Email zurück zur Homepage eine Stufe zurück
Engel
Bernd Auerochs, Manfred Engel: Kafka-Handbuch: Leben - Werk - Wirkung
Stuttgart: Metzler, 2010. Gebunden, 561 Seiten – Bernd Auerochs LinksBernd Auerochs Literatur
Franz Kafka bekam einst diese Anfrage: „Bitte sagen Sie mir, was meine Cousine sich bei der "Verwandlung" zu denken hat“. Letztgültige Antworten auf diese oder ähnliche Fragen zu Kafka findet man im Kafka-Handbuch auch nicht, doch ansonsten werden sehr viele Fragen beantwortet.
Der Hauptteil ist wie folgt gegliedert:
1. Leben und Persönlichkeit
2. Einflüsse und Kontexte
3. Dichtungen und Schriften
4. Strukturen, Schreibweisen, Themen
Zahlreiche Autoren zeichnen für die einzelnen Beiträge verantwortlich. Damit entsteht ein vielseitiges Bild von Franz Kafka und ein reichhaltiges Menü zu seinen Werken.
Unter den Einflüssen widmet sich ein sehr informativer Artikel Kafkas eigener Lektüre. Darunter ragten besonders Johann Wolfgang von Goethe, Gustave Flaubert, Lew Tolstoi und Søren Kierkegaard hervor.
Das zu Kafka vielzitierte „Jeder Satz spricht: Deute mich, und keiner will es dulden“ (Theodor W. Adorno, im Kafka-Handbuch S. 411) kannte ich noch nicht. Im Kafka-Handbuch müssen fast alle Werke Deutungen dulden. Man findet eine Fülle aufschlussreicher Interpretationen und Anmerkungen. Der dritte Teil "Dichtungen und Schriften" nimmt daher mit über 300 Seiten den breitesten Raum ein. Der Kafka–Leser freut sich.
Der Klappentext nennt Kafka den wirkungsmächtigsten deutschsprachigen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Ich glaube es sofort. Umso bedauernswerter ist, wenn man im Vorwort – nach ein paar Spalten über Kafkas Wirkung – liest, dass auf einen Teil "Wirkung" (trotz Untertitel) bewusst verzichtet wurde. Es wäre zu umfangreich geworden. Zur Verfilmung findet man daher beispielsweise nur knappe Einträge bei der jeweiligen Werksbeschreibung.
Das Konzept der Handbücher im Metzler-Verlag bewährt sich auch hier. Eine breite Palette von Kafka-Forschern bringt den Leser und Studierenden auf den neuesten Stand der Forschung. Wessen Cousine eine Kafka-Interpretation verlangt (siehe ganz oben) kann nun auf eine kompetente Quelle zurückgreifen und auch eigene Deutungen entwerfen. Der umfangreiche Anhang ermöglicht eine jederzeitige Erschließung des umfangreichen Textes.
Nachtrag, 11. Juli 2017: Wermutstropfen in das Lob

Bei der Benutzung des Kafka-Handbuchs stieß ich auf S. 317 auf den Literaturhinweis:

Hans Zeller: "Spielregeln im Schloß. Zur Deutbarkeit von Kafkas Roman. Mit einem großen Vorspann über den Erzählmodus. In: R. Jost (1986), 276–292.

Den Verweis R. Jost (1986) konnte ich weder beim Eintrag zu Das Schloss noch im ausführlichen Literaturverzeichnis am Ende des Handbuchs finden. So etwas ist ärgerlich.
Gemeint ist:
Roland Jost: Im Dialog mit der Moderne: Zur deutschsprachigen Literatur von der Gründerzeit bis zur Gegenwart, Jacob Steiner zum 60. Athenäum, 1986.

Links
EngelKafka-Handbuch, Metzler Verlag – Engelbei Manfred Engel
EngelProf. Dr. Manfred Engel, Universität Saarbrücken
EngelWilko Steffens: Ausflug nach Kafkanien. Das neue Kafka Handbuch des Metzler-Verlags beleuchtet vor allem Leben und Werk des rätselhaften Autors 
Engel Franz Kafka
Engel Franz Kafka: Sekundärliteratur und Links
Literatur
Stefan Höppner (2010): "Am Ariadnefaden. Manfred Engel und Bernd Auerochs haben einen Wegweiser durchs Labyrinth der Kafka-Lektüren herausgegeben". Literaturkritik 22.12.2010
Engelonline
Bei Amazon nachschauen  
Kafka EngelBernd Auerochs, Manfred Engel, Hg.: Kafka-Handbuch: Leben - Werk - Wirkung. Stuttgart: Metzler, 2010. Gebunden, 561 Seiten
Engel Anfang

Engel
Email zurück zur Homepage eine Stufe zurück
© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 11.7.2017