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Herrad Schenk: Am Ende
Köln: Kiepenheuer & Witsch 1994. 189 Seiten – schenk Linksschenk Literatur
In der Reihe "Sternstunde Philosophie" wurde am Sonntag, den 19.2.2006 in 3sat "Alt und innovativ - das neue Leitprogramm des 21. Jahrhunderts?" mit dem Zürcher Altersforscher François Höpflinger und der Alterspsychologin und Autorin Herrad Schenk, Freiburg i.B. gezeigt. Beide überzeugten in der Diskussion, so dass ich in einer Bibliothek den Roman Am Ende der Autorin holte.
Es war ein guter Griff.
Die Ich-Erzählerin Elli lebt mit ihrem nach einem Schlaganfall behinderten Mann Paul zusammen. Sie mußten aus Altersgründen ihr Haus aufgeben und wohnen (die Tochter Ines meint: hausen), zusammen mit Ellis geliebten Pflanzen in einer Wohnung. Ihre Ansprüche wurden mit der Zeit (oder waren sie es immer schon? Das erfährt der Leser nicht so genau) niedirger. Nun begnügt sie sich schon damit Paul zu berühren und den Blumen beim Wachsen zuzusehen (S. 21).
Elli denkt über ihr Leben und ihre Jahre mit Paul nach. Dabei lief nicht alles glatt. Sie macht sich zahlreiche Vorwürfe. Elli idyllisiert aber auch manches (z.B. das frühere Dorfleben S. 28).
Herrad Schenk beschreibt mit großem Einfühlungsvermögen aus der Sicht der allmählich verwirrten Elli. Dazu gehört auch ihr schwieriges Verhältnis mit der Stieftochter Ines. Letztlich erkennt sich jedoch deren manchmal etwas zu uneinsichtige Einstellung als wohl gemeint an.
Der wunderbare Roman gewinnt durch die Ich-Perspektive, andrerseits verliert er dadurch an Glaubwürdigkeit. Wie kann eine Altersverwirrte ihr Fehlverhalten so genau zu Papier bringen?
Trotz dieses Einwands ist Am Ende ein sehr empfehlenswerter Roman über den letzten Lebensabschnitt bis zum Ende.
Herrad Schenk widmet im Vorsatz den Roman drei Personen, darunter Hans Paeschke (1911 – 1991; siehe schenk Literatur). Dieser, Gründer der Zeitschrift Merkur, diente anscheinend als Vorlage für den fiktiven Paul in Am Ende.
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Links
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schenkHerrad Schenk bei Perlentaucher
alter Literarisches zum Altern und Lebensabend
Literatur
Bohrer, Karl Heinz: "Hans Paeschke und der Merkur. Erinnerung und Gegenwart". Merkur - Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken 45 Heft 510/511 (1991). S. 991 - 996.
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Schenk Schenk Herrad Schenk: Am Ende. Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2006. Broschiert, 208 Seiten Schenk
Herrad Schenk: Am Ende. Köln: Kiepenheuer & Witsch, 1997. Broschiert, 188 Seiten Schenk
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