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Kashua
Sayed Kashua: Tanzende Araber
[Arawim rodekim, 2002]. Berlin: Bvt, 2004. Mirjam Pressler, Übs. Broschiert, 278 Seiten – Kashua Literatur
Der Ich-Erzähler, ein palästinensischer Israeli, führt den Leser turbulent durch seine Kindheit, Jugend und Erwachsensein. Die zeitliche Folge ist für Kashua ein roter Faden, mehr nicht. Die stärksten Episoden waren als der Ich-Erzähler (sein Name fällt nie, oder?) als einziger Araber in eine Klasse voller jüdischer Kinder kommt. Seine arabisch vorgeprägte Welt wird erschüttert.
Kashua fabuliert in bester arabischer Erzähltradition. Er ist manchmal witzig, oft lakonisch, immer unterhaltsam. Er bringt eine gewaltige Informationsmenge nebenbei (nicht missverstehen: es gibt keine einzige belehrende Passage!) an den Leser. Dabei schleichen sich Unstimmigkeiten ein, die aber vielleicht auch auf der Erzählweise oder Übersetzung beruhen. So muss A'del bei der Heimreise vom Internat zum Dorf Nahaf fahren (S. 116), was aber nicht stimmt, da er ins Dorf des Ich-Erzählers eingeladen ist (S. 117). Die besonderen Verhältnisse führen zu sorglosen Umgang mit makabren Sachverhalten. "Die [arabischen] Verwandten ... waren bereit, alles zu tun, aber es gab niemanden, den man hätte ermorden können" (S. 162). Der episodische Stil springt über Abitur und vier Folgejahre mit zwei Sätzen hinweg.
Tanzende Araber ist ab dem Schulwechsel kurzweilig zu lesen. Ob man damit den richtigen Einblick in das Zusammenleben der Juden und Palastinänser gewinnt, bezweifle ich.
Ein Absatz (S. 50) widmet sich dem Vater, der im Gefängnis sitzt und die dortige Bibliothek schätzt, siehe Kashua Literatur in der Literatur
Literatur
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Kashua KashuaSayed Kashua: Tanzende Araber. Berlin: Bvt, 2004. Mirjam Pressler, Übs. Broschiert, 278 Seiten Kashua
Sayed Kashua: Tanzende Araber. Berlin: Berlin, 2002. Gebunden, 208 Seiten Kashua
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 20.9.2005