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Williams
Tennessee Williams: A Streetcar Named Desire
Herbert Geisen, Hg. Ditzingen: Reclam, 1988. 197 Seiten – Williams LinksWilliams LiteraturWilliams Zitate
Blanche DuBois kommt mit der Straßenbahn "Desire" zu ihrer Schwester Stella in Elysian Fields, Stadtteil von New Orleans. Stella ist mit Stanley Kowalski (Eltern polnischer Herkunft) verheiratet. Sie leben bescheiden, aber in Harmonie mit ihrem Umfeld: Wohnungen und Straßen bilden einen einheitlichen Raum; Williams vergleicht es in den Pegieanweisungen mit einem Van Gogh Bild.
Von Anfang an kommt es zu Spannungen zwischen Blanche, die über ihre Vergangenheit lügt, und dem kernigen Stanley. Diese knisternde Beziehung wird ergänzt durch die Blanche innere Spannung. Als Ex-Lehrerin strebt sie nach Höherem als das Durchschnittsleben der Kowalskis. Durch eine tragisch gescheiterte Frühehe und ihren eigenen Charakter bleibt ihr das Lebensziel versagt. Als Ersatz flüchtet sie in Phantastereien und hängt ihrer Jugend nach, die sie um jeden Preis verlängern will. Was sie eigentlich sein will, offenbart sie in der 10. Szene.
[Blanche:] "A cultivated woman, a woman of intelligence and breeding, can enrich a man's life—immeasurably! I have those things to offer, and this doesn't take them away. Physical beuat is passing. A transitory possession. But beauty of the mind and richness of the spirit and tenderness of the heart—and I have all of those things—aren't taken away, but grow! Increase with the years!"
Das Drama lebt von diesen Spannungen, die von Tennessee Williams weiter ausgebaut werden. Mit Blanche steht der verlorene Süden der Staaten gegen den europäischen Stanley. Dabei sind die Rollen entgegen dem Strich verteilt: Blanche zitiert Poe und andere US Poeten, wirft französische Sätze ein; Stanley verkörpert die animalische Lebensweise des Pioniers.
Das Stück hinterlässt zahlreiche Fragen: ist das reduzierte Leben der Kowalskis gelungen, oder soll man nicht vielmehr immer nach mehr trachten, auch wenn man – wie Blanche – scheitert?
In den Besprechungen von A Streetcar Named Desire wird betont, daß Stanley Blanche vergewaltigt. Der Text (Schluß der 10. Szene) gibt das nicht her. Richtig ist allerdings, daß sowohl Stanley, als auch Mitch, auf Blanche hinabschauen, sie aber trotzdem begehren, ja, aufgrund ihrer Vorgeschichte glauben beide sogar das Recht zu haben, sie zu besitzen.
Williams wählt die Umgebung sehr gut aus. Die Kowalskis leben in einer 2-Zimmer-Wohung, die Räume sind nur durch einen Vorhang getrennt. Zusätzlich besitzt er das Stockwerk darüber, den Platz vor dem Haus, die ganze Straße mit ein. Durch entfernte Musik (beispielsweise "Paper Doll", Szene 3) wird der Autor der Stadt New Orleans gerecht und betont die Handlung. Auch Blanche spricht gut auf Musik an, sie selbst singt im Bad "It's Only a Paper Moon" (Szene 7). Beide Songtexte passen zu Blanches Schwindeleien und Lügen. Aus Paper Moon stammen die Zeilen: "The world's a temporary parking place" und "It's a Barnum and Bailey world
Just as phony as it can be" voll auf Blanche zutreffend: "But it wouldn't be make-believe If you believed in me" (siehe williams Musiktitel)
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Vincent van Gogh (1853-1890):
The Night Cafe, 1888 (Szene 3)
Das Drama A Streetcar Named Desire zeigt (wie oft bei guter Literatur), dass eine erste Lesart überdenkenswert ist. Es geht nicht nur um gegensätzliche Lebensentwürfe, sondern auch darum, wer wie begünstigt ins Lebensrennen geht und was man daraus macht.
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Musiktitel
Paper Doll (Johnny S. Black), Mills Brothers, MGM 1943; Mills Brothers 1943: John, Sr., Herbert, Harry und Donald Mills, alle vier * Piqua, Ohio (paperThe Mills Brothers).
It's Only A Paper Moon (Harold Arlen, Billy Rose, Edgar,Yip Harburg), hieß ursprünglich If You Believe In Me im Theaterstück "The Great Magoo" (1932). Für die Filmversion Take A Chance wurde daraus dann 1933 It's Only A Paper Moon, gesungen von June Knight und Charles Rodgers (paperHarry Nilsson Web Pages). Aufnahmen gibt es praktisch mit allen bekannten US Sänger(innen): Ella Fitzgerald, Frank Sinatra, Rosemary Clooney, Perry Como, ...
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Links
DesireBook Notes A Streetcar Named Desire
DesireClassicNote on A Streetcar Named Desire
DesireA Streetcar Named Desire (1947)
Williams Zitate
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Literatur
Kindlers Literaturlexikon S. 9040-9041
Oppel, Horst: "Tennessee Williams: A Streetcar Named Desire", in: Paul Goetsch, Hg.: Das Amerikanische Drama. Düsseldorf 1974. S. 183-207.
Porter, Thomas E.: "The Passing of the Old South: A Streetcar Named Desire". Myth and Modern American Drama. Detroit: Wayne State UP, 1969. S. 153-176.
Scanlan, Tom: "Reactions II: Family and Psyche in Tennessee Williams". Family, Drama, and American Dreams. Westport, Conn. 1978. S. 156-179.
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Williams WilliamsTennessee Williams: A Streetcar Named Desire. Signet 1989. Taschenbuch, 142 Seiten Williams
Tennessee Williams: A Streetcar Named Desire and Other Plays. London: Penguin, 2000. Broschiert, 320 Seiten Williams
Williams WilliamsTennessee Williams: A Streetcar Named Desire. Spark Notes 2004. Taschenbuch, 88 Seiten williams
Tennessee Williams: A Streetcar Named Desire. Herbert Geisen, Hg. Ditzingen: Reclam, 1988. 197 SeitenWilliams
Williams WilliamsTennessee Williams: A Streetcar Named Desire. Diesterweg 1975. Broschiert Williams
Tennessee Williams: Endstation Sehnsucht. Frankfurt: Fischer. Broschiert Williams
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 31.5.2005