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Römer
Carolin Römer: Das Labyrinth des Malers: Fin O’Malleys dritter Fall
Saarbrücken: Conte, 2015. Broschiert, 263 Seiten – Carolin LinksCarolin Literatur
Fin O'Malley gerät versehentlich in einen verwickelten Fall. Der Wohnwagen des Males Seamus Le Brun explodiert, kurz nachdem O'Malley ihn kennenlernte. Eigentlich ein guter Ausgangspunkt: Le Brun scheint sich mittellos zurückgezogen zu haben und ist dennoch – so dämmert es O'Malley mit der Zeit – Opfer gieriger Attacken.
Leider läßt die Autorin kaum eines der derzeit die Krimis beherrrrschenden Klischees aus: privater Hauptermittler Fin O'Malley
  • wurde vom Polizeidienst suspendiert
  • lebt in Scheidung
  • trinkt so übermäßig, dass er wegen Fahrens unter Alkohol verurteilt wird
  • hat stets eine leere Geldbörse.
Die Polizei glaubt zunächst an Unglücksfälle ohne kriminellen Hintergrund: der Ex–Polizist muss auf eigene Faust ermitteln. Auch das ist gängige Praxis in Krimis: doofe Polizei gegen hellwachen Ermittler. Über hundert Seiten braucht es um den Lesern klar zu machen: Wer hinter den merkwürdigen Vorfällen steht meinte es ernst (S. 113).
Im Wesentlichen geht es um Bilderdiebstahl zwecks Spurenbeseitigung, doch der Täter schreckt auch vor Mord nicht zurück. Die Story und ihr Hintergrund wird immer verworrener. Ab Seite 217 wird es dann richtig spannend.
Ohne Irland zu kennen, glaube ich, dass die Autorin das Flair der Insel und seiner Bewohner gut trifft. Jedem Aberglaube abhold, überraschte mich positiv wie geschickt und glaubwürdig die Autorin irischen Koboldkult sinnvoll in die Handlung einbaute.
Der Roman läuft etwas zu stationenhaft ab. Nahezu jedes Kapitel bringt einen Ortswechsel, wobei sich meist Fin mit jemanden verabredet hat. Die ersten zwei der mehr Seiten der Kapitel kann man ohne Informationsverlust überspringen.
Manche Details stimmen einfach nicht, Ein Beispiel gleich vom Anfang: Fin O’Malley gerät beim Abstieg vom Croagh Patrick in Nebel und unbekanntes Gelände. Er irrt mehr oder weniger orientierungslos umher und die Leser ängstigt: wird er da jemals herauskommen? Das wird aus seiner Perspektive eindringlich geschildert. Doch da stellt Fin O'Malley fest, dass er nicht mal die Hälfte des Abstiegs hinter sich hatte (S. 28). Wer sich jemals im Nebel im bergigen Gelände verlaufen hat, weiß, dass solche eine Abschätzung völlig unmöglich ist.
Unterm Strich: ein brauchbarer Krimi, doch davon gibt es viele; Irland-Liebhaber werden – so vermute ich – Land und Leute wiedererkennen.
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RömerRömer - Das Labyrinth des Malers @Conte Verlag
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 18.10.2015