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O'Neill
Eugene O'Neill: Beyond the Horizon
A Play in Three Acts. In: Complete Plays 1913 – 1920. New York: The Library of America, 1988. S. 571-653
LinksLiteratur
Beyond The Horizon ist O'Neills erstes vollendetes mehraktiges Drama. Es gewann 1920 den Pulitzer-Preis; ich meine zurecht.
Die Brüder Andrew (27 Jahre) und Robert Mayo (23 Jahre) sind völlig verschieden und stehen zu Beginn des dreiaktigen Stücks an einem Wendepunkt ihres Lebens: Robert, der Poet, soll zur See fahren; Andrew, der erdige Typ, die Farm des Vaters übernehmen. Die Nachbarin Ruth Atkins erklärt Robert in einer gefühlsreichen Abschiedsszene ihre (vermeintliche) Liebe: Robert bleibt. So fährt Andrew in einer Trotzreaktion statt ihm zur See. Der Vater verflucht ihn und schneidet ihm damit den Rückweg ins famliäre Leben. Robert und Andrew tauschen ihre beruflichen Pläne und beide scheitern im Verlauf der nächsten Jahre.
Beyond The Horizon zerstört das Bild der amerikanischen Familie, der heilen Welt der Farm. Es hat sowohl autobiografische (Seefahrt nach Argentinien, Tuberkulose-Erkrankung) als auch biblische Züge (Kain-Abel, Fluch des Vaters). Das Bruderthema behandelt ein paar Jahre später auch John Steinbeck in East of Eden (O'Neill John Steinbeck). Obwohl O'Neill die beiden Brüder gegensätzlich darstellt, verfällt er nicht in Schwarz-Weiß-Malerei.
  • Andrew wird vom Farmer zum Seemann, Geschäftsmann und Spekulant. er ist der pragmatische, materialistische Typ; Robert dagegen der poetisch, idealistische. Andrew wird reich, verspekuliert aber einen grossen Teil. Der auf der Farm gescheiterte Robert wirft ihm dies zuletzt vor. Ich empfand das als ungerechtfertigt. Es war Andrews Vermögen, er stand alleine und hatte für niemand Verantwortung. Robert dagegen hat sich für Farm und Familie entschieden: doppelte Verantwortung. Er versagt auch und ist meiner Meinung nach eher schuldhaft. er war auch immer zu stolz die Hilfe seines inzwischen wohlhabenden Bruders (mit bewiesener Sachkenntnis zum Farmer) anzufordern.
  • Robert leugnet Gott: "I could curse God from the bottom of my soul—if there was a God!" (III, 1), beruft sich aber kurz vorm Ende auf Gott: "I'm a failure, and Ruth's another—but we can both justly lay some of the blame for our stumbling on God" (III, 1).
  • Den unheilvollen Gang des Geschehens verursachte allerdings Ruth: sie gesteht Robert ihre Liebe, die keine war, sondern eine Gefühlsregung des romantischen Augenblicks (I, 1). Später liebt sie wieder Andrew, da war es zu spät.
O'Neill setzt geschickt verschiedene Slangs und Ausdrucksweisen (Farmer, Seefahrer, erfolgreicher Geschäftsmann) nebeneinander. Das Drama bietet auch dem heutigen Leser gute Unterhaltung und Anregungen.
Zur Redewendung: "the proof of the puddin's in the eatin'" (II, 2), siehe O'Neill Zitate Cervantes
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Online-Text Beyond the Horizon auf O'Neilleoneill.comO'Neillbartleby.com
O'Neill Der Baum in Eugene O'Neills Theater
O'Neill Zitate
Literatur
Bibliografie zu Beyond the Horizon: O'NeillO'Neill Play by Play
Halfmann, Ulrich: "O'Neill - Beyond the Horizon". In: Paul Goetsch, Hg.: Das amerikanische Drama. Düsseldorf: Bagel, 1974. S. 27-49.
Scanlan, Tom: Family, Drama, and American Dreams. Westport, Conn. 1978
O'Neill Literatur von und zu Eugene O'Neill
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O'Neill O'NeillEugene O'Neill: Beyond the Horizon: A Play in Three Acts. Kessinger, 2005. Taschenbuch, 176 Seiten O'Neill
Eugene O'Neill: The Plays of Eugene O'Neill. Including Anna Christie, Beyond the Horizon, Emperor Jones, the Hairy Ape. Kessinger, 2004. Taschenbuch, 576 Seiten O'Neill
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