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aesop
Aesop: Fabeln
Hamburg: Hauswedell, o.J. Bertold Hack, Übs. und Hg. 94 Seiten
aesop Äsopaesop Platon: Phaidonaesop Romulusaesop Heinrich Steinhöwelaesop Linksaesop Literatur
Die Fabeln Äsops kursieren in verschiedenen Asuwahlen, Übersetzungen und Bearbeitungen. Einige davon sind sprichwörtlich, wie "Der kreißende Berg", "Die Ameise und die Grille" und "Der Löwenanteil". Manche sind in den Schullesebüchern, wie "Der Magen und die Glieder" und "Der Fuchs und die Trauben". Viele zeigen auch heute noch zu beherzigende Lehren auf. Doch meine ich, dass der Zeitgenosse nicht mehr die Beziehung zu den Tieren hat um diese Fabeln und ihre Lehren daraus ernst zu nehmen; auch wenn sie durchaus noch zutreffen (z.B. "Der habgierige Hund", "Der Magen und die Glieder"). Oft ist die Darstellung zu direkt. Die sprechenden Tiere sprechen allenfalls Kinder unter zehn an. Sind Fabeln von Äsop noch in den Lesebüchern der Unterstufe?
Mir schienen einige Lehren zweifelhaft ("Der zärtliche Esel", "Die Dirne und der Jüngling", "Aesop und der wilde Sohn"). Nur selten werden treffend aktuelle Probleme angesprochen. Die Fabel "Der gefangene Wiesel" spricht ein Problem der Metaethik an. Wird die Verhaltensweise des Wiesels schon deshalb lobenswert, weil sie erwünschte Konsequenzen hat? Der Konsequentialismus behauptet, Handlungen seien (ausschließlich) danach zu beurteilen, wie gut oder erstrebenswert ihre Folgen sind. Die deontologische Ethik vertritt dagegen die Ansicht, dass die Überlegungen entscheidend sind, die einer Handlung vorausgehen und nicht (nur) die Folgen.
Man kann gerne in die Fabeln Äsops auch heute hineinlesen. Wichtig und deshalb portionsweise lesenswert sind Äsop Fabeln, weil sie häufig in der Literaturgeschichte als Motive anderer Werke herangezogen wurden.
Äsop (Aisopos)
Held einer frühgriechischen volkstümlichen Erzählung (6.Jahrhundert v.Chr.) und eines romanartigen Werks aus dem 1.Jahrhundert n.Chr. Vermutlich war Äsop ein phrygischer Sklave. Handschriften von Äsop sind nicht überliefert. Seine Name findet sich bei
Herodot (II, 134), Aristophanes (Wespen 1446, Vögel 471), aesop Platon: Phaidon, Aristoteles (Rhetorik II, 20) und bei Diogenes Laertius (V, 80).
Die älteste griechische Fabel (»Die Nachtigall und der Habicht«) findet man bei Hesiod (um 700 v.Chr.). Die unter Äsops Namen erhaltenen Sammlungen Äsopische Fabeln stammen aus dem 1-6.Jahrhundert., so von Phaedrus (um 40 n. Chr.), Babrios (4.-5.Jhdt.), Romulus vereinzelt von Plutarch, Lukian und Horaz. Die wichtigste Äsopausgabe, die vielen nachfolgenden Sammlungen zugrunde liegt war die Übersetzung des aesop Romulus durch aesop Heinrich Steinhöwel, Augsburg: Zainer 1477/78 mit Holzschnitten.
"Drei Tabernakel will ich hier in meinem Sion bauen: einen für den Psalter, einen für die Propheten und einen für den Esop" Martin Luther 1530 an Philipp Melanchthon
Die nach Heinrich Steinhöwel bedeutsamste Sammlung ist von August Hausrath: Aesopische Fabeln, München: Heimeran 1940.
Platon: Phaidon, Übersetzung Friedrich Schleiermacher
[Phaidon:] "... und ich denke, wenn Aisopos dies bemerkt hätte, würde er eine Fabel daraus gemacht haben, ..." (St 60).
Darauf nahm Kebes das Wort und sagte: "Beim Zeus, Sokrates, das ist gut, daß du mich daran erinnerst. Denn nach deinen Gedichten, die du gemacht hast, indem du die Fabeln des Aisopos in Verse gebracht, und nach dem Vorgesang an den Apollon haben mich auch andere schon gefragt, ..." (St 60).
[Sokrates:] "So habe ich denn zuerst auf den Gott gedichtet, dem das Opfer eben gefeiert wurde, und nächst dem Gott, weil ich bedachte, daß ein Dichter müsse, wenn er ein Dichter sein wolle, Fabeln dichten und nicht vernünftige Reden, und ich selbst nicht erfindsam bin in Fabeln, so habe ich deshalb von denen, die bei der Hand waren und die ich wußte, den Fabeln des Aisopos, welche mir eben aufstießen, in Verse gebracht" (St 61).
Romulus
war weder der legendäre Gründer Roms noch Romulus Augustulus, um 500 n.Chr., weströmischer Gegenkaiser sondern ein Übersetzer zwischen 350 und 500 n.Chr.
Heinrich Steinhöwel
1412 Weil der Stadt – 1482 (oder 1483) Ulm. Arzt und Humanist. Steinhöwel studierte in Wien und Padua und war Leibarzt des württembergischen Grafen Eberhard im Barte (aesop Ludwig Uhland: "Graf Eberhards Weißdorn"). Er wurde durch seine Übersetzungen der Antike (Äsop) und der italienischen Renaissance (Giovanni Boccaccio) bekannt.
"Eigen Gedicht war mir zu schwer,
Latein zu deutschen war mein Begehr."

Zitiert aus dem Mittehochdeutschen, Bertold Hack, Übs. und Hg.: Aesop: Fabeln. Hamburg: Ernst Hauswedell, o.J. S.89
Steinhöwel ergänzte und schmückte die den Fabeln vorangestellten Lehren (Promythien und Epimythien) aus.
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Links
aesopAesop's [sic!] Fabeln bei Gutenberg
aesopAesop bei Gutenberg
Wikipedia: aesopÄsop aesopFabel
aesopFabeln von Äsop bei Gerd Griese
aesopHelmut Schulze: AESOP
aesopKurt Scheuerer: Antike Fabeln
aesopAesopus; Steinhöwel, Heinrich; Brant, Sebastian: Esopi appologi sive mythologi: cum quibusdam carminum et fabularum additionibus Sebastiani Brant.
aesopDie Aesop-Fabeln von der Antike bis zur Aufklärung und Heinrich Steinhöwels Ulmer Aesop von 1476. Eine Wanderausstellung
aesopAESOPUS - Vita et Fabulae - Ulm 1476 Ausstellung im Stadtmuseum Ingolstadt im Dezember 1998
aesopStefanie Regine Bruns: Mit Isis zum Erfolg. Hans Joachim Schädlich erzählt die Geschichte des Dichters Äsop neu Literaturkritik.de
aesopDie Gabe der Göttin Hans Joachim Schädlichs Äsop-Nacherzählung. Neue Zürcher Zeitung, 15.04.2000 Nr.90
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Literatur
"Äsop". In: Reclams Literatur Kalender 2006. Ditzingen: Reclam, 2005. S. 19-23.
Vergriffen
Gerd Dicke, Klaus Grubmüller, Hg.: Die Fabeln des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Ein Katalog der deutschen Versionen und ihrer lateinischen Entsprechungen. München: Fink, 1987.
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inkiow aesopDimiter Inkiow, Hg.: Aesops Fabeln. München: Nymphenburger, 2004. Gebunden, 123 Seiten aesop
Hans Gärtner, Lisbeth Zwerger, Hg.: Aesop 12 Fabeln. Neugebauer 1993. Gebunden, 32 Seiten aesop
aesop aesop Äsop: Fabeln. Griechisch-Deutsch, Thomas Voskuhl, Übs. Ditzingen: Reclam, 2005. Broschiert, 266 Seiten aesop
Rainer Nickel, Hg.: Aesop. Fabeln. Artemis, 2004. Gebunden, 100 Seiten aesop
aesop aesopEinhundert Fabeln. Husum: Hamburger Lesehefte, 2005. Broschiert, 72 Seiten aesop
Hans-Jörg Uther, Hg.: Das große Buch der Fabeln. München: Knaur, 2003. Gebunden, 510 Seiten aesop
Holzberg aesopNiklas Holzberg: Die antike Fabel. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft , 2001. Broschiert, 150 Seiten fabel
Gerd Dicke: Heinrich Steinhöwels 'Esopus' und seine Fortsetzer. Tübingen: Niemeyer. Broschiert, 500 Seiten aesop
Äsop aesop Schädlich, Hans J.: Gib ihm Sprache. Leben und Tod des Dichters Äsop. Eine Nacherzählung. Reinbek: Rowohlt, 2000. 2. Aufl. 90 S.  
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