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Taylor
Peter Taylor: The Collected Stories of Peter Taylor
New York: Penguin, 1986. Broschiert, 535 Seiten – Peter LinksPeter Literatur
Inhalt
"Dean of Men"
"First Heat"
"Reservations"
"The Older Times"
"At the Drugstore"
"A Spinster's Tale"
"The Fancy Woman"
"Their Losses"
"Two Pilgrims"
"What You Hear from 'Em?"
"A Wife of Nashville"
"Cookie"
"Venus, Cupid, Folly and Time"
"1939" = " A Sentimental Journey"
"There"
"The Elect"
"Guests"
"Heads of Houses"
"Mrs. Billingsby's Wine"
"Je Suis Perdu"
"Miss Leonora When Last Seen"
"A Spinster's Tale" (1940)
Allein aus dem Titel entnimmt der Leser, dass hier eine ältere (Jung)Frau erzählt. Elizabeth („Betsy”) ist im kurzen Zeitraum ihrer Erzählung etwa 14 Jahre oder wenig älter. Nach dem frühen Tod ihrer Mutter lebt sie alleine mit Vater und Bruder, umgeben von einigen schwarzen Bediensteten. Zum Zeitpunkt der Story, in 1914, bestand in Nashville, Tennessee, noch strenge rennung von Weißen und Schwarzen. Jene werden ohne Skrupel als "negroes" oder gar "nigger" angesprochen.
Gleich im ersten Satz werden zwei wichtige Figuren eingeführt und ins Verhältnis gesetzt: „My brother would often get drunk when I was a little girl, but that put a different sort of fear into me from what Mr. Speed did” (S. 141). Der Alkohol spielt eine wichtige Rolle und Mr. Speed, der Trunkenbold der Stadt, versetzt Elizabeth in Furcht, ihr Bruder ebenfalls, doch auf andere Weise. Obwohl ihr Leben enorm durch die männliche Sphäre bestimmt ist – oder vielleicht deshalb – bleibt sie anscheinend bis ins hohe Alter männerlos. Ihre Mutter starb bei einer Totgeburt: ein weiterer Eingriff durch männliches Einwirken (sexueller Art) in ihr Leben.
Mr. Speed geht an gewissen Tagen sturzbetrunken an ihrem Haus vorbei. Elizabeth fürchtet sich vor ihm, wird von ihm aber auch aus sonderbare Weise angezogen. Sie beobachtet ihn aufmerksam, stellt seine Gewohnheiten fest und richtet es so ein, dass sie am Fenster ist, wenn er auftaucht.
„The next afternoon at four had the chessboard on the tea table before the front parlor window. I waited for my brother, knowing pretty well that he would come and feeling certain that Mr. Speed would pass” (S. 151).
Der weitere Text verdeutlicht: ihr geht es nur vordergründig ums Schachspielen, in Wirklichkeit möchte sie ungestört Mr. Speed beobachten. So wie Mr. Speed sie anzieht, so auch ihr Bruder. Mit beiden kommt sie nicht zurecht und Elizabeth versagt bezüglich dem Gesetz des Südens: Frauen haben zu heiraten, dem Mann zuzuhören und Kinder zu bekommen. Ihre Faszination mit dem Trunkenbold fasst Betsy in den Vergleich „Mr. Speed's like–a loose horse” (S. 154). Ihr Bruder glaubt zu verstehen und spielt es herunter: „You mustn't waste yyour time being afraid of such things [...] In two or three years there'll be things that you'll have to be afraid of. Things you really can't avoid.” (S. 154) Mir fiel auf, dass dazu weder Betsy nachhakte oder die ältere Erzählerin dies kommentiert.
Vielleicht erklärt diese Vorwarnung und das abschreckende Beispiel Mr. Speeds, dass sie nie heiratete und am Ende der Story Mr. Speed von der Polizeit aus ihrem Haus entfernen läßt.  Mr. Speeds Verhalten überträgt Betsy  in gewisser Weise auf alle Männer:
„Mr. Speed came, I was accustomed to thinking that there was something in my brother's and in my father's natures that was fully in sympathy with the very brutality of his drunkenness.” (S. 163)
Welch enormen Einfluss die wenigen erzählten Monate ihrer Kindheit auf Elizabeths gesamtes Leben hatten, kann man ermessen
  • an ihrer Männerlosigkeit
  • an ihrer genauen Erinnerung an diese Ereignisse
  • am Schluss der Erzählung:
„I never discussed the events of that day with my father, and I never saw Mr. Speed again. But, despite the surge of pity I felt for the old man on our porch that afternoon, my hatred and fear of what he had stood for in my eyes has never left me. And since the day that I watched myself say "away" in the mirror, not a week has passed but that he has been brought to my mind by one thing or another. It was only the other night that I dreamed I was a little girl on Church Street again and that there was a drunk horse in our yard.” (S. 166)
"A Spinster's Tale" ist eine starke und komplexe Erzählung, die um Taylors Hauptthemen kreist: Familienkonflikte, jugendliches Mädchen in einer maskulinen Welt, die Frau in konservativer Umgebung, Leben im US-amerikanischen Süden.
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Literatur
Brown, Ashley (1962): „The Early Fiction of Peter Taylor”. The Sewannee Review 70:4, S. 588-602.
Creekmore, Hubert (1948): Review in The New York Times Book Review, March 21, S. 6.
Pinkerton, Jan (1970): "The Non-Regionalism of Peter Taylor". The Georgia Review 24:4. S. 432-40.
Pinkerton, Jan (1977): "The Vagaries of Taste and Peter Taylor's »A Spinster's Tale«". Kansas Quarterly 9:2. S. 81-85.
Robison, James Curry. (1988): "The Early Period". In: Peter Taylor: A Study of the Short Fiction. S. 19-31.
Sodowsky, Roland, Gargi Roysircar Sodowsky (1988): „Determined Failure, Self-styled Success: Two Views of Betsy in Peter Taylor's 'Spinster's Tale”. Studies in Short Fiction 25:1. S. 49-54.
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Taylor TaylorPeter Taylor: The Collected Stories of Peter Taylor. New York: Penguin, 1986. Broschiert, 535 Seiten
Taylor TaylorPeter Taylor: The Collected Stories of Peter Taylor. Farrar Straus & Giroux, 2009. Taschenbuch, 535 Seiten Taylor
Peter Taylor: The Collected Stories of Peter Taylor. Picador USA, 2001. Broschiert, 535 Seiten Taylor
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