation und fehlendes Vertrauen verstricken sich die beiden immer tiefer. Die Leser sehen keinen Ausweg, doch das Autor überrascht auch damit am Ende.
Der Roman endet mit
„Wenn die Welt nur aus Tugend bestünde, dann hätten die Zeitungen nichts zu schreiben, die Zungen nichts zu reden, die Obrigkeiten nichts zu ordnen, die Krieger nichts zu kriegen, Staatsanwälte und Dichter gingen stempeln, und man stürbe vor Langeweile. Es ist erwünscht, dass jeder einmal über die Stränge schlägt – natürlich in allen Ehren, und soweit Platz vorhanden. So ist die Welt lustig, und es lässt sich darin leben!” (S. 272)
Die humorvolle Literatur mit Niveau ist in deutscher Sprache Mangelware. Hier liegt ein seltenes Exemplar dieses Genre vor. Man wird sich mit Wenn wir alle Engel wären sehr gut unterhalten.

Verfilmungen
  • 1936,  Darsteller: Heinz Rühmann, Leny Marenbach, Lotte Rausch, Harald Paulsen; Regie: Carl Froelich
  • 1956, Darsteller: Marianne Koch, Dieter Borsche, Hans Söhnker, Gustav Knuth, Erich Ponto; Regie: Günther Lüders; siehe Wenn wir alle Engel wären (1956)
Links
Spoerl Heinrich Spoerl
SpoerlGerrit: Heinrich Spoerl: Der Schlüsselloch-Leser, 26. Mai 2016
SpoerlWenn wir alle Engel wären - alle Episoden (Audio)
Literatur

Bei Amazon nachschauen   Bei Amazon nachschauen
Spoerl SpoerlHeinrich Spoerl: Die Hochzeitsreise / Wenn wir alle Engel wären: Zwei Romane in einem Band. homunculus, 2016. Gebunden, 256 Seiten
spoerl
Heinrich Spoerl: Das Beste. Wenn wir alle Engel wären / Der Maulkorb / Der Gasmann. München: Piper, 2001. Taschenbuch, 313 Seiten Spoerl
Spoerl SpoerlHeinrich Spoerl: Gesammelte Werke. München: Piper, 1966. Gebundenes Buch – 1. Januar 1966 Spoerl
Heinrich Spoerl's Gesammelte Werke. Stuttgart: Deutscher Bücherbund, 1965. Gebunden, 522 Seiten. Mit einem Nachwort von Alexander Spoerl Spoerl
SpoerlAnfang

spoerl
Email zurück zur Homepage eine Stufe zurück
© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 15.1.2019