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Updike
John Updike: „Learn a Trade”
The New Yorker, 3. Januar 1959 – John LinksJohn Literatur
Der sehr erfolgreiche Künstler Jeff Fegley wird von seiner ersten Frau Sarah angerufen. Er soll Warrens Kunst des Mobile-Baus begutachten. Er entschließt sich sie zu besuchen und will mit Warren, seinem jüngsten Sohn, reden.
Jeff hatte aus seiner ersten Ehe vier Kinder. Er wollte von allen, dass sie nicht in seine Fussstapfen (Künstler) treten, sondern etwas Ordentliches lernen. Bei den älteren Drei versagte seine väterliche Fürsorge in dieser Richtung bereits, jetzt scheint auch der Jüngste, Warren, auf die Künstlerlaufbahn einzuschwenken.

Dabei erinnert sich Jeff an seinen eigenen Vater, der ihm geraten hatte: „Learn a Trade” unter anderem mit der Begündung, die Künstlerkreis in New York werden ihm das Herz brechen. Inzwischen ist Jeff erfolgreich mit einem eigenen Loft in New York. Als er die Mobile Warrens sieht, muss er eingestehen, dass sie ihm zusagen und schließlich willigt er ein: „Gut, dann brecht mit weiter das Herz”.
In Updikes Story „Learn a Trade” zeigt sich der Autor auf der Höhe der Kunst.  Viele seiner Themen sind darin verwoben: Verhältnis der Eltern zu den Kindern; Kunst versus Handwerk „down–to–earth”; Eheleben (typoischerweise ist Jeff Fegley geschieden und wieder verheiratet).
Die Handlung, in erster Sicht nur eine Besichtigung der Mobile, in zweiter Sicht ein ganzes Künstlerleben, das als Vorlage für einen umfangreichen Roman gereicht hätte, ist mit Ironie durchzogen.
Die Väter warnen ihre Kinder vorm Künstlerleben, die diese Warnung missachten. Ironischerweise wurde Jeff mit seiner Berufswahl ungleich vermögender als es sein Vater je war. Dieser war Farmer und musste als selbständiger Zimmerer Geld hinzuverdienen.
Die Mütter fördern – im Gegensatz zu den Vätern – die künstlerischen Neigungen ihrer Kinder.
Jeff setzt einiges daran um seine Kinder in einen handfesten Beruf zu bringen – vergeblich, wie sich herausstellt. Zuletzt hatte er bei Warren gehofft, dass seine Rechnung aufgeht. Der zeigte zunächst naturwissenschaftliche Neigung und sogar die Absicht Zimmerer wie sein Grossvater zu werden. Doch dann bastelte er Mobile.
Versöhnlich ist, dass Jeff sich am Ende geschlagen gibt.

Updikes Sprache ist knapp aber wortreich: als Nicht-Englisch-Muttersprachler muss man sich reinhängen. Doch das macht ja auch einen Teil des Vergnügens bei der Updike-Lektüre aus.


„Learn a Trade” erschien zuerst in The New Yorker, Dezember 1981 und wurde 1987 in die Kurzgeschichtensammlung Trust Me auf genommen.
Links
UpdikeStory-Zusammenfassung bei The New Yorker
UpdikeTrust Me (short story collection)
Updike John Updike
UpdikeChristopher Carduff, Hg.: John Updike: The Collected Stories (Box mit 2 Bänden)
UpdikeKurzgeschichtenanthologien, Kurzgeschichtensammlungen und Besprechungen dazu
Literatur
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Updike UpdikeJohn Updike: Trust Me. Random House, 1996. Taschenbuch, 320 Seiten
Updike UpdikeChristopher Carduff, Hg.: John Updike: The Collected Stories. Library of America, 2013. Gebunden, 1872 Seiten Updike Updike
Christopher Carduff, Hg.: John Updike: Collected Later Stories. Library of America, 2013. Gebunden, 800 Seiten 
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