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Luise Rinser
Luise Rinser. Hochebene
Frankfurt am Main: Fischer, 1963. 169 Seiten – rinser Zitate
Manche mögen sie, manche nicht. Ich wollte mir selbst ein Urteil bilden. So kramte ich ein altes Fischertaschenbuch – irgendwann antiquarisch erstanden – hervor und las es auf zwei Züge aus. Ich mag sie.
Allerdings handelt es sich bei Hochebene um Luise Rinsers ersten Roman und sie war dichterisch noch unverbraucht, zeigt aber auch einige Schwächen.
Hochebene entstand 1942 und erschien erstmals 1948. Biografischer Hintergrund: die zweite Auflage ihres ersten Erzählbandes Die gläsernen Ringe von 1940 wurd 1941 durch die Reichsschrifttumskammer (ola!) verhindert. 1943 fiel ihr erster Ehemann, 1944 wurde sie unter Ankalge des Hochverrats verhaftet. Für diesen Hintergrund ist Hochebene ein seltsam konventioneller Roman einer Dreiecksbeziehung zwischen einer Studentin, später Arzthelferin und dem reichen Schloß- und Steinbruchbesitzer und dem emsigen Arzt Heckliff, von dem wir – wenn ich es richtig gelesen habe – nicht einmal den Vornamen erfahren. Kurzum – Juliane muß sich entscheiden zwischen einem sorgenfreien aber belanglosen Leben und einer Frau eines begabten Landarztes mit ärmlicher Klientel. Dazu kommen noch dunkle Geheimnisse in der Vergangenheit und fertig ist ein spannender, flüssig geschriebener Liebes- und Arztroman.
Luise unterlaufen ein paar Schludrigkeiten. Sargträger treten "mit Zylinder auf dem Kopf in die Halle" (15) und dann "setzten die Träger ihre Zylinder auf ..." (16). Ist eiliges Gehen nicht mehr als geschäftiges Gehen? Juliane aber "hörte Heckliff eilig und fast geschäftig umhergehen" (142). Doch dies sind Kleinigkeiten, über die man locker hinwegliest. Kein Tiefgang, außer man sieht ihn in der Entscheidung zwischen Reichtum und Sozialarbeit, doch ein packender Romanerstling.
Literatur
Heinz Beier: Bayerische Literatur in Beispielen. München: Bayerischer Schulbuch-Verlag, 1983. 488 S.; S. 391-395.
Margarete Willerich-Tocha: "Luise Rinsers »Mitte des Lebens«". In: Albrecht Weber, Hg.: Handbuch der Literatur in Bayern. Vom Frühmittelalter bis zur Gegenwart. Regensburg: Pustet, 1987. S. 591-601.
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Luise Rinser. Hochebene. Frankfurt am Main: Fischer. Taschenbuch rinser Luise Rinser

Luise Rinser
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 2.4.2004