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Literatur Schlaffies
Literatur Schlaffies
Hier fasse ich zusammen: schlaffe Schlaftabletten, langsame, langatmige Langweiler; alles was oft keiner eigenen Rezension würdig ist.
Da man in Deutschland, wenn man im Internet Beurteilungen abgibt, die irgendjemand nicht gefallen oder jemand als falsche Tatsachenbehauptung ansieht(oh Graus: man hat die Seitenzahl eines Buchs falsch angegeben!) oder als Beleidigung auffasst, schnell vor dem Kadi landen kann, erkläre ich hier ausdrücklich: alle Besprechungen drücken meine subjektive Meinung aus. Kein einziger Satz ist als Tatsachenbehauptung aufzufassen. Ich bin nur der Meinung, dass die Erde annähernd rund ist. In Deutschland würde ich das nie als Tatsache behaupten.
»Daher sollten Kritik und Satire, ohne alle Nachsicht und Mitleid, die mediokren Poeten geißeln, bis sie, zu ihrem eigenen Besten, dahin gebracht würden, ihre Muße lieber anzuwenden Gutes zu lesen, als Schlechtes zu schreiben.«
Arthur Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung. Drittes Buch. Zürich: Haffmans, 1988. S. 326
Tariq schlaffies Ali – Pieke schlaffies Biermann – Thomas schlaffies Brussig – Christoph fromm Fromm – Gunter schlaffies Gerlach
– Sebnem schlaffies Isigüzel – Jürgen schlaffies Lodemann
– Val schlaffies McDermid – Jacob Nomus – Emine S. emine Özdamar – Peter Schmidt – Dragan schlaffies Velikic

Ali, Tariq: Das Buch Saladin [The Book of Saladin]. Petra Hrabak, Gerlinde Schermer-Rauwolf, Robert A. Weiß, Übs. München: Heyne 2001. 424 Seiten. Tariq Ali fiel mir äußerst positiv durch seinen Kommentar "Mit zweierlei Maß" zum Afghanistankrieg, SZ 23.10.2001, S.17, auf. Der Roman enttäuschte. Nicht echt langweilig, aber es plätschert so im Stil von Tausendundeine Nacht dahin ohne dessen Motiv- und Themenreichtum zu erreichen. Immer dasselbe: Eroberungskämpfe, Machtspiele um Kalif, Sultan und Scheich; Beziehungsquerelen im Harem. Auf Seite 250 kapierte ich: Was soll's? Und ich klappte das Buch zu.

Biermann, Pieke: Herzrasen. Rotbuch, 1993. 268 Seiten Zwei Stunden meines Lebens (bis Seite 51) verschwendete ich an dieses Werk, warum und warum ich es als Verschwendung ansehe, kann man hier lesen: biermann Pieke Biermann: Herzrasen.

Brussig, Thomas: Helden wie wir. Frankfurt am Main: Fischer 1998. 322 Seiten. Dieses Buch hat zwar eine eigene schlaffies Rezensionsseite, gehört aber unbedingt in diese Liste, da es bei mir die größte literarische Zeitverschwendung der 90-er Jahre war. Abbruch der Lektüre.

Fromm, Christoph: Die Macht des Geldes Trotzdem mich dieser Roman gelangweilt hat, las ich ihn zu Ende und hier ist die ausführliche fromm Rezension.

Gerlach, Gunter: Frauen von Brücken werfen. Händels Münchner Fall. Saarbrücken: Conte, 2012. Broschiert, 178 Seiten Zwei sehr gute Gags: Kap. 1 (S. 7) und die Überschrift von Kap. 12: „Entscheiden Sie jetzt, ob Sie dieses Buch wirklich weiterlesen wollen!” (S. 48). Ich war schon nahe dran mit dem Lesen aufzuhören, doch diese Überschrift gab mir neuen Mut. Zwanzig Seiten später bereute ich meine Entscheidung und hörte endgültig mit der Lektüre dieses Langweilers auf.
Etwas ausführlichere Gerlach Rezension.

Isigüzel, Sebnem: Am Rand. Berlin: Berlin, 2008. 431 Seiten Yildiz sagte auf Seite 97: „Was vorbei ist, ist vorbei”. Ich klappte leider erst 20 Seiten später zu. sebnem Rezension

Lodemann, Jürgen: Erinnerungen in der Zornigen Ameise an Geburt, Leben, Ansichten und Ende der Anita Drögemöller und Die Ruhe an der Ruhr. Göttingen: Steidl 1997. 299 Seiten. Viel Text im Ruhr-Dialekt (oder was immer); mir unverständlich, langweilig, umständlich (symptomatisch: der Titel). Abbruch der Lektüre.

McDermid, Val: The Distant Echo. London: HarperCollins, 2004. 561 Seiten Da ich von dieser Autorin bereits schlaffies The Wire in the Blood gelesen hatte und die Verlagswerbung bombastische Lektüre versprach, griff ich zu und war 18 Seiten lang begeistert. Dann erschlaffte die Handlung und nach 150 Seiten legte ich nach vielen Jahren wieder mal ein Buch unfertig gelesen enttäuscht zur Seite. schlaffies Rezension: The Distant Echo

Nomus, Jacob: Relictio. Das Vermächtnis des Ketzers. Köln: Alea, 2015. Taschenbuch, 353 Seiten Relictio ist ein Computerspiel, dessen Hergang über weite Teile des Romans beschrieben wird, unterbrochen von das Spiel begleitende Forumseinträge.
 schlaffies Rezension: Relictio. Das Vermächtnis des Ketzers

Özdamar, Emine S.: Das Leben ist eine Karawanserei, hat zwei Türen, aus einer kam ich rein, aus der anderen ging ich raus.
Köln: Kiepenheuer & Witsch, 1992. Gebunden, 380 Seiten
Trotz des Lobs für dieses Buch (Ingeborg-Bachmann-Preis 1991; Özdamar las aus der "Karawanserei") konnte ich diesem Buch (das ich nur bis Seite 109 las) nichts abgewinnen. Mein guter Wille wird daran erkennbar, dass ich langweiligen Büchern höchstens hundert Seiten gebe. Hier haute erst Seite 109 endgültig den Boden aus dem Fass. schlaffies Rezension: Das Leben ist eine Karawanserei, hat zwei Türen, aus einer kam ich rein, aus der anderen ging ich raus

Peter Schmidt: Einsteins Gehirn. Meßkirch: Gmeiner, 2012. 308 Seiten Nach 68 Seiten brach ich die Lektüre ab. Bis dahin hatte ich vieles erlesen, aber eine rote Schnur war kaum erkennbar (auf die ich – angeheizt vom verheißungsvollen Prolog – wartete), von Spannung ganz zu schweigen. Das angebliche Feuerwerk (Klappentext) ging mir auf den Geist.
Seitenlang wird eine Begegnung bei den Zeugen Jehovas geschildert und erklärt, wen sie heiraten dürfen und wen nicht; ich frage mich: wen interessiert das? Außer Namen & Wissen Dropping (z. B. S. 52, 1. Absatz) und geschliffener Sprache war kaum etwas gewesen.
Nun wären Wortwitz, Kalauer und intellektuelle Anmache ein prima Stilmittel, wenn es nur den Protagonisten Albert – ein 14-jähriges Genie – beträfe. Doch in Einsteins Gehirn perlen und plätschern alle Personen mit forschen Redewendungen und Schimpfwörtern (z.B. „Klugscheißer”) dahin.
Da war mir die Zeit zum Weiterlesen zu schade.
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Schmidt

Velikic, Dragan: Lichter der Berührung. Berlin: Ullstein, 2005. 223 Seiten. Bärbel Schulte, Übs. Ich wollte einen Roman eines serbischen Autors lesen und kam über JournalistenJournalisten helfen Journalisten e.V. auf Dragan Velikic. Gleich im ersten Kurzkapitel warnt Velikic, dass man sich einer Stadt und einer Geschichte auf verschiedenen Wegen nähern kann. Das zeigt er in den folgenden Kapiteln: da stirbt eine alte Frau und Mädchen klopfen an Badekabinen und Tibor macht was mit Rita und Dmitrij ist ein Russe aus Taschkent. Auf Seite 20 legte ich das Buch weg, dachte später aber: „Das mußt du doch packen!”
Weitere zehn Seiten ging es für mich völlig durcheinander, dann gab ich endgültig auf.
Vielleicht ist Lichter der Berührung kein langweiliges Buch, wenn jemand den verwinkelten Sprüngen folgen kann.
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Velikic

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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 19.9.2012