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Wright
Richard Wright: Lawd Today!
New York: The Library of America, 1991– wright Rezensionsliste
In seinem ersten Roman Lawd Today! (ursprünglicher Titel: Ceespool) schlägt Wright sofort seine großen Themen an. Kein Wunder, daß der Roman aus 1935-37 keinen Verleger fand und erst posthum 1963 erschien.
Mit Jake Jackson, dem Postangestellten, erlebt der Leser einen aufregenden Tag. Nach dem Aufwachen merkt man schnell, daß Jake einfach und brutal ist. Er provoziert einen Streit mit seiner Frau Lil. Sein Traum (der Roman setzt mit einer Traumsequenz ein) ist es, aus der unterprivilegierten Schicht der Afroamerikaner auszubrechen. Die harte Tour allerdings liegt ihm nicht. Er träumt von großen Sportlern oder Gangstern.
Jeesus, it takes nerve to be a gangster! But they have a plenty of fun. Always got a flock of gals hanging on their arms, Dress swell in sporty clothes. Drive them long, sleek automobiles. And got money to throw away ... S. 31
Dabei reicht es nicht zum Einsatz des eigenen Verstands. Er verharrt auf den Positionen, die ihm vorgegeben werden. Im Laufe des Tages wird er mehrfach ausgenützt und ausgenommen. Nach dem abstoßenden Auftakt zuhause pflegt Jake vor seiner Arbeitsschicht das leichte Leben. Während der Arbeits ziehen seine Gedanken zur bevorstehenden Freizeit, die katastrophal endet.
Exemplarisch durchläuft Jake den Tag über einige Stationen. Dies erinnert an James Joyce: Ulysses.
"Like James Joyce's Ulysses (just published in the United States, after scraping through an obscenitiy trial), the action in Lawd Today! takes place over twenty-four hours."
Rowley, Hazel: Richard Wright. The Life and Times. S. 103
"I have a suspicion that you may have been under the influence of Joyce's Ulysses in attempting to relate the events in one day in the life of a negro, and while I can see excellent possibilities in such treatment, you have unfortunately not realized any of them. ... I can see that all of this is due to the fact that you have not yet mastered the art of the novel as distinguished from the art of the short story."
Maxim Lieber, Lektor, zu Lawd Today! in: Rowley, Hazel: Richard Wright. The Life and Times. S. 133
wright Rezension Hazel Rowley: Richard Wright. The Life and Times
Wright mischt die Erlebnisse von Jake und drei Freunden mit politischen Ereignissen: es ist Abraham Lincolns Geburtstag. Stilistisch hat Wright bereits eindrucksvolle Bilder: "The wind, rising and dying, howled like a lost dog in a vast wilderness" (S. 158) – "The music caroled its promise of an unattainable satisfaction and lured him to a land whose boundaries receded with each step he took" (S. 203).
Da die Vier außer Kartenspielen, Frauen und Alkohol nichts drauf haben, kommt es zu Dialogen dieser Art.
"Don't time pass slow?"
"Don't it?"
"Just drags."
"Makes you nervous."
"Specially when you ain't got nothing to do." S. 73-74
Oder zu solchen Gesängen: "But wherever there's life there's hope" .. "And wherever there's trees there's rope" (S. 111).
Ein beeindruckener Romanerstling. Klug lässt Wright bis zuletzt drei Ausgänge offen: Jake erschlägt, Lil erschlägt Jake, oder ... Ich will es nicht verraten. Unbedingt selbst lesen!
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Wright WrightRichard Wright: Lawd Today! Northeastern University Press, 1993. Arnold Rampersad, Vorwort. Taschenbuch, 219 Seiten Wright
Richard Wright: Early Works. New York: Library of America, 1991. Arnold Rampersad, Hg. Gebunden, 936 Seiten. Wright

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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 10.4.2005