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Fuentes
Carlos Fuentes: Die gläserne Grenze. Roman in neun Erzählungen
[La frontera de cristal] Frankfurt: Fischer, 2000. Broschiert, 333 Seiten. Ulrich Kunzmann, Übs.
AutorLiteraturZitate
Eine Broschüre des Big Bend Nationalparks (texas Texas mit Big Bend N.P. und Guadalupe Mountains N.P.) heißt Three Steps to the Sky und ein Abschnitt darin über den Rio Grande: "The River – separating and connecting". Was in dieser farbfrohen Broschüre geographisch und naturbezogen gemeint ist, kann man durchaus soziologisch und wirtschaftlich verstehen.
Carlos Fuentes macht das Verbindende und Trennende zwischen Mexiko und den USA in neun Erzählungen, die lose verbunden sind, deutlich. An dieser gläsernen Grenze werden Mexikaner zurückgejagt: besonders nach dem 11. September vermuten ja die US-Amerikaner in jedem Fremden einen Terroristen. Andrerseits werden die Mexikaner als billige Arbeitskräfte gebraucht und US-Bürger nutzen die preiswerten Dienstleistungen in Ciudad Juárez und anderswo in Mexiko. Skrupellose Mexikaner mischen zu ihrem Vorteil mit. Der Millionär Leonardo Barroso in Die gläserne Grenze ist so abgehoben von seinen Landsleuten, daß er es nicht ertragen kann, wenn er im Flugzeug erster Klasse sitzt und dann schlecht gekleidete, schlecht gewaschene Leute an ihm vorbei gehen (S. 215). Fuentes zeigt (mir etwas zuwenig) die Bedingungen für dieses enorme Wohlstandsgefälle auf: "In Mexiko hat es immer korrupte, autoritäre und übermächtige Leute gegeben. Aber man verzeiht ihnen alles, wenn sie wenigstens ernsthafte Absichten haben" (S. 40).
Einige seiner Erzählungen sind hervorragend: "Die Hauptstädterin", "Freundinnen" und "Die gläserne Grenze" gefielen mir am besten. In "Der Schmerz" nimmt Fuentes zwar Bezug auf die Verfilmung mit Peter Sellers, ich empfehle jedoch das großartige Buch: kosinski Jerzy Kosinski: Being There.
Fuentes versucht stilistische Abwechslung, aber die mißlingt ihm. Das Gestammel in "Die Linie des Vergessens" war nichts für mich.
Vielleicht hängt dies damit zusammen, daß diese Erzählung Jorge Castañeda gewidmet ist; er ist Historiker, Politikwissenschaftler, Jurist und war mexikanischer Außenminister (1979-1982), aber mit dem Kultautor Carlos Castañeda nicht verwandt.
Die Mechanismen der Unterdrückung und die Sogwirkung des American Way of Life werden dem Leser klar. Die daraus entstehende Entwurzelung kann man sich nur ungefähr vorstellen, da die Geschichten das soziale und kulturelle Klimas der mexikanischen Strukturen weniger zeigen. Oder gibt es die schon nicht mehr?
Zur Lektüre sehr zu empfehlen, da die aufgezeigten Perspektiven zwischen Mexiko und den USA selten geschildert werden und in Abwandlung auch für ähnliche Gefälle in Europa gelten.
Carlos Fuentes, * 11. November 1928 Mexiko-Stadt
studierte Jura in der Schweiz und Mexiko; seit 1959 als Schriftsteller tätig; 1975/76 Botschafter Mexikos in Paris. Lehrauftrag in Harvard. Er lebt in London und Mexiko-City.
1987 Cervantes-Preis
1994 fuentesPrinz-von-Asturien-Preis
2004 Ehrendoktor der FU Berlin,

fuentesFU verleiht Carlos Fuentes Ehrendoktor
fuentesKurzbiographie Carlos Fuentes
fuentesCarlos Fuentes - Wikipedia
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Grenze von Kalifornien, Arizona, New Mexiko bis Texas
Latinos in den USA
Laut Zensus leben 39,9 Millionen Latinos (14 Prozent der Bevölkerung) in den USA. "In Wahrheit", sagt Alex Ormaza, Chefredakteur der Zeitung Washington Hispanic, "sind es aber viel, viel mehr." Sie sind oft illegal ins Land gelangt. Für den US-Mindeststundenlohn von 5,15 Dollar arbeiten viele in Mexiko den ganzen Tag. Spanisch wurde die inoffizielle zweite Sprache der USA.
Mexiko Anrainerstaaten % Hispancis
Kalifornien 32,4
Arizona 25,3
New Mexiko 42,1
Texas 32
Quelle: Census 2000  

fuentesGuide to Latinos in the USA and America
fuentesLatino USA University of Texas at Austin
fuentesHispanic Americans
fuentesHispanics in the U.S.A.
fuentesCensus 2000: Top 10 States By Percent Hispanic
texas Jorge Ramos: The Latino Wave
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Fuentes SchnitzlerCarlos Fuentes: Die gläserne Grenze. Roman in neun Erzählungen. [La frontera de cristal] Frankfurt: Fischer, 2000. Broschiert, 333 Seiten. Ulrich Kunzmann, Übs. fuentes
Carlos Fuentes: Die gläserne Grenze. Hoffmann & Campe, 2002. Gebunden, 333 Seiten fuentes
Ramos   fuentesJorge Ramos: La Ola Latina: Como los Hispanos Elegiran al Proximo Presidente de los Estados Unidos / The Latino Wave. Rayo, 2004. Spanisch, gebunden, 278 Seiten Ramos
Jorge Ramos: The Latino Wave: How Hispanics Will Elect the Next American President. Rayo, 2004. Englisch, gebunden, 257 Seiten fuentes

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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 7.10.2004