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Salman Rushdie: Haroun and the Sea of Stories
Penguin/Granta 1991 Hardcover, 218 Seiten – rushdie Linksrushdie Literatur
Zu Rushdies Haroun And The Sea of Stories gibt es im Web begeisterte Rezensionen, aber auch enttäuschte. Ich schließe mich eher den enttäuschten an.
Haruns Vater Raschid Khalifa ist ein beliebter Märchenerzähler, um den sich Leute und Gruppen reißen. Er ist ein Meister der Ausschmückung: "Straight answers were beyond the power of rashid Khalifa, who would never take a short cut if there was a longer, twistier road available" (S. 19; das hörte ich auch schon über Sachbuchautoren). Kurz nachdem seine Frau mit einem anderen abhaut, fällt Raschid nichts mehr ein. Um den erbosten Auftraggebern der Erzähl-Sessions zu entkommen und die Ursache der Erzählwand aufzuspüren, suchen Sohn und Vater das "Meer der Geschichten". Es stellt sich heraus, dass der unterirdische Zufluss verstopft ist (und noch einiges mehr; es sei hier nicht verraten).
Rushdie fabulierte eine Geschichte aus 1001-Nacht, mischt etwas Fantasie, etwas Zauberflöte (Reich der Finsternis: das war eine grandiose Idee des Autors) und das Handlungsgerüst des Trojanischen Kriegs hinzu (rushdie Homer). Die entführte Prinzessin Batcheat ist aber nicht sagenhaft schön wie Helena, sondern im Gegenteil.
Raschid Khalifa wird immer wieder mit der Frage konfrontiert, wozu Geschichten gut sind, wenn sie eh nicht wahr sind. Mir scheint diese Grundfrage zum Wert der Belletristik in Haroun And The Sea of Stories unbeantwortet.
Rushdie reichert die Story mit zahlreichen fantasievollen Gestalten an, die aber für mich zuwenig Kontur erhielten. Die erste Busfahrt, in der Busfahrer aufs Gas drückt, weil man an einem Tunnelausgang den Sonnenaufgang erleben will, schildert der Autor grandios.
Viele der literarischen Bezüge (die in manchen Rezensionen gerühmt werden) entgingen mir und verfehlten so den Sinn: Michael Endes Unendliche Geschichte (die ich nicht mehr so im Kopf habe) soll drinstecken und Lewis Carroll (einverstanden) und Roald Dahl (das erkenne ich nicht einmal im Nachhinein; Dahl finde ich witziger). Da das Buch für Kinder empfohlen wird, sind diese textuellen Referenzen wohl verfehlt.
Im Wasserburger Literaturkreis (rushdie Wasserburger Literaturkreis Bücherstube) wurde u.a. noch auf diese Bezüge hingewiesen: Michael Ende: Momo, Jonathan Swift: Gullivers Reisen, Ray Bradbury: Fahrenheit 451, Grimms Märchen, Georg Büchner: Leonce und Lena; "Star Wars".
Für Kinder, die eine Neigung zur Fantasy und Lust an vielen ausgefallen Figuren haben, mag Haroun And The Sea of Stories unterhaltsam sein. ich fand das nur stellenweise.
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Links
Salman Rushdie (* 19. Juni 1947 in Bombay, Indien)
rushdieThe British CouncilrushdieLiteraturschockrushdiePerlentaucherrushdieProphet des TerrorsrushdieWikipedia
Rezensionen: rushdieSF-ReaderrushdieDieter Wunderlich
Thomas Kullmann (Göttingen):
rushdie"Eastern and Western Story-Telling in Salman Rushdie's Haroun and the Sea of Stories"
Salman Rushdie and the Sea of Stories The world-famous fabulist speculates about the innate theatricality of his richly imaginative novels. rushdieAn interview by Davia Nelson
Literatur
Rushdie rushdieSalman Rushdie: Harun und das Meer der Geschichten. Reinbek: Rowohlt, 2005. Gisela Stege, Übs. Broschiert, 254 Seiten Rushdie
Salman Rushdie: Haroun And The Sea of Stories. Puffin 1995. Broschiert, 218 Seiten rushdie
Rushdie rushdieSalman Rushdie: Haroun and the Sea of Stories. Penguin 1991. Taschenbuch, 224 Seiten Rushdie
Salman Rushdie: Haroun and the Sea of Stories. Penguin/Granta 1991 Broschiert, 218 Seiten rushdie
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 15.3.2006