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Sherman Alexie
Sherman Alexie: Reservation Blues
Warner Books, 1996. Taschenbuch - 306 Seiten
Anscheinend fehlt mir die Ader für mystische (ich sage: realitätsferne) Romane. Mir gefiel weder Der kleine Prinz noch Garcia Márquezs Hundert Jahre Einsamkeit, zwei Bücher, von denen andere schwärmen. Auf Reservation Blues kam ich durch wärmste Empfehlungen aus Newsgroups und weil er von der Blueslegende Robert Johnson handeln soll.
Der Reservation Blues fängt auch äußerst vielversprechend an.
In the one hundred and eleven years since the creation of the Spokane Indian Reservation in 1881, not one person, Indian or otherwise, had ever arrived there by accident. Wellpinit, the only town on the reservation, did not exist on most maps, so the black stranger surprised the whole tribe when he appeared with nothing more than the suit he wore and the guitar slung over his back.
Der "black stranger" ist Robert Johnson, der sich aber bald zur mystischen Big Mom (gab's schon in Hundert Jahre Einsamkeit) auf den Wellpinit Mountain zurückzieht und nur mehr gelegentlich eine Rolle spielt. Alexie erzählt die Erlebnisse einer Band, die unter dem Namen Coyote Springs ihr Glück versucht. Die Besetzung wechselt, es sind verschiedene Indianer, den Kern bilden drei Spokanes aus der Spokane Reservation, Washington. Für kurze Zeit gehören auch zwei weiße Mädchen dazu.
Insgesamt macht der Roman seinem Namen Ehre: er ist melancholisch, verhalten, ein Blues über die betrogenen Indianer Nordamerikas. Ihre Armut, ihr Schmerz wird fühlbar, doch auf mich als Leser sprang wenig übrig, weil – wie schon gesagt – ich für das Magische keine Nerven habe. Zwei Beispiele der Magie:
  • Die Gitarre, die Robert Johnson anfangs in Wellpinit zurückläßt, wird von Victor Joseph übernommen. Sie kehrt (selbständig? durch die Luft?) immer wieder zu Johnson zurück (z.B. S.266).
  • George Wright, ein Talentscout für Cavalry Records, steigt in Manhattan in ein Taxi und will nach Hause. Das Taxi fährt schnurstracks zu einem Friedhof in Sacramento, California. Die Fahrt kostet nichts (270).
Vielleicht findet das jemand lustig, ich nicht. Der Gitarrist der Coyote Springs, Victor, meint "This is spooky shit" (200). Soweit will ich nicht gehen. Vielleicht ist Reservation Blues nur erschliessbar mit einem Schuß Indianerblut in den Adern, vielleicht auch erst nach Diskussion mit anderen Lesern.
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sherman alexie sherman alexieSherman Alexie. Reservation Blues. Warner Books, 1998. Taschenbuch - 306 Seiten sherman alexie
Sherman Alexie. Reservation Blues. München: Goldmann, 1997. Taschenbuch - 377 Seitensherman alexie

Sherman Alexie, * 1966 Wellpinit, Spokane Indian Reservation, Washington State, ist Spokane/Coeur dAlene-Indianer und wuchs in der Spokane Reservation auf. Nach drei Gedichtbänden erschien seine Erzählsammlung "Regenmacher", für die er mehrfach ausgezeichnet wurde. Später folgten seine Romane "Reservation Blues" und "Indian Killer". Er schrieb auch das preisgekrönte Drehbuch für den Film "Smoke Signals". Alexie lebt in Seattle.
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