Email zurück zur Homepage eine Stufe zurück
Modick
Klaus Modick: Vierundzwanzig Türen
München: DTV, 2002. Broschiert, 235 Seiten – AutorLinksLiteratur
Der Erzähler lebt mit seiner Frau Stacy und den beiden Töchtern Miriam (fast 15) und Laura (13) in einem Schriftstellerhaushalt. Zur Vorweihnachtszeit passiert so allerlei, die Wünsche werden geäußert, Miriam ist bei einer Weihnachtsparty und Stacy bringt einen merkwürdigen Adventskalender mit einer seltsamen Geschichte nach Hause. Mit jedem Öffnen einer Türe wird die Geschichte des Künstlers Bernhard Vringsen aus dem Winter 1946/47 lebendig. Der Ich-Erzähler denkt an seine Kindheit zurück. Keine Angst, es gibt keinen Finger: Wie hatten wir's so schwer und doch so schön! Die drei Erzählzeiten erhalten leichte Verbindungslinien. Mich beeindruckte die spannende Geschichte aus dem Nachkriegswinter, die in einer Geburt im verschneiten Bauernhof gipfelt. Die Jetztzeit so um die Jahrtausendwende ist amüsant, vor allem, weil der Ich-Erzähler als Vater oft voll kraß daneben liegt. So
Man wird sich im Laufe des Romans die Frage stellen: was erinnert man? woran erinnere ich mich? Mich erfreute dabei selbstverständlich Modicks Lob auf die Bücherei (modick Bibliothek in der Literatur).
Klaus Modick gelingt der Wechsel zwischen den Zeitebenen hervorragend. Die Unterstützung durch einen anderen Schrifttyp ist ein netter Einfall des Verlags, doch es paßt alleine schon stilistisch. Selten geht dem Autor der Gaul durch und er gerät ins Schwätzen, wie auf Seite 91.
Der vielseitige Klaus Modick beherrscht sein Metier. Da will er zur Jahrtausendwende einen Weihnachtsroman schreiben, er bedient sich aller Zutaten und der Lebenskuchen gelingt: die Geburt im Schnee wird nicht zum Kitsch, die Konfrontation der drei Zeiten nicht zur Moralkeule. Ein Buch zum Vorlesen und Genießen, wie es Modick in einem Text Bertolt Brechts dem Roman voranstellte.
Nehmt eure Stühle und eure Teegläser
mit hier hinter an den Ofen
und vergeßt den Rum nicht.
Es ist gut, es warm zu haben,
wenn man von der Kälte erzählt.
So beginnt Bertolt Brecht: Das Paket des lieben Gottes (modickonline) und Klaus Modick: Vierundzwanzig Türen
Empfehlenswert zur Lektüre während jeder Jahreszeit.
modick Anfang
Autor
* 03.05.1951 Oldenburg. Studium der Germanistik, Geschichte, Kunstgeschichte, Philosophie. 1977 Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien, 1980 Promotion in Literaturwissenschaft (Lion Feuchtwanger; modick Rezension: Erfolg); seit 1984 freier Schriftsteller, Gastprofessuren, Radioautor, veranstaltet Schreibwerkstätten, Übersetzungen aus dem Englischen .
Links
Poetenfest Erlangen: modick2003modick2002
modickLyrikwelt
modickTorsten Franz: Klaus Modick
modickWandler, Zeitschrift für Literatur, Heft 18: Klaus Modick
modickDie Kunst des Schreibens
modick Klaus Modick: Das Grau der Karolinen
modick Anfang
Bei Amazon nachschauen   Bei Amazon nachschauen
modick   modickKlaus Modick: Vierundzwanzig Türen. Eichborn, 2000. Gebunden modick
Klaus Modick: Vierundzwanzig Türen. München: DTV, 2002. Broschiert, 235 Seiten modick
modick Anfang

Modick
Email zurück zur Homepage eine Stufe zurück
© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 18.1.2005