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Benjamin Franklin
Benjamin Franklin: The Autobiography & Selections from His Writings
New York: Random, 1944. 264 Seiten – franklin Linksfranklin Literaturfranklin Schach mit Benjamin Franklin
Die Autobiografie von Benjamin Franklin zerfällt in zwei Teile, der zweite ist nicht vollendet. Im ersten Teil schildert Franklin in einem Brief an seinen Sohn seine Jugendjahre und seinen wirtschaftlichen Aufstieg. (S. 6-86).
Der zweiten Teil schließt etwa im Jahre 1730 an, gibt einen Einblick in Franklins persönliches Leben und schildert dann den Beginn seiner politischen Tätigkeit bis etwa 1757 (S. 87-192). Leider fehlt dann seine große Zeit als amerikanischer Gesandter in Frankreich (1776 bis 1785) und seine Arbeit an der Verfassung von 1787.
Diese Autobiographie ist wegen Franklins außergewöhnlichen Persönlichkeit bemerkenswert. Er arbeitet sich vom Sohn eines armen Bostoner Kerzenmachers zu einer angesehenen Persönlichkeit und einem beliebten Bürger Philadelphias hoch. Obwohl er in mancher Selbstdiszplinierung sehr penibel erscheint, ist seine Biografie nicht ohne Humor, amüsanten Anektoden und voller Lebenswitz.
That felicity, when I reflected on it, has induced me sometimes to say, that were it offered to my choice, I should have no objection to a repetition of the same life from its beginning, only asking the advantages authors have in a second edition to correct some faults of the first. So I might, besides correcting the faults, change some sinister accidents and events of it for others more favorable. But tough this were denied, I should still accept the offer. S.6-7
Mir persönlich gefiel, daß Benjamin
  • von klein auf ein eifriger, ja besessener Leser war, zumal ich aus seiner Biografie entnahm, daß ihm das viel geholfen hat.
  • auch Philosophen wie Xenophon, Locke und du Port Royal (S. 21) las.
Franklin war auf vielen Gebieten seiner Zeit vorndran; nicht alle wissen, daß er mit seiner Lebensführung und was er uns darüber mitteilte, auch ganz moderne Trends vorwegnahm.
Seine Autobiografie ist ein Vorläufer der Lebenshilfebücher und das gleich auf mehreren Gebieten.
Argumentations- und Streitkultur: er verwendet die Sokratische "Hebammen"-Methode, die alles bezweifelt, doch
... gradually left it, retaining only the habit of expressing myself in terms of modest diffidence; never using, when I advanced anything that may possibly be disputed, the words certainly, undoubtedly, or any others that give the air of positiveness to an opinion; but rather say, I conceive or apprehend a thing to be so and so; it appears to me, or I should think it so or so, for such and such reasons; or I imagine it to be so; or it is so, if I am not mistaken. S.21
Im 20. Jahrhundert setzte sich durch, dass alles Wissen letztlich Vermutungswissen ist (franklin Sir Karl Raimund Popper) und mancher Politiker oder Stammtischdiskutant kann sich Franklins Methode zu Herzen nehmen.
Lebensführung
This library afforded me the means of improvement by constant study, for which I set apart an hour or two each day, and thus repair'd in some degree the loss of the learned education my father once intended for me. Reading was the only amusement I allow'd myself. I spent no time in taverns, games, or frolicks of any kind; and my industry in my business continu'd as indefatigable as it was necessary. S. 89
Checklisten (S. 93-96)
Zeitplanung: Dafür gibt Franklin genaue Instruktionen, was wir heute auf dem Kalender des PCs verfolgen, vollzog Franklin auf selbst entworfenen Blättern: Time System 17. Jahrhundert (S.98-99).
Sicher habe ich noch einiges vergessen: selbst lesen!
Aristoteles hätte am »Zoon politikon« Benjamin Franklin seine Freude gehabt. Der Leser der Autobiografie hat es auch. Franklin ist manchmal sich selbst gegenüber zu penibel, fleißig und strebsam. Das letzte Viertel war mir zu sehr auf die Tagespolitik bezogen, ansonsten wunderbare Lektüre.
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Impfschutz für die Pocken (smallpox)
wurde 1796 (Brockhaus) oder 1798 (Britannica) vom englischen Mediziner Edward Jenner eingeführt, als er entdeckte, dass die Kuhpockenlymphe als Impfstoff gegen die »echten Pocken« immunisiert.
Benjamin Franklin verlor 1736 einen Sohn von 4 Jahren wegen "small-pox" (S. 113) und bedauert, dass er ihm keine ("inoculation") gegeben hatte. Gab es Impf-Vorformen oder was meinte Franklin?
Gebt den Indianern Rum!
Auch so ein feiner allseits Gebildeter wie Benjamin Franklin sitzt dem abstrusen Zeitgeist auf, wie so oft religiös begründet:
"And, indeed, if it be the design of Providence to extirpate these savages in order to make room for cultivators of the earth, it seems not improbable that rum may be the appointed means. It has already annihilated all the tribes who formerly inhabited the sea-coast." (S. 137)
Franklins "politische Aktualität kann gar nicht überschätzt werden. Religiöse Ideologen, die Arroganz der Macht, der gesamte Messianismus heutiger amerikanischer Politik – ferner kann man nicht davon sein als dieser Mann: Benjamni Franklin, der wahre Amerikaner". Harald Eggebrecht: "Der wahre Amerikaner", Rezension der Biografie von Edmund S. Morgan, SZ, 17.1.2006, S. 16; siehe franklin Literatur.
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Benjamin Franklin Benjamin FranklinBenjamin Franklin: The Autobiography and Other Writings. Bantam 1989. Peter Shaw, Hg. Taschenbuch, 304 Seiten Benjamin Franklin
Benjamin Franklin. The Autobiography and Other Writings. Penguin, 2004. Kenneth Silverman, Hg. Taschenbuch, 272 SeitenBenjamin Franklin
Benjamin Franklin Benjamin Franklin Benjamin Franklin: Autobiographie. München: Beck, 2003. Broschiert, 272 Seiten morgan
Edmund S. Morgan: Benjamin Franklin Eine Biographie. München: Beck, 2006. Gebunden, 303 Seiten. Thorsten Schmidt, Übs.
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 20.1.2006