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Tucholsky
Kurt Tucholsky: Schloß Gripsholm: Eine Sommergeschichte
Frankfurt: Edition Büchergilde, 2011. Gebunden, 175 Seiten – Kurt LinksKurt Literatur
Angeregt vom Verleger Rowohlt präsentiert der Autor Tucholsky eine Ich-Erzählung eines nur teilweise unbeschwerten Urlaubs in Schweden.
Mit der Freundin Lydia, die später vom Annäherungsversuch ihres Chefs erzählt, tuckert Kurt nach Schweden und beide landen kurz darauf in Schloß Gripsholm.
Der gemächlich dahin plätschernde Urlaub erhält zwei Unterbrechungen und eine brisante Parallelhandlung. Freund Karlchen kommt zu Besuch und später Lydias Freundin Billie. Mit Billie und Lydia verbringt Kurt eine gemeinsame Nacht. Amüsiert las ich, dass diese Dreiecksepisode 1931 anrüchig war.
Während des Aufenthalts auf Schloß Gripsholm lernen Lydia und Kurt ein Mädchen kennen, das aus einem benachbarten Kinderheim ausgerissen war. Sie stellen die Heimleiterin zur Rede, doch die stellt sich stur. Da schalten sie couragiert die Mutter der Kleinen in der Schweiz ein und können das Mädchen aus dem Heim befreien.
Nur gelegentlich blitzt der Satiriker und politische Denker Tucholsky auf, so wenn es um Vaterlandstreue geht (S. 22), um den Anschluss Österreichs (S. 31; im Jahre 1931!) oder die Todesstrafe (S. 61).
Gut passend stellt Tucholsky seiner Nahurlaubserzählung ein Kurzgedicht von Theodor Storm voraus.
Wir können auch die Trompete blasen
und schmettern weithin durch das Land;
doch schreiten wir lieber in Maientagen,
wenn die Primeln blühn und die Drosseln schlagen,
still sinnend an des Baches Rand.
Auch heute könnte man in unserer erweiterten Region wunderbar Urlaub machen, statt spektakuläre Trips nach Übersee hinaus zu schmettern.
Für das heutige Lesepublikum ist die Erzählung weitgehend harmlos und ruhig stellend. Einzig der zweite Handlungsstrang mit der praktizierten Zivilcourage lohnt die Lektüre auch heute noch.
Die Neuausgabe der Büchergilde mit den passenden Zeichnungen von Hans Traxler bietet sich als ansprechendes Geschenk an.
Links
TucholskySchloß Gripsholm. Eine Sommergeschichte (Wikipedia)
Tucholskyonline beim Projekt Gutenberg
Tucholsky Theodor Storm: Gedichte
Vergleichsliteratur
Tucholsky Erich Kästner: Der kleine Grenzverkehr oder Georg und die Zwischenfälle
Hilde Spiel: Verwirrung am Wolfgangsee, siehe Tucholsky Literatur
Literatur
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Tucholsky Tucholsky Kurt Tucholsky: Schloß Gripsholm: Eine Sommergeschichte. Frankfurt: Edition Büchergilde, 2011. Gebunden, 175 Seiten Tucholsky
Kurt Tucholsky: Schloß Gripsholm / Rheinsberg. Frankfurt: Fischer, 2011. Broschiert, 192 Seiten Tucholsky
Tucholsky TucholskyKurt Tucholsky: Schloß Gripsholm: Eine Sommergeschichte. München: DTV. Taschenbuch, 208 Seiten Tucholsky
Kurt Tucholsky: Schloß Gripsholm. Rororo. Taschenbuch, 160 Seiten Tucholsky
Spiel TucholskyHilde Spiel: Verwirrung am Wolfgangsee. Milena, 2011. Gebunden, 150 Seiten
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 8.10.2011