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Pfoertner
André Pfoertner:
Pfoertner Cogitative Erotik und Pfoertner Cogitative Erotik II und Pfoertner Instinktiv lasziv: Erotische Verse
und Pfoertner Legenden zwischen Lenden. Mittelmeergedichte

Pfoertner LinksPfoertner Literatur
André Pfoertner: Cogitative Erotik
Gedichte. Frankfurt am Main: Fouqué, 2002. Taschenbuch, 79 Seiten
Liebe, Schönheit und Erotik sind die Schwerpunkte der Gedichte in diesem schmalen Band. Für nur 79 Seiten erhält der Leser erstaunlich viel Gedichtetes.
Trotz der Fixierung auf ein Thema sprühen die Gedichte voll Ideen. Anspielungen auf literarische Mythen, antike Mythologie und Aberglauben veranlassen den Leser auf Pfoertners Spuren weiterzugrübeln. Selbst unter dem Titel "Ferrosophie" schmiedet Pfoertner ein erotisches Eisen. Insgesamt sind die Gedichte ein Lob auf die Frau, wenn auch stark körperlich bezogen.
Und Venus hatte nicht an ihr gegeizt:
Mit fröhlich-voller Heidenkraft
Gab diese Göttin ihr, was Männer reizt.
"Elmayer", S. 37
Es unterbleiben nicht klischeehafte Hiebe gegen weibliches Unvermögen.
Jungfrau, blond und drall-vollmundig
Und des Einparkens unkundig
"Ferrosophie", S. 13
Ich distanziere mich energisch. Durch den selbst auferlegten Zwang zum Reim (Da kommt es schon zu reimlichen Eskapaden wie dieser: "Und das Herz der Erde Tochter / Entzündet so wie einen Docht er", S. 49) wirken die Gedichte etwas bieder und ermüdend. Dies wird verstärkt, da es sich fast ausnahmslos um recht lange Gedichte handelt. Da die Handlung, sofern vorhanden, sich immer um dasselbe dreht, stützt sich die Spannung auf Pfoertners unerschöpfliche Einfälle und den abwechslungsreichen Rhythmus.
Wenn man Wert auf streng gereimte Zeilen und Erotik legt, ist man mit der Cogitative Erotik gut bedient.
André Pfoertner: Cogitative Erotik II
Gedichte. Frankfurt am Main: Cornelia Goethe, 2005. Taschenbuch, 75 Seiten
Im Sommer 2005 legte der junge Autor André Pfoertner eine zweite Folge erotischer Gedichte vor. Mein Eindruck, nachdem ich alle Gedichte erst- und manche mehrfach-gelesen habe, ist sehr zugeneigt. Die Gedichte sind in vielerlei Beziehung breit gestreut. Die Themen sind diesmal (pfoertner Cogitative Erotik) variantenreicher.
Bei vielen Poemen verlangt Pfoertner vom Leser einiges an Vorkenntnissen aus Literatur und antiken Mythen. Er erleichtert den Zugang durch zahlreiche erklärende Fussnoten. Besonders beeindruckte mich als Lord Byron Fan „Weltschmerz eines Don Giovanni (In memoriam Lord Byron)“. Da auch Byron selten mit den Seiten geizte sind die sechs Seiten für das Byron-Epos völlig angemessen.
Wenn der Wecker klingelt („Frühlingserwachen“) oder mit einem Bruch (Max Bruch) jongliert wird („Ein-bruch“), scheint der Autor verschmitzt mit den Augen zu zwinkern. Ich habe die beiden Gedichtbüchlein nicht ausdrücklich verglichen, aber mir scheint, diesmal sind mehr kürzere Gedichte (durchaus zum Vorteil der Sammlung) eingestreut.
Wer starke, gereimte Erotik mit Anspielungen auf Mythen und Weltliteratur mag, soll zugreifen: Cogitative Erotik II ist genau das Richtige.
André Pfoertner: Instinktiv lasziv: Erotische Verse
Deiningen: Steinmeier, 2010. Taschenbuch, 90 Seiten
Nach zwei Gedichtbändchen mit erotischen Versen (Besprechungen siehe oben) setzt André Pfoertner seinen Weg konsequent fort. Er bleibt dem Thema treu, wird noch anspruchsvoller. Man findet im dritten Gedichtband Instinkitv lasziv zwei Gedichtreigen:
• Homo Erectus – Am Anfang war das Feuer. Ein afrikanisch-indischer Ursprungsmythos von Shiva und Shakti,
• Memento frui – Eine erotische Mittelalter-Phantasie in Reimen. Ein alternativer Führer durch Dom und Kreuzgang zu Brixen. In memoriam Oswald von Wolkenstein.
Die ausführlichen Titeln lassen die Richtung erkennen. Die Verknüpfung mythisch-religiöser Stoffe mit scharfer Sprache ist gelungen. Beide Teile kann man durchgehend lesen.
Im ersten Teil reimt Pfoertner die Genesis in exotisch-mythischem Umfeld. Im zweiten Teil tritt der Meister des mittelalterlichen Minnelieds Oswald von Wolkenstein auf. Erstaunlich, zu welchen Phantasien die hochsakrale Luft den Besucher im Dom von Brixen anregt.
Der Anspruch der Texte erfordert zwölf Seiten Worterklärungen in den Anmerkungen.
Davon nicht abschrecken lassen: wer erotische Poetik zu den genannten Themen mag kommt voll auf seine Kosten. Vergnüglich, anregend und anstrengend zugleich.
André Pfoertner: Legenden zwischen Lenden. Mittelmeergedichte
Reihe Posie 21, Bd. 84. Deiningen: Steinmeier, 2016. Broschiert, 97 Seiten

Im Lyrik-Bändchen Legenden zwischen Lenden reist der Wiener Poet Andre Pfoertner auf historischen Spuren: von der Schöpfung bis zur Neuerschaffung. Die Leser erwarten sechs lange, teils epische Gedichte:
  • Schöpfung des Menschen
  • Die Geburt der Aphrodite
  • Kalypso – Die Verborgene (Gewalt der Liebe)
  • Das Ende des Ancien Régime
  • Weltschmerz eines Don Giovanni
  • Ischtar – Göttin mit zwei Gesichtern
Der Autor verfolgt mit seinen bisherigen und vielleicht besonders mit dem hier besprochenen Lyrikbändchen zwei Ziele: sexuell und zum Nachdenken anregen, wie er selbst in einem Video-Interview (Pfoertner Links) sagte. Das gelingt durchaus und die Gedichte unterhalten auch.
Etwas missführend ist der Untertitel „Mittelmeergedichte”, obwohl sie alle mehr oder weniger im oder am Mittelmeer angesiedelt sind. Aber es sind keine Urlaubsgedichte vom Strand, sondern oft stark an literarische Vorlagen, wie die Odysee von Homer, angelehnt. Zum Verständnis sind viele Namen und Fachbegriffe in den Anmerkungen erläutert.
Inhaltlich (nicht im Duktus) erinnerten mich die Gedichte stellenweise an den Blues, in dem es oft auch recht freizügig zu geht. Man vergleiche:
„Und üppig beult der Hintern ihren Rock
Durch Falten schimmern Schenkel, ganz Barock”

(Weltschmerz eines Don Giovanni, S. 68)
Way you wear those dresses, the sun comes shinin' through
Way you wear those dresses, the sun comes shinin' through
I can't believe my eyes, all that mess belongs to you

(Big Joe Turner: Shake, Rattle and Roll, 1954)
Wer die Kombination erotischer Reime und historisch-literarische Vorgänger, die dem Leser einiges abverlangen, mag, wird mit  Legenden zwischen Lenden voll auf seine Kosten kommen.
Links
pfoertnerAndré Pfoertner: Legenden zwischen Lenden, mit zwei Video-Interviews @Anton G. Leitner
pfoertnerGereimte erotische Lyrik mit historischem Hintergrund
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André Pfoertner PfoertnerAndré Pfoertner: Cogitative Erotik. Gedichte. Frankfurt am Main: Fouqué, 2002. Taschenbuch, 79 Seiten Pfoertner
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