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Max Bronski: Mad Dog Boogie
München: Antje Kunstmann. Broschiert, 205 Seiten – Max LinksMax Literatur
Am Dienstag den 19.1.2016 las ich die Besprechung von Max Bronski: Mad Dog Boogie in der Süddeutschen Zeitung. Bei „Was wie ein Regionalkrimi in einer Wasserburger Eisdiele anfängt, wird zu einem Rock'n'Roll-Roman mit Schauplätzen an der italienischen Mittelmeerküste, in Glasgow und Oberfranken” biß die Tarantel zu: sofort zum Hugendubel, kurzer Blick ins Buch und ich las den ersten Satz:
„Ein Motorradgespann fuhr über die Rote Brücke in die Altstadt von Wasserburg” (S. 7).
Schon war ich an der Kasse und um Mitternacht war der Krimi ausgelesen.
Drei Typen – der Schotte Alex Dunbar (Hippie und begnadeter Gitarrist), der Punk Ben Setznick und Hippie Willi Ortel – könnten kaum abgefahrener sein. Sie gehören zu den Freigängern der nahe Wasserburg gelegenen Nervenheilanstalt Gut Bretzing. Diese liegt in Anstetten, nahe der B15.
Dagegen agiert der später auftauchende Ich-erzähler Tim Bernert nur am Rande. Es geht um einen angeblich von Alex früher im Drogenrausch verübten Mord. Alex hat daran keine Erinnerung und lebt zurückgezogen in Gut Bretzing. Doch ein Schaufelschlag lässt seine Erinnerung wach werden. Das ereignet sich ausgesprochen erst nach der Mitte des Krimis: „Alex war von der langen Reise, die er damals angetreten hatte, endlich zurückgekehrt” (S. 115).
Eigentlich geht es nicht so sehr um den Mordfall, sondern um Zeitgeschichte, Regionalkolorit und die groteske, zeitlich portionierte Handlung.
Dreiecke über den Kapitelüberschriften, wie bei den Videoclips im Internet, geben für die Lesern die Zeitsprünge vor.
Wasserburg und Umgebung gibt den Rahmen, doch die weiteren Schauplätze sind weit gestreut: Glasgoew, Santa Monica, Kalifornien, und Santa Marina, Italien.
Bronski verwebt einiges Mysteriöse, wie Baphomet (ein Symbol der Tempelritter; ergoogelt; S. 376), oder Zahlenfetischismus (S. 61).
Der Stil ist locker, wie das Auftreten des Personals. Da pflaumt gleich zu Beginn in einem Wasserburger Strassencafe ein Ledermann die drei Protagonisten aus blauem Himmel heraus an: „Was seid ihr denn für Komiker?” Das geht nur im Krimi.
Einzelne Nebensätze sind nur nach mehrmaligem Lesen verständlich: Über einen Blues-Sessionmusiker heißt es: „Bei uns hingegen war er schon mit großem Erfolg beim Newport Festival aufgetreten” (S. 42). Bronski weiß natürlich, dass Newport nicht bei uns liegt. Aber wie gesagt, mehrmals lesen, dann wird klar, was er meint.
Für Psychologen und Psychiater liegt viel Gedankenfutter bereit. Für alle anderen Leser ist es ein Krimi der besonderen Art und  super schnell gelesen.
Max Bronski ist das Pseudonym für Franz-Maria Sonner, der um seine Identität lange Zeit viel Heckmeck machte. Er hat sein Ziel der starken Aufmerksamkeit erreicht. Doch es wäre auch ohne dem gegangen: die vorherigen Krimis wurden durchweg gelobt und Mad Dog Boogie ist genau das, was der Titel verspricht: sauguat.
Links
BronskiRudolf Neumaier: Die Krimi-Kolumne Aus der Unheilanstalt, SZ 19. Januar 2016
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Bronski BronskiMax Bronski: Mad Dog Boogie. München: Antje Kunstmann. Broschiert, 205 Seiten
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 23.1.2016