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Updike
John Updike: „The Orphaned Swimming Pool”
The New Yorker, 3. Januar 1959 – John LinksJohn Literatur
In „The Orphaned Swimming Pool” erzählt Updike die Lebensgeschichte eines Swimmingpools. Äh? Ja, aber mit Tiefgang.
Updike, der große Erzähler der US-Familien in der Vorstadt, seziert die Scheidung von Brad und Linda Turner. Das Meiste über die beiden via den Swimmingpool erfahren.
Dieser ist erst zwei Jahr alt (wir erfahren nicht, wielange die Turners verheiratet sind; Kinder gibt es). Die Turner sind hier die sprichtwörtlichen Joneses, denen die anderen Familien nachfolgen: „They were always a little in advance of their friends” (S. 688)
Exkurs: Keeping up with the Joneses

„Keeping up with the Joneses”,
witziger Country-Song von Justin Tubb, 1965; soweit ich weiß durch die Coverversion von Faron Young mit Margie Singleton im selben Jahr bekannt gemacht.
Das Paar singt davon, dass sie immer mit den Joneses gleichziehen mußten. Selbst als die Jones sich scheiden ließen, folgen sie.
Now the Joneses is getting ready for the trial
Guess we'll follow them in single file
Cause we've got to keep up with the Joneses
Don't you wish that the Joneses would cry

Waylon Jennings und Willie Nelson sangen 1977 in ihrem Superhit „Luckenbach, Texas (Back to the Basics of Love)”:
We've been so busy keepin' up with the Jones
Four car garage and we're still building on
Maybe it's time we got back to the basics of love

Countrysänger Corey Smith hatte 2009 einen Erfolg mit demselben Titel, aber einem anderen Song.

„Keeping up with the Joneses”: US-amerikanische Filmkomödie von Greg Mottola aus dem Jahr 2016. Deutscher Titel: „Die Jones – Spione von nebenan”.


Den Bau des Swimmingpools beschreibt Updike als aufwändig. Nachdem er fertig ist läßt er das Feierabendleben in der Nachbarschaft aufblühen. Wenn Brad aus New York von der Arbeit heimkommt ist schon eine Party am Pool im Gange, die sich erst um 23 Uhr auflöst. Diese Parties (und auch die späteren) erinnerten mich an die großen Feste in The Great Gatsby (John Links), in denen der Gastgaber auch eher ungesehen war.
Im Mai des dritten Sommers (Zählweise nach der Existenz des Swimmingpools) bleibt Linda plötzlich im Haus: die Gäste sind allein am Pool. Man kann nur vermuten: auch Brad ist nicht da, sondern bleibt öfters mal in New York. Zum Ferienbeginn flieht Linda mit den Kindern zu ihren Eltern in Akron, Ohio. Erst jetzt wird den Lesern verraten: Brad bleibt nachts in der Stadt.
Der Swimmingpool vereinsamt. Brad versucht den Pool mit Chemikalien und mit Hilfe seiner Nachbarn zu retten. Der Pool steht für die Ehe der Turners: sie ist nicht mehr zu retten. Man erinnert sich an den ersten Satz der Story:
„Marriages, like chemical unions, release upon dissolution packets of the energy locked up in their bonding.” (S. 688)
Allmählich nehmen die Partygäste – auch ohne LInda und Brad, der grosse Gatsby läßt grüßen – ihre Partgewohnheit wieder auf. Alle stellen sich ein. Updike nennt skurrile Beispiele:
„A visiting Methodist bishop, two Taiwanese economists, an entire girls' softball team from Darien, an eminent Canadian poet, the archery champion of Hartford, the six members of a black rock group called the Good Intentions, an ex-mistress of Aly Khan, the lavender-haired mother-in-law of a Nixon adviser not quite of Cabinet rank, an infant of six weeks, a man who was killed the next day on the Merritt Parkway, a Filipino who could stay on the pool bottom for eighty seconds, two Texans who kept cigars in their mouths and hats on their heads, three telephone linemen, four expatriate Czechs, a student Maoist from Wesleyan, and the postman all swam, as guests, in the Turners' pool, though not all at once.” (S. 690)
Im August kommt Brad mit einer unbekannten Frau aus der Stadt. Die Ursache der Trennung? Er bleibt vorsichtshalber mit ihr im Haus. Aber jetzt verreisen auch die Nachbarn – es ist Ferienzeit – und der Pool verödet.
Nachdem die Scheidung durch ist erscheint auch Linda wieder. Die findet den Pool verwahrlost vor und sieht in ihm ihre vergangene, gescheiterte Ehe.
Im September wird das Haus verkauft, der Pool wird stillgelegt.
Updike nahm die Story in Self-Selected Stories of John Updike auf. In der Einleitung bekannte er, dass sie viel seinem Freund John Cheever zu verdanken haben. Richtig, offensichtlich knüpft sie an dessen Erfolgsstory„The Swimmer” von 1964 an (John Links),.
„The Orphaned Swimming Pool” erschien im Juni 1970 zuerst in The New Yorker, und 1972 in der Kurzgeschichtensammlung Museums and Women and Other Stories.
Links
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UpdikeKeeping Up With The Joneses: lyrics and chords

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UpdikeJohn Updike: Museums & Women and Other Stories. New York: Knopf, 1972. Gebunden  0394481739

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Christopher Carduff, Hg.: John Updike: Collected Early Stories. Library of America, 2013. Gebunden, 800 Seiten
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