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Schwenger
Viktoria Schwenger: Dunkelwald. Eine Familiensaga
Rosenheim: Rosenheimer, 2008. Gebunden, 287 Seiten – Viktoria LinksViktoria Literatur
Kathi aus der Tränkgasse in Wasserburg rollt die Geschichte ihrer Familie der letzten drei bis vier Generationen – jeweils mütterlicherseits  – auf.  Die Familie lebte für viele Jahrzehnte auf einem Vierseithof im niederbayerischen Rotttal. Magdalena, Kathis Urgrossmutter, war die erste Frau, die sich gegen die Traditionen auflehnte. In einer überraschenden Aktion setzte sie durch, dass sie nicht den vom Vater ausgesuchten Hochzeiter nehmen mußte. Der Mann ihrer Wahl war Bela, der Ungar. Wie zu erwarten geht diese feurige Liebesheirat schief. Ihre uneheliche Tochter Katharina kommt in eine ähnliche Situation. Auch sie setzt ihren Liebhaber Leopold durch, muss aber deshalb auf den Hof verzichten.
Was hier so kurz angerissen wurde setzt die Autorin zu einem Mehrgenerationendrama vor ausgiebig erläuterter Zeitgeschichte um.
Das Motiv, anhand Fotoalbum, Briefen oder hier: anhand alter Truhe mit Erinnerungsstücken, die Vergangenheit zu erforschen, wurde in den letzten Jahren zu Tode geritten. Trotzdem ist es in Dunkelwald nicht so vordergründig, dass es (mich) stören würde.
Leider kennt man die gesamte Handlung schon aus den Romanen Lena Christs und mancher Epigonen. Die Autorin wandelte schon mit So viel Liebe. Geschichte einer Pflegemutter (Viktoria Links) in den Fussstapfen bei der oberbayerischen Autorin.
Auch den aus dem Zweiten Weltkrieg nach Bayern kommenden Prothesenträger kenne ich aus Harald Grill: Hochzeit im Dunkeln (Viktoria Links).
Die Generationen- und Traditionskonflikte wirken daher schablonenhaft und vorhersagbar. Der charakterliche Wandel der zentralen Frauenfigur Magdalena wird gut motiviert, beispielsweise durch den Vertrauensbruch ihres Ehemanns, dem Ungar Bela. Doch gerade bei Bela werden viele Klischees bedient. Während Magdalena und Bela eine abgrundtief schlechte Ehe führen, sagt Kathis Mutter von ihren Eltern Katharina und ihrem Leopold: „Nie hab ich ein böses oder heftiges Wort zwischen ihnen gehört“ (S. 12). Kann es das geben?
Wasserburg am Inn
Die Grossmutter der Ich-Erzählerin zieht mit Leopold in die Tränkgasse in Wasserburg am Inn. Später erwerben sie ein eigenes Haus in Reithmehring, heute ein Stadtteil Wasserburgs. Da die Haupthandlung im Rotttal abläuft, spielt Wasserburg nur eine Nebenrolle.
Wer die zahlreichen Vorläuferromane dieser Art noch nicht kennt, kann an Dunkelwald Gefallen finden. Doch da stellt sich die Frage: Warum nicht gleich die ungemein kräftigere Lena Christ lesen?
Für junge Leser können die zahlreichen Schlaglichter auf die Zeitverhältnisse in Bayern und Deutschland der jeweiligen Zeit erhellend sein.
Eingeschränkte Empfehlung für eine leichte Lektüre über schwere Schicksale.
Links
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