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London
Jack London: To Build a Fire and Other Stories
New York: Bantam, 2007. Taschenbuch, 420 Seiten – Jack LinksJack Literatur
Die 25 Stories sind komplett in der Bantam-Ausgabe als auch in der Ausgabe der Library of America. Diese enthält zusätzlich die Romane The Call of the Wild, White Fang und The Sea-Wolf. Die 25 Stories sind in zwei Abteilungen unterteilt: Auf deutsch im Sammelband In einem fernen Land enthalten
Selected Klondike Stories
To the Man on Trail
The White Silence
In a Far Country X
The Wisdom of the Trail
An Odyssey of the North
The Law of Life X
The God of His Fathers
Batard
The League of the Old Men X
Love of Life
The Wit of Porportuk
To Build a Fire
X
X
Selected Short Stories
All Gold Canyon
The Apostate X
South of the Slot
The Chinago
A Piece of Steak
Mauki
Koolau the Leper X
The Strength of the Strong
War
The Mexican
Told in the Drooling Ward
The Water Baby
The Red One

Die Zitierungen folgen der The Library of America-Ausgabe.
Die meisten Short Stories Jack Londons kreisen um den Kampf des Menschen mit der Natur und um das Überleben in der Natur oder dem Überleben trotz widriger Zeitgenossen.
"The Wisdom of the Trail"
Das bekannte Thema: der Mensch kämpft um das Überleben in der arktischen Natur. Hier behandelt der Autor die Variante eines ganzen Trail von Menschen. Gnadenlos müssen sie den rettenden Yukon erreichen, gnadenlos schildert London das schier aussichtslose Unterfangen. In dieser Ausnahmesituation verstossen Kah-Chucte und Gowhee gegen das Gesetz des Trails. Sitka Charley vollzieht die Strafe. Gleich darauf erreicht der Zug den Yukon.
Genaueres sei hier nicht verraten. London will zeigen, dass sich die wahre Natur des Menschen erst in solch Ausnahmesituationen zeigt. Da sind dann auch drastische Massnahmen angebracht.
"The Law of Life"
beschreibt das endgültige Abschiednehmen eines alten Indianers. Gleichzeitig ist es ein Lehrstück für die regional / ethnisch verschiedenen Auffassungen im Umgang mit den Alten und Sterbenden.
"Batard"
"Bâtard" ist eine der (wenn nicht die) brutalsten Kurzgeschichten, die ich kenne.
Leclère, ein französischer Jäger und Trapper im Nordwesten Nordamerikas. Er nimmt einen jungen Hund zu sich und nennt ihn Bâtard, was wohl Bastard oder Mischling bedeutet. Bâtard war ein Teufel, wie es im ersten Satz der Geschichte heißt, doch gleich darauf wird auch Leclère ein Teufel genannt. Und wenn zwei Teufel zusammen kommen muss sogar die Hölle dran glauben. Leclère macht aus Bâtard einen Teufel und beide schenken sich künftig nichts. Beide können aber auch nicht voneinander lassen. Als  Leclère einmal schläft will ihn Bâtard töten. Es entwickelt sich ein bestialischer Kampf, den London detailliert schildert, so detailliert, dass es weh tut. Doch Bâtard kann sich später rächen.
Für Jack London steht der wolfsstämmige Bâtard und sein Halter aus derselben Stufe. Der Hund wird vermenschlicht und der Mensch ist die Bestie.
Die Story wurde 1902 zuerst unter "Diable — A Dog" erschienen, in The Cosmopolitan wurde sie 1904 unter "Bâtard" erneut veröffentlicht.
Text online: London1London2
LondonBatard @Wikipedia
"Love of Life"
erschien erstmals im Dezember 1905 in McClure's Magazine, Vol. 26, und dann 1907 in der gleichnamigen Kurzgeschichtensammlung, also vor dem thematisch ähnlichem "To Build a Fire" (dies erschien 1910 in Lost Face).
Ein Mann kämpft sich durch die Tundra Nordamerikas. Er verliert den Partner Bill aber nicht seinen Lebensdrang. Vor allem der Hunger setzt ihm zu. Die Natur bietet ihm einiges an: Schneehund, Wolf und Bär. Dazu reicht seine Kraft nicht (mehr). Die Story wimmelt geradezu von Tieren.  Die Natur ist grosszügig. Doch Bill und sein Kumpane waren aufs Gold (auch aus der Natur!) aus.
Aber seine Kraft reicht nicht aus, nur für Tundrabeeren und kleine Fische langt es.  Die Ausbeute einer Saison (mehrerer Jahre?) sind 15 Pfund Gold. Die muss er aufgeben (zu schwer) um zu überleben. Denkbar wäre auch eine Storyvariante, in der er so gierig ist, dass er die Prioritäten nicht mehr richtig setzen kann. Doch London erzählt es anders: sein Mann besteht den Test.
Da stellen sich schon diese Fragen:
“Such was life, eh? A vain and fleeting thing. It was only life that pained. There was no hurt in death. To die was to sleep. It meant cessation, rest. Then why was he not content to die?” (S. 430)
Treffend sind die vorangestellten Zeilen:
“This out of all will remain -
They have lived and have tossed:
So much of the game will be gain,
Though the gold of the dice has been lost.”
Es ist die letzte Strophe aus: Hamlin Garland: "The Gold-Seekers"LondonBartleby.com
Die Geschichte legt also zunächst eine pessimistische Einstellung zum Leben nahe (dem Storytitel widersprechend), insgesamt hat sie aber doch eine tröstliche Komponente. Man denke auch an  ähnliche Befunde: “The best that you can hope for is to die in the sleep.” (Jack Kenny Rogers) –  “He was born, he suffered and he died” (Jack William Faulkner: Knight's Gambit) und “Vixi et quem dederat cursum fortuna peregi” (Jack Zitate Vergils).
Tolle Story und ich bin mir nicht sicher, welche das Thema besser behandelt: "Love of Life" oder "To Build a Fire".
"To Build a Fire"
ist eine der berühmtesten Stories von Jack London. Der Mensch darf im Umgang mit der Natur nicht überheblich werden, ist die Botschaft. Deshalb ist die Lektüre vielen Zeitgenossen und besonders Politikern warm zu empfehlen. Ob sie die Botschaft kapieren würden bezweifle ich freilich.
Die zweite Botschaft der Story ist der Titel, den Jack London ursprünglich dafür vorgesehen hatte: "Never travel alone".
Reesman, Jeanne Campbell (1997): “»Never Travel Alone«: Naturalism, Jack London, and the White Silence”. American Literary Realism, 1870-1910 29:2, S. 33-49.
"All Gold Canyon"
London beschreibt die Tagesabläufe eines Goldsuchers so akribisch, dass man schon fast mit dem Lesen aufhören will. Doch sein Generalthema: "Überleben" drängt noch stark ins Geschehen. Da wird die Story endlich überwältigend.
"A Piece of Steak"
In "A Piece of Steak" erzählt London die herzzerreißende Geschichte eines alternden Boxers. Er kämpft nicht nur um sein Überleben, sondern das seiner gesamten Familie.
"The Red One"
Eine merkwürdige Story ist "The Red One", die letzte der Sammlung und einer der letzten, die London verfasste. Sie erschien erst posthum.
Bassett, ein englischer Wissenschaftler, wurde auf einer Südseeinsel im Kampf mit einem einheimischen Stamm schwer verwundet. Er wird von einem anderen Stamm aufgefunden und gepflegt. Doch er soll sich dem Ritual des Stammes unterwerfen. Er wird dem ominösen "The Red One" geopfert. Mit "The Red One", einer perfekten Kugel, außeriridischen Ursprungs, kommt eine starke Science Fiction Komponente in die Story.
Berkove, Lawrence I. (1996): "The Myth of Hope in Jack London's »The Red One«". In: Leonard Cassuto, Jeanne Campbell Reesman. Hg.: Rereading Jack London. Stanford, Calif. : Stanford UP, 1996. S. 204-215
Kirsch, James (1980): “Jack London’s Quest: »The Red One«”. Psychological Perspectives 11:2, S. 137-154.
McClintock, James I. (1970): “Jack London’s Use of Carl Jung’s Psychology of the Unconscious”. American Literature 42:3, S. 336-347.
Moreland, David A. (1984): “The Quest That Failed: Jack London’s Last Tales of the South Seas”. Pacific Studies 8:1, S. 48-70.
Wer nur die Short Stories von Jack London will ist mit der Taschenbuchausgabe bestens bedient: 25 seiner besten Stories.  Mehr bietet der Band der Library of America auch nicht. Wer jedoch die gediegene Aufmachung dieser Serie vorzieht erhält auch noch drei seiner beliebtesten Romane. Es lohnt sich auf jeden Fall.
Man weiß, dass London sehr fleißig schrieb: nicht alles hat hohe Qualität. Im deutschen Sammelband In einem fernen Land sind auch noch wenige Stories aus der Südsee enthalten. Diese sind in den beiden besprochenen englischen Bänden nicht berücksichtigt. Ob unter den dann noch verbleibenden Stories Perlen sind, weiß ich nicht. Diese 25 hier sind durchweg lesenswert, teilweise hochklassig.
Links
LondonThe Complete Short Stories of Jack London
LondonJack London's Writings
Kurzgeschichtensammlungen online aus Jack London's Writings
LondonChildren of the Frost (Published by Macmillan, 1902)
LondonLost Face (Published by Macmillan, 1910)
LondonLove of Life & Other Stories (Published by Macmillan, 1907)
LondonMoon-Face & Other Stories (Published by Macmillan, 1906)
LondonThe Night-Born (Published by The Century Co., 1913)
LondonOn the Makaloa Mat (Published by Macmillan, 1919)
LondonThe Red One (Published by Macmillan, New York, 1918)
LondonThe Son of the Wolf (Published by Houghton, Mifflin Co., 1900)
LondonSouth Sea Tales (Published by Macmillan, 1911)
LondonThe Strength of the Strong (Published by Macmillan, 1914)
LondonThe Turtles of Tasman (Published by Macmillan, 1916)
LondonWhen God Laughs & Other Stories (Published by Macmillan, 1911)

London"To Build a Fire"
LondonTo Build A Fire by Jack London - First published in Youth's Companion, v. 76, May 29, 1902
LondonTo Build A Fire by Jack London - First published in The Century Magazine, v.76, August, 1908 - This is the famous, second version of a story first published in a more juvenile treatment for the Youth's Companion on May 29, 1902
London Jack London
London Kurzgeschichtenanthologien, Kurzgeschichtensammlungen und Besprechungen dazu
London Arthur Miller: Death of a Salesman
Literatur
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London LondonJack London: Novels and Stories. New York: Library of America, 1982. Gebunden, 1021 Seiten London
Jack London: To Build a Fire and Other Stories. New York: Bantam, 2007. Taschenbuch, 420 SeitenLondon
London LondonJack London: In einem fernen Land. Ausgewählte Erzählungen. Frankfurt: Fischer, 2011. Ausgewählt von Roger Willemsen. Renate Sandner und Rainer Savigny, Übs. Broschiert, 312 Seiten
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