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Jürgensen
Christoph Jürgensen, Wolfgang Lukas, Michael Scheffel, Hg.:
Schnitzler-Handbuch. Leben - Werk - Wirkung

Stuttgart: Metzler, 2014. Gebunden, 438 Seiten – Schnitzler-Handbuch LinksSchnitzler-Handbuch Literatur
Arthur Schnitzler ist einer der wichtigsten Autoren der Klassischen Moderne (1890–1930). Es ist erstaunlich, dass erst jetzt ein umfangreiches Handbuch zu Schnitzlers Werk und dessen Wirkung erschien. Die bisherige Lücke wurde mit dem Schnitzler-Handbuch aus dem Verlag Metzler bravourös geschlossen.
61 kompetente Autorinnen und Autoren legen in cirka 120 Artikeln die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Arthur Schnitzler dar. Der Stoff wird in diesen fünf Kapitel gegliedert:
I. Kontexte. Einflüsse, Kontakte, Diskurse
II. Werke
III. Strukturen, Schreibeweisen, Themen
IV. Rezeption und Wirkung
V. Anhang
Zurecht gibt der Band den Einflüssen, die der Autor ausgesetzt war und die er aufsog, im Kapitel I breiten Raum. Mich überraschte, dass sich die beiden berühmten Wiener jener Zeit Schnitzler und Sigmund Freud erst spät, im Juni 1922, trafen.
Den breitesten Raum im Handbuch nehmen allerdings zurecht die Werke und ihre Analyse ein. (S. 57–290). Spezialanalysen zum Gesamtwerk werden im Kapitel III geboten. Die Aufnahme von Schnitzlers Werk und dessen Wirkung wird im Kapitel IV ausführlich untersucht. Der Anhang mit zahlreichen Indices läßt kaum Wünsche offen.
Die Bände in der inzwischen umfangreichen Reihe im Metzler-Verlag, die sich wichtigen und wirkungsmächtigen Personlichkeiten widmet, haben den Untertitel „Leben – Werk – Wirkung”. Das „Leben” vermisst man zunächst beim Schnitzler-Handbuch. Es wurde als „Biographische Skizze” in den Anhang gesteckt. Sehr viel Biographisches finden die Handbuchnutzer aber in vielen Artikeln, besonders im Kapitel I zu den Einflüssen auf Schnitzler.
Die Werke werden nach dem Schema Entstehung und Uraufführung, Inhalt und Deutung besprochen und aufgeschlüsselt. Die Texte sind auch für Laien gut lesbar, jegliche akademische Attitüde fehlt.
Die Rezeption der Werke Schnitzlers wird von Peter Bekes in einem eigenen Beitrag untersucht. Sein verblüffender Befund: die Rezeption im Deutschunterricht kontrasiert mit der internationalen Bedeutung Schnitzlers (S. 398).  Die Werke Schnitzlers wurden in der Schule nicht behandelt. Pars pro toto kann ich das aus meiner Schulzeit bestätigen. Weder wurde in den Klassen, die ich besuchte, irgendwann etwas von Schnitzler gelesen noch war Schnitzler Lektüre in anderen Klassen. Das entnahm ich den Jahresheften meiner Schule, in denen ich immer nachlas, was die andren gelsen haben und worüber sie Aufsätze schreiben mussten. Erst um die Jahrtausendwende – so Bekes – wurde Schnitzlers Werk als geigneter Stoff für den Deutschunterricht entdeckt (S. 398).
Das Schnitzler-Handbuch gibt ein umfassendes Bild zum Werk Arthur Schnitzlers und dessen Wirkung. Es richtet sich damit nicht nur an Germanisten. Für alle Studierenden, Literaturwissenschaftler und Leser Schnitzlers, die sich mit dem Autor näher befassen wollen, ist das Handbuch unabdingbar.
Links
JürgensenSchnitzler-Handbuch @ Verlag Metzler
JürgensenRolf Löchel: Das Liebesspiel als Liebesgeschäft. Ein Handbuch informiert über Arthur Schnitzlers Leben und Werk. Literaturkritik, 19.02.2015 
Jürgensen Arthur Schnitzler
Literatur
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Jürgensen JürgensenChristoph Jürgensen, Wolfgang Lukas, Michael Scheffel, Hg.: Schnitzler-Handbuch. Leben - Werk - Wirkung. Stuttgart: Metzler, 2014. Gebunden, 438 Seiten
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